
Händeringend war er noch während des Kreistags im Juli vergangenen Jahres auf der Suche nach einem Nachfolger. Es fand sich damals aber niemand, der Walter Kirsten als Vorsitzenden des Fußballkreises Mosel beerben wollte. So lange sich kein Neuer finde, mache er weiter, längstens aber bis etwa Anfang 2026, kündigte er damals an. Nun gibt es mit Günter Keller einen Kandidaten, der bei einem für Juni/Juli geplanten außerordentlichen Kreistag gewählt werden soll. Bereits seit 2009 gehört der Traben-Trarbacher dem Kreisvorstand an und rückte 2023, nachdem Günter Thiesen verstorben war, zum Kreisjugendleiter auf. Zudem bekleidet der 54-jährige Keller das Amt des Kreisbildungsbeauftragten.
Kirsten wird mittlerweile von einer schmerzhaften, chronischen Knieentzündung geplagt. „Deshalb bin ich jetzt mehr oder weniger gezwungen, einen möglichst schnellen Schlussstrich zu ziehen“, sagt der Piesporter. Bei Keller sieht er das Amt, welches er dann nach rund 19 Jahren (!) abgeben wird, in guten Händen: „Günter steckt voller Elan und hat in den vergangenen Jahren schon einiges an Erfahrung gesammelt.“ Gerade dem Jugendfußball hat sich der ausgebildete Bäcker und Rettungsassistent verschrieben und stieg bereits vor rund 25 Jahren als Nachwuchscoach ein. Für sein großes Engagement in der JSG Mont Royal wurde Keller Ende 2021 mit dem DFB-Ehrenamtspreis ausgezeichnet. Gut möglich, dass er ab Sommer zumindest vorerst auch weiter Kreisjugendleiter ist: „Meine Kollegen aus dem Kreisvorstand haben mir bereits signalisiert, dass sie mich entlasten würden.“ Um die großen Fußstapfen, die Kirsten hinterlässt, weiß der neue Kreischef in spe. Für den Fall, dass er gewählt wird, kündigt er an, besonderen Wert auf Innovation und eine enge Zusammenarbeit zu legen: „Es geht darum, die Leute mitzunehmen.“