2026-04-23T13:43:33.969Z

Spielbericht

Werbung für den Fußball auf dem VfB-Sportgelände

von fth · Gestern, 22:41 Uhr · 0 Leser
VfB-Spieler Cornel Böhme vor Seelows Elias Wroblewski (re.).
VfB-Spieler Cornel Böhme vor Seelows Elias Wroblewski (re.). – Foto: fth

In einem packenden, gutklassigen Landesligaspiel, das nahezu alles hatte, was man sich von einem Fußballspiel wünschen kann, rang Hohenleipisch Tabellenführer Seelow ein Remis ab. Und am Ende war sogar noch mehr drin für die Gastgeber, die hochkonzentriert die Partie begannen und trotz mehr und klarerer Chancen, die Führung verpassten. Seelow, ab Mitte der ersten Hälfte besser im Spiel, lag dagegen mit dem ersten Torschuss vorn und startete mit einem Mann weniger die zweite Halbzeit.

Die Victoria zog sich aber trotzdem immer wieder mit Kopf oben aus der Affäre, hatte zudem einen starken Keeper als Rückhalt und ging abgezockt in der sehr ereignisreichen Schlussphase erneut in Führung, nachdem VfB-Youngster Colin Hoppe kurz nach seiner Einwechslung mit seiner ersten Aktion zum Ausgleich getroffen hatte. Bei den Einheimischen war schon ein Anflug von Enttäuschung zu spüren, als sich die Riesenchance zum 2:2 vom Elfmeterpunkt ergab und fast schon ein bisschen Drama daraus wurde. Der Tormann parierte und auf dem sattgrünen Rasen gab es eine rote Jubeltraube der nach Ampelkarte um noch einen Spieler dezimierten Gäste-Elf. Es folgten zwei weitere Großchancen für die VfB-Kicker, die schon am Verzweifeln waren. „Aus dem Hintergrund müsste Schröder schießen...“ könnte man ein ikonisches 1954er Zitat bemühen. Schröder schießt und setzte den Ball zum insgesamt gerechten Unentschieden in die Maschen. Jetzt folgte die weiße Jubeltraube der Platzherren, die in der Rückrunde weiterhin ungeschlagenen bleiben.

Schon in der ersten Minute ging Felix Kniesches Abschluss nur die Latte und die Gastgeber hielten nicht nur dagegen, sondern setzten selbst Akzente. Mit einer hochriskanten Rettungsaktion traf SV-Keeper Lukas Schütze an der Strafraumecke mit gestrecktem Bein VfB-Angreifer Florian Vogt, der danach behandelt werden musste. Den fälligen Freistoß von Kniesche kratzte der Keeper gerade noch aus dem Winkel (17.), anschließend kam der Tabellenführer aber besser ins Spiel, ließ den Ball gut laufen, ohne aber torgefährlich zu werden. Umso ärgerlicher aus Heim-Sicht, dass der erste Seelower Abschluss gleich saß (27.), dem ein für den Referee nicht strafwürdiges Rempeln gegen einen VfB-Spieler vorausgegangen war. Per Konter erspielte sich die Gäste-Elf drei Minuten später eine Möglichkeit und in den Schlussminuten von Durchgang eins stoppte erst Seelows Nabiel Nasserer nach VfB-Ecke die Kugel auf der Linie (42.), auf der anderen Seite parierte Max Kotte stark einen SV-Flachschuss (45.) und in der Nachspielzeit hatte Kniesche aus zwölf Metern in vollem Lauf das 1:1 auf dem Fuß, setzte aber zu hoch an.

In der Pause hatte Seelows Lennart Flaig wegen einer Unsportlichkeit die Rote Karte gesehen und die Gäste mussten zu zehnt auskommen. Zwar bestimmten die Einheimischen nun das Geschehen und kamen zu teils gefährlichen Abschlüssen (58., 62.), das letzte Quäntchen fehlte aber zum Erfolg und zudem behielt Seelow auch in Unterzahl die Ordnung.

Nach einer guten Stunde sollten zwei entscheidende Spielerwechsel beim VfB folgen. Erst markierte Colin Hoppe nach einer Ecke den umjubelten Ausgleich per Direktabnahme (70.) und Paul Schrödres Auftritt sollte später den Schlusspunkt unter diese Partie setzten.

Die Platzherren ließen nach dem 1:1 innerhalb von drei Minuten (74., 77.) zwei sehr gute Führungsmöglichkeiten liegen, mussten dennoch hinten weiter wach sein. Schließlich verschaffte sich Ossowski mit cleverer Ballmitnahme den entscheidenden Raum für seinen Schuss zum 1:2 (81.) und konnte die Verwarnung für Trikotausziehen gut verschmerzen. In den letzten zehn Minuten überschlugen sich in diesem ohnehin schnellen Spiel die Ereignisse beinahe. Mit einem Foulstrafstoß schien aus VfB-Sicht doch noch ein gutes Ende in Sicht. Noch nicht, denn die Chance wurde vertan (90.+1) und auch danach vergaben die Hohenleipischer dreimal den möglichen Ausgleich, scheiterten am Keeper oder ein Abwehrbein war zur Stelle oder der Ball ging Zentimeter daneben.

Und dann die fünfte und letzte Nachspielminute mit besagter Aktion von Paul Schröder, der aus zwanzig Metern einen abgewehrten Ball direkt nahm und diesmal den Tormann überwand. Tor und Abpfiff und doch noch ein gutes, versöhnliches Ende für die Einheimischen, die sich für ihren Einsatz und ihre Gesamtleistung belohnen konnten.

Wie schon im Vorjahr boten beide Teams ein starkes Spiel, beinahe schon ein wenig Spektakel. Die Gäste bleiben an der Spitze und Hohenleipisch weiter ungeschlagen und hat kommende Woche das nächste Heimspiel gegen Großziethen.