
In dem TuS Königschaffhausen, dem SC Reute und dem SV Biengen stehen drei der vier Absteiger aus der Bezirksliga bereits fest. Am letzten Spieltag der Saison liefern sich die SG Ihringen/Wasenweiler, der TV Köndringen und der FC Bad Krozingen ein Triell um den Klassenerhalt.
Nach dem 2:1-Auswärtssieg in Simonswald am Pfingstwochenende erreichten Marcel Kobus bereits zahlreiche Gratulationen zum Ligaverbleib. Doch der Trainer der SG Ihringen/Wasenweiler wies sämtliche Glückwünsche zurück. Denn der Abstieg liegt noch im Bereich des Möglichen.
Ein Rechenbeispiel: Köndringen würde mit einem Sieg an den Kaiserstühlern vorbeiziehen, und sollte die SG am Samstag gegen Reute deutlich unterliegen – zum Beispiel mit 0:3 – und zugleich Bad Krozingen gegen Glottertal klar gewinnen – etwa mit 4:0 –, wäre die aktuell um sieben Treffer bessere Tordifferenz weggeschmolzen. In diesem Fall würde die Zahl der erzielten Tore den Ausschlag geben, und in diesem Punkt hat Bad Krozingen die Nase vorne.
Kobus und seiner Mannschaft ist die Situation bewusst: „Die Mannschaft trainiert hochkonzentriert und ist willens, alles zu geben, um den letzten Schritt zu gehen.“ Die Leistungen in der Rückrunde stimmen optimistisch; Kobus weist darauf hin, dass die SG mit einem Sieg sogar Rang drei in der Rückrundentabelle erreichen könnte. „Wir haben die Verpflichtung, uns bei den Zuschauern, die uns über die gesamte Saison unterstützt haben, mit einer guten Leistung zu bedanken“, sagt der Coach und warnt gleichzeitig vor der individuellen Klasse des SC Reute. Der Gegner könnte nach dem Abstieg motiviert sein, nochmals seine Qualität zu zeigen. Das Hinspiel hatte Reute mit 4:3 gewonnen – nachdem die SG lange geführt hatte. „Es nagt an uns, dass wir das Spiel noch aus der Hand gegeben haben“, so Kobus. „So etwas darf nicht noch einmal passieren.“
Im Gegensatz zu den Ihringern hat die Mannschaft des TV Köndringen erfreuliche Erinnerungen ans Hinspiel: Das Team um Spielertrainer Karsten Kranzer entführte seinerzeit einen 2:0-Erfolg aus dem Denzlinger Einbollenstadion. „Das Hinspiel zählt aber nicht mehr“, winkt Kranzer ab. „Denzlingen II hat derzeit einen starken Lauf.“ Andererseits ist auch der TVK seit drei Spielen ungeschlagen und feierte zuletzt einen 9:2-Kantersieg in Biengen.
Letzteres Resultat werde seine Mannschaft nicht übermütig werden lassen, ist sich Kranzer gewiss; schließlich gehe der Tabellenletzte SV Biengen derzeit personell auf dem Zahnfleisch. „Es war schön, Selbstvertrauen zu tanken, aber wir wissen das Ergebnis einzuordnen“, sagt Kranzer. Am Samstag erwartet seine Mannschaft ein anderes Kaliber: „Denzlingen ist spielerisch, läuferisch ein starkes Team, hat in Tim Lettgen einen überragenden Torjäger, ist generell sehr gut besetzt“, zählt der Coach einige Vorzüge des Gegners auf. „Es macht Spaß, gegen diese Mannschaft zu spielen.“ Um die Punkte zuhause zu behalten, werde seine Mannschaft Gas geben und ans Limit gehen müssen, so Kranzer. „Aber nach unserer Verletztenserie in dieser Saison sind wir froh, den Klassenerhalt in der eigenen Hand zu haben.“
Der FC Bad Krozingen hingegen muss sich auf die Schützenhilfe anderer Vereine verlassen. Die Kurstädter bauen vor allem auf den Unterbau des Verbandsliga-Meisters Denzlingen. Sollte die FCD-Reserve in Köndringen gewinnen, reicht dem FCK im Heimspiel gegen Glottertal sogar ein Remis, um den TVK vom zwölften Tabellenplatz zu verdrängen.
Im Verein herrscht Zuversicht. „Die letzten Wochen haben gezeigt, dass die Mannschaft den Abstiegskampf angenommen hat“, erklärt Vorstandsmitglied Marcel Buuck. „Gerade im Spiel gegen St. Georgen (1:0) haben die Spieler demonstriert, dass sie mit Druck umgehen können.“ Zum vierten Mal in Folge war Bad Krozingen ungeschlagen vom Feld gegangen, die Ausbeute von zehn Punkten und 10:2 Toren kann sich sehen lassen.
Mit dem SV Rot-Weiss Glottertal warte indes ein unangenehmer Gegner, von dessen „verkorkster“ Rückrunde man sich nicht blenden lassen dürfe, erklärt Buuck. Wie die Glottertäler jüngst vermeldeten, werden sich im Sommer die Wege von Verein und Trainer Tobias Göbel sowie Cotrainer Heiko Fischer trennen. Dem Trainerteam einen schönen Abschied zu bereiten, könnte den Rotweißen ein Ansporn sein, befürchtet Buuck.
Zum Saisonfinale wird FCK-Cheftrainer Sano Nothstein, der aus privaten Gründen verhindert ist, von Cotrainer Alaeddine Chermiti vertreten. Torjäger Aridon fällt aus, nachdem er sich beim 5:1-Erfolg in Biengen eine Verletzung zugezogen hatte. Für den urlaubenden Torwart Henri Mintz wird das waschechte Bad Krozinger Jungtalent Oskar Burkhart zwischen den Pfosten stehen.