2026-04-20T12:45:22.080Z

Allgemeines

Wer ist Björn Weisenborn?

Der neue Trainer des VfR Wormatia Worms ist eng mit dem Verein verbunden +++ Sein bravouröser Einstand mit dem 5:0 über Ludwigshafen ist Resultat mehrerer Faktoren

von Claus Rosenberg · Heute, 14:00 Uhr · 0 Leser
Beim 5:0 über Arminia Ludwigshafen begleitete Björn Weisenborn seine Mannschaft mit großem Engagement vom Spielfeldrand aus. 	Foto: Christine Dirigo / pakalski-press
Beim 5:0 über Arminia Ludwigshafen begleitete Björn Weisenborn seine Mannschaft mit großem Engagement vom Spielfeldrand aus. Foto: Christine Dirigo / pakalski-press

Worms. Der Mann hat Power. Und er ist Hoffnungsträger bei Wormatia Worms: Björn Weisenborn, der beim Oberligisten unter der Woche als Interimstrainer die Nachfolge von Anouar Ddaou antrat. Erst einmal bis zum Saisonende. Nach seinem sensationellen Einstand, unter dessen Regie der Traditionsverein am Samstag einen 5:0-Sieg über Arminia Ludwigshafen feierte. Es gibt bereits Stimmen, die den 31-Jährigen als langfristige Lösung auf der prestigeträchtigen Trainerbank des VfR sehen.

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Weisenborn ist bereits eng mit der Wormatia verbunden. Vor rund zwölf Jahren spielte er in der U19 für den VfR und bekam auf Anhieb einen Vertrag fürs Regionalliga-Team (damals unter Trainer Stefan Emmerling). „Das war das Jahr, in dem ich den Verein lieben gelernt habe“, erzählt der Ur-Bad Dürkheimer: „Das war eine unheimlich schöne Zeit. Ich erlebte Wormatia als Verein mit großer Strahlkraft und tollen Fans“.

Als Spielertrainer der U21 geholt

Nach dem Abschied von der Alzeyer Straße habe er sich vorgenommen, irgendwann wieder zur Wormatia zurückzukehren. Zu dieser Saison klappt es. Der Verteidiger wurde als Spielertrainer für die U21 verpflichtet. Wegen einer schweren Knieverletzung kann er aktuell beim Landesliga-Team jedoch nicht aktiv mitwirken. Ganz abgehakt hat er das Thema indes nicht. Er könne sich sogar vorstellen, auch in der Oberliga nochmals einzusteigen. „Noch bin ich in der Reha. Das lasse ich auf mich zukommen“, sagt er realistisch.

Die Aufgabe, bis zum Jahresende die Oberliga-Mannschaft zu übernehmen, trug ihm der Vorstand am Donnerstag an. Weisenborn sagte rasch zu – nachdem er sich überlegt hatte, dass er die Doppelfunktion mit der Begleitung der zweiten Mannschaft stemmen kann. Denn: „Die wollte ich nicht im Stich lassen. Dafür haben wir zu viel Herzblut reingesteckt, zusammen mit Eugen Gopko“. Von dem Anruf indes wurde der Verwaltungsangestellte überrascht, weil „wir wussten, dass Ddaou ein absoluter Fachmann ist." Dem standen jedoch 15 sieglose Ligaspiele in Serie gegenüber.

Schon viele Hebel gezogen

Viel Zeit, mit der ersten Mannschaft zu arbeiten, hatte er logischerweise nicht. Vor der immens wichtigen Partie gegen Ludwigshafen, fokussierte er die Trainingsarbeit stark aufs Mentale. Seine Überzeugung: „Wir haben Potenzial in der Mannschaft, kriegen es aber nicht auf den Platz.“ Deshalb appellierte er an die Spieler: „Wir wollen jetzt die einfachen Dinge machen, die aber gut“.

Viele Gespräche habe er geführt, um „die Spieler in dieser Situation abzuholen, sie einzubinden und zu erfahren, was sie brauchen.“ Im Training waren gezielt Elemente eingebaut, die das Selbstvertrauen stärkten. Und er suchte mit dem Team den Kontakt mit den Fans. Weisenborn: „Sie sind wichtig. Wir bemühten uns, alles wieder enger zusammenzuführen.“ Jeder Faktor trug dazu bei, dass Wormatia gegen Ludwigshafen mutig nach vorne spielte.

Von der Spielphilosophie ist Weisenborn ein Verfechter des „Ballbesitz-Fußballs“. Er bevorzugt, mit spielerischen Mitteln Erfolg zu haben. Gute Ansätze zeigte Wormatia gegen Arminia. Bis die Mannschaft die Handschrift des Neuen hat, braucht es noch eine Weile. Die Rückendeckung des Fanlagers hat Weisenborn gegenwärtig. Fanbeauftragter Kevin Edling betont den Stallgeruch, den Weisenborn mitbringt. Und das Temperament, mit dem er coacht. Und Weisenborn? „Über die Saison hinaus habe ich noch gar nicht nachgedacht. Jetzt ist erst einmal wichtig, Punkte im Kampf um den Klassenverbleib zu holen.“