
Der Mai und der Juni sind in den Fußball-Amateurklassen in den meisten Fällen die Monate der Entscheidung. Bereits jetzt sind einige Fragen beantwortet, wer auf- und wer absteigt. In vielen Ligen sind das Titelrennen und der Kampf um den Klassenverbleib aber noch offen. FuPa gibt wenige Spieltage vor Schluss einen Überblick.
Mal wieder herrscht bei Spielern, Trainern, Funktionären und Fans Verunsicherung: Wer steigt eigentlich ab? Was passiert, wenn Plätze frei werden? Wer darf nachrücken? Wie laufen die Aufstiegsspiele ab – und welche Rolle spielt die Quotiententabelle? FuPa blickt Liga für Liga auf die aktuelle Situation – unter der Annahme, dass die Saison jetzt beendet wäre.
Drei Spieltage vor Schluss führt der 1. FC Kaiserslautern II die Tabelle mit drei Punkten Vorsprung vor dem FK 03 Pirmasens an – beide waren in vorgezogenen Spielen während der Woche im Einsatz und müssen jeweils nur noch zwei Mal ran –und würde direkt in die Regionalliga Südwest aufsteigen. Der Vizemeister bestreitet gemeinsam mit den Vertretern aus Hessen (FC Eddersheim) und Baden-Württemberg (VfR Mannheim) eine Aufstiegsrunde, aus der sich ein Team für die Regionalliga qualifiziert.
Je nachdem, ob sich Pirmasens dort durchsetzt oder nicht, steigen drei oder vier Mannschaften aus der Oberliga ab. Bewegung gab es zuletzt auch am Grünen Tisch – nicht zuletzt durch das Einlenken des Trierer Fachanwalts für Sportrecht, Alexander Bergweiler: Der von ihm auf den Weg gebrachte Einspruch des SC 07 Idar-Oberstein gegen ein Urteil der Spruchkammer des Regionalverbands Südwest hatte Erfolg. Diese hatte zuvor entschieden, dass ein Wechselfehler des FV Diefflen beim 3:2-Auswärtssieg am 15. April keinen Regelverstoß dargestellt habe. Das Verbandsgericht kassierte diese Entscheidung nun ein. Im Klartext: Die Schmuckstädter erhielten die drei Punkte aus der Partie gegen Diefflen zugesprochen. Vor dem abgeschlagenen FV Eppelborn ist Idar-Oberstein Vorletzter (31 Punkte). Punktgleich liegt Arminia Ludwigshafen davor. Der FV Dudenhofen ist mit 32 Zählern Viertletzter. Als einziger Rheinlandvertreter sind die Sportfreunde Eisbachtal (34 Punkte/13. Platz) noch abstiegsgefährdet.
Zwei Spieltage vor Schluss hat der Ahrweiler BC fünf Punkte Vorsprung auf Rot-Weiss Wittlich. Die Säubrenner liegen acht Zähler vor der drittplatzierten SG Schneifel, sind damit mindestens Zweiter und stellen sich gedanklich schon mal mit den möglichen Aufstiegsspielen zur Oberliga ein. An diesen nehmen die Vizemeister aus Rheinland, Südwest und Saarland teil. Los geht es am Samstag, 30. Mai, um 17 Uhr mit dem Duell zwischen Südwest und Saarland.
Im Südwesten liefern sich hinter dem bereits feststehenden Meister TuS Mechtersheim aktuell Jahn Zeiskam und Basara Mainz ein Kopf-an-Kopf-Rennen um Rang zwei. Zwei Runden vor Schluss sind die Südpfälzer zwei Punkte besser als die Landeshauptstädter notiert. Im Saarland hat die SV 07 Elversberg II den Titel sicher. Dahinter kämpft der FSV Jägersburg (60 Punkte) mit dem 1. FC Saarbrücken II (57) um Platz zwei.
