2024-07-17T10:40:36.325Z

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Alexander Kaltner spielte von der U15 bis in zum Herrenbereich für die SpVgg Unterhaching. Jetzt geht der 24-Jährige für den MTV 1879 München auf Torejagd.
Alexander Kaltner spielte von der U15 bis in zum Herrenbereich für die SpVgg Unterhaching. Jetzt geht der 24-Jährige für den MTV 1879 München auf Torejagd. – Foto: IMAGO/Sven Leifer

„Werde nochmal höher angreifen“: Kreisliga-Torjäger Kaltner hält sich Tür zu Profi-Comeback offen

Will den MTV in die Bezirksliga führen

Aktuell spielt Alexander Kaltner beim MTV München in der Kreisliga. Langfristig strebt der Torjäger eine Rückkehr in den höherklassigen Fußball an.

München – Wie würde das eigentlich aussehen, wenn ein Fußballprofi auf einmal in der Kreisliga spielt? Wer sich diese Frage schon einmal gestellt hat, sollte sich aktuell dringend die Spiele des MTV an der Werdenfelsstraße anschauen. Dort ist seit zwei Jahren Alexander Kaltner aktiv, der zuvor für die SpVgg Unterhaching unter anderem in der 3. Liga spielte. Die Bilanz nach zwei Jahren Kreisliga: 64 Tore und 19 Vorlagen in 45 Spielen. Eine Ausbeute, die sich sehen lassen kann.

Mehrere schwere Knieverletzungen zwangen Kaltner, die Profikarriere vorerst auf Eis zu legen. Auf das Drängen eines guten Freundes hin heuerte Kaltner in der Kreisliga beim MTV an. Die Entscheidung bereut der Torjäger bis heute nicht, denn der Torjäger spielt mit vielen seiner engsten Freunde zusammen.

„Es ist halt nur noch Spaß und nicht mehr allzu viel Leistungssport. Natürlich vermisse ich hin und wieder mal diese Leistungsambitionen“, gesteht der 24-Jährige im Gespräch mit FuPa/Fussball Vorort, der die Kreisliga-Zeit dennoch voll genießt. „Ich spiele einfach mit 20 feinen Leuten zusammen. Letztendlich ist es einfach ein neues Kapitel.“

„Man muss realisieren, dass man nur Kreisliga spielt.“

Alexander Kaltner über die Erwartungshaltung gegenüber seinen Teamkollegen.

Die Unterschiede zwischen dem Profi-Niveau und der Kreisliga seien logischerweise „in jedem Bereich“ enorm. „Es sind verschiedene Welten“, so der ehemalige Hachinger. Der wichtigste Faktor ist laut Kaltner aber die fehlende taktische Grundausbildung: „Wenn man im Training die taktischen Basics erklärt, kann das schon einen großen Unterschied machen.“

Dementsprechend musste der Münchner die Ansprüche an seine Mitspieler herunterschrauben. Beispielsweise in Bezug auf Fehler oder Entscheidungen auf dem Spielfeld. „Wenn die Mitspieler einen Fehler machen, ärgert es einen natürlich schon. Aber das gehört dazu. Mann muss realisieren, dass man nur Kreisliga spielt“, sagt Kaltner. „Die Erwartungen an die Spieler können ja nicht die gleichen sein, wie in der 3. Liga. Das funktioniert nicht.“

„Wir schauen nach vorne und greifen nächste Saison wieder an.“

Alexander Kaltner will mit dem MTV München in der kommenden Saison wieder oben mitspielen.

Bei der Kreisliga soll es mittelfristig aber nicht bleiben, der MTV will in die Bezirksliga. In der vergangenen Saison wurde der Aufstieg knapp verpasst. Nach einer starken Hinserie feierten die Münchner die Herbstmeisterschaft, verschliefen dann aber den Rückrundenstart. „Die Vorbereitung in der Winterpause war alles andere als gut. Dementsprechend schlecht sind wir in die Rückrunde gestartet“, sagt Kaltner. „Wenn du in der Kreisliga aufsteigen willst, musst du in so gut wie jedem Spiel punkten.“ Das gelang dem MTV in der Rückrunde nicht mehr. Der 24-Jährige zeigt sich dennoch angriffslustig: „Wir schauen nach vorne und greifen in der nächsten Saison wieder an.“

Alexander Kaltner spielte insgesamt neun Jahre für die SpVgg Unterhaching.
Alexander Kaltner spielte insgesamt neun Jahre für die SpVgg Unterhaching. – Foto: IMAGO/Sven Leifer

Der Torjäger selbst hat eine herausragende Spielzeit hinter sich. 41 Tore und zehn Vorlagen in gerade einmal 24 Spielen konnte er für sich verbuchen. Damit ist der ehemalige Hachinger der Torschützenkönig der Münchner Kreisligen und gewinnt 15 Kästen Bier. „Das Thema beschäftigt wahrscheinlich die Mitspieler am meisten“, sagt der Angreifer mit einem Schmunzeln. Kaltner selbst hat der Auszeichnung während der Saison wenig Beachtung geschenkt: „Ich dachte mir: Wenn es am Ende reicht für die 15 Kästen, schön. Wenn nicht, dann kaufen wir uns die halt selbst.“

„Wie es nächstes Jahr aussieht, weiß man nie.“

Alexander Kaltner lässt seine langfristige Zukunft offen.

Aller Voraussicht nach wird Kaltner in der kommenden Saison für den MTV auf Torejagd gehen. „Ich habe mit dem ein oder anderen ausgemacht, dass ich beim MTV München bleibe, bis wir aufsteigen“, verkündet Kaltner. Wie es danach weitergeht, lässt der Münchner offen: „Dieses Jahr werde ich beim MTV bleiben. Wie es nächstes Jahr aussieht, weiß man nie.“

Das Kapitel Profifußball ist für den ehemaligen Hachinger noch nicht endgültig geschlossen: „Ich werde wahrscheinlich in den nächsten Jahren schon nochmal höher angreifen wollen.“ Das Knie, das Kaltner einst dazu bewegte, Unterhaching zu verlassen, sei kein Hindernis mehr. Teilweise spüre er leichte Schmerzen und das Knie sei durch die Operationen anfälliger geworden. Aber das sei „nichts, worüber man sich jetzt schon Gedanken machen müsste.“

Deshalb, und wegen seines geringen Alters, hält der Torschützenkönig ein Profi-Comeback für absolut möglich: „Ausschließen würde ich nie was. Ich bin ja erst 24.“ Gleichzeitig betont Kaltner aber auch: „Derzeit steht einfach der Spaß im Vordergrund.“ (fge)

Aufrufe: 012.6.2024, 09:57 Uhr
Ferdinand GehlenAutor