Der Rheinland-Vertreter greift am Mittwoch, 3. Juni, um 19.30 Uhr ins Geschehen ein und trifft auf den Verlierer der ersten Partie. Sollte das Auftaktspiel unentschieden enden, wäre der Südwest-Vertreter der Gegner. Das abschließende Duell steigt am Sonntag, 7. Juni, um 16 Uhr. Jeder Teilnehmer bestreitet dabei ein Heim- und ein Auswärtsspiel.
Selbst, wenn Eisbachtal noch absteigt, müssten lediglich vier Mannschaften in die Bezirksligen runter. Der VfB Wissen, die SG Arzfeld, der FV Rübenach und der SV Eintracht Mendig stehen schon als Absteiger fest.
Schafft der Rheinlandliga-Vizemeister über die Relegation den Sprung in die Oberliga und bleibt Eisbachtal drin, würden sogar alle drei Bezirksliga-Vizemeister aufsteigen. Steigt Eisbachtal ab, qualifiziert sich nur der Erste für die Rheinlandliga, schafft es Rot-Weiss Wittlich, wird ein Platz mehr frei.
Im Westen steht Mosella Schweich hinter Meister FSV Tarforst bereits als Zweiter fest. In der Mitte wird TuS Mayen hinter dem Meister SV Untermosel Kobern-Gondorf als Zweiter über die Ziellinie gehen. Im Osten hat Spitzenreiter SG 06 Betzdorf drei Punkte Vorsprung auf die SG Malberg. Die Dreierrunde findet am Samstag, 30. Mai, Mittwoch, 3. Juni, und Samstag, 6. Juni, statt. Die genauen Ansetzungen will der Fußballverband Rheinland am 25. Mai bekanntgeben.
Unabhängig von der Anzahl der Absteiger steigen pro Bezirksliga-Staffel vier Mannschaften ab. Die SG Geisfeld steht im Westen als Schlusslicht bereits als Absteiger fest. Davor machen fünf Mannschaften die drei weiteren Abstiegsplätze unter sich aus: SG Franzenheim (28 Spiele / 21 Punkte), SG Zewen (28 / 22), SV Schleid (28 / 22), SV Mehring (28 / 27), SV Niederemmel (28 / 28)
Die besten Chancen auf den direkten Aufstieg in die Bezirksliga haben aktuell die DJK St. Matthias Trier (A7), die SG Kylltal-Birresborn (A8) und der SV Wittlich (A9). Die Vizemeister spielen weitere freie Plätze aus. Für die neun A-Liga-Zweiten im Verbandsgebiet stehen – abhängig vom Ausgang der Relegation zur Oberliga – vier oder im Idealfall (kein Absteiger aus der Oberliga, der Rheinland-Vize steigt auf) sogar fünf Aufstiegsplätze zur Verfügung.
Gespielt wird in drei regional eingeteilten Dreiergruppen. Im Westen wären derzeit der SV Trier-Irsch (A7), die SG Grenzland-Winterspelt (A8) sowie SV Dörbach (A9) dabei.
Neben den drei Gruppensiegern steigt auch der anhand des Punkteschnitts (Quotient) ermittelte beste Zweite auf – möglicherweise sogar noch ein weiterer Gruppenzweiter. Die Spiele sind für Mittwoch, 3. Juni, Samstag, 6. Juni, und Mittwoch, 10. Juni, angesetzt. Der Verband will die Paarungen ebenfalls am 25. Mai veröffentlichen. Mögliche Entscheidungsspiele um Platz zwei sollen am Mittwoch, 27. Mai, auf neutralem Platz stattfinden.
Fest steht: Die Teams auf den Plätzen zwölf bis 14 steigen ab. In der A7 beträfe das derzeit die FSG Ehrang/Pfalzel, die SFG Kanzem und die SG Niederkell-Waldweiler. In der A8 steht die SG Mehlental/Bleialf bereits als Absteiger fest. Darüber rangieren aktuell die SG Ringhuscheid und die DJK Kelberg. In der A9 ist die Lage für die SG Mont Royal und die FV Hunsrückhöhe Morbach II aussichtslos. Drittletzter ist derzeit die SG Altrich/Wengerohr-Bombogen.
Als Meister stehen bereits die SG Kordel ( B10), die SG Watzerath (B12), die SG Echtersbach-Wißmannsdorf (B13) SV Gonzerath (B14) fest. In der B 11 kämpfen noch der TuS Euren (24 Spiele / 52 Punkte), die SG Wincheringen ( 24 / 51) und der SV Olewig (24 / 50) um die Krone. Besonders spannend bleibt das Rennen in der B15. Dort führt der SV Lüxem II mit einem Punkt Vorsprung und einem Spiel mehr vor der SpVgg Minderlittgen-Hupperath.
Mindestens 13, im Idealfall sogar 14 der 15 Vizemeister steigen auf. Maßgeblich ist dabei der Quotient, also die durchschnittliche Punkteausbeute pro Spiel. Bei Gleichstand entscheidet das Torverhältnis. Den schlechtesten Schnitt weisen derzeit die punktgleichen FC Metterich und SG Sauertal Ralingen als Zweiter und Dritter der B13 auf. Grundsätzlich steigen in allen 15 B-Liga-Staffeln der jeweils Letzte und Vorletzte ab. Sportlich abgestiegen sind bereits der SV Udelfangen und der FSV Kürenz (beide B11), die SG Weinsheim II sowie – wegen des Abstiegs der ersten Mannschaft – die SG Mehlental/Bleialf II (beide B12), die SG Stahl II (B13), die SG Baldenau-Hundheim sowie der SV Longkamp (beide B14) sowie die zweiten Mannschaften der SG Laufeld und des FSV Salmrohr (B15).
In der B11 könnte es indes noch zu Verschiebungen kommen. Der FSV Kürenz und die DJK St. Matthias Trier haben die Wertung der von ihnen verlorenen Partien gegen die SG Saartal-Irsch II angefochten. Angeblich hat die Bezirksligareserve in diesen Spielen einen Stammspieler eingesetzt. Das wiederum ist ab dem viertletzten Spieltag nicht mehr erlaubt. Sollte Saartal II die sechs Punkte am grünen Tisch verlieren, würde es hinter Kürenz auf den vorletzten Platz abrutschen. Nach Angaben von Staffelleiter Martin Schons war bis Redaktionsschluss noch keine Entscheidung getroffen.
Mit dem SV Sirzenich (C15), dem SC Rengen (C20) und der SG Veldenz/Burgen (C21) stehen aktuell drei Meister fest. Da die Rengener ihr Schiedsrichtersoll nicht erfüllt haben, dürfen sie nicht aufsteigen. Der Tabellenzweite SV Wershofen-Hümmel wäre aber nicht automatisch Nachrücker. Stattdessen entscheidet erneut die Quotiententabelle über die Reihenfolge möglicher Aufsteiger aus dem gesamten Verbandsgebiet. Da die Anzahl der B-Ligen von 15 auf 14 reduziert wird, steigen grundsätzlich lediglich fünf oder sechs Mannschaften als Vizemeister aus den C-Klassen auf. Aus der Region gehört aktuell der SV Speicher (C18) zu diesem Kreis. Sechster in diesem Ranking ist der VfL Trier II, dürfte jedoch im Falle des Abstiegs der ersten Mannschaft aus der A-Klasse nicht in die B-Klasse aufsteigen.
Das Aufstiegsrecht könnte sich noch bis auf die Drittplatzierten der C-Ligen und – falls weitere Plätze frei werden – sogar auf Vorletzte der B-Ligen ausweiten. Gründe dafür könnten neue Spielgemeinschaften, Rückzüge oder fehlende Aufstiegsberechtigungen sein. Auch hier entscheidet die Quotiententabelle über die Reihenfolge. Da die Meldefrist erst am 30. Juni endet, dürfte für einige B- und C-Ligisten noch eine längere Hängepartie bevorstehen.
Der Fußballverband Rheinland veröffentlicht auf seiner Homepage die aktuellen Konstellationen