
Verletzungsbedingt musste er seine aktive Laufbahn früh beenden und tauschte die Fußballschuhe schon in jungen Jahren gegen den Trainerstuhl. Doch statt sich vom Schicksal bremsen zu lassen, machte er seine Leidenschaft zum Antrieb.
In jungen Jahren legte Liebmann seine B-Lizenz ab und entwickelte sich schnell weiter. Mit gerade einmal 26 Jahren war er der jüngste Trainer auf Thüringer Landesebene und stand beim VfB 09 Pößneck an der Seitenlinie. Dort gelang ihm mit seinem Heimatverein der Aufstieg in die Landesklasse – ein früher Meilenstein in seiner noch jungen Trainerlaufbahn „Ich bin jetzt 31 und habe schon einige Erfahrungen gesammelt, die ich selbst als sehr wertvoll erachte – egal ob NLZ, Seniorenfußball in einem anderen Landesverband oder mit 26 als damals jüngster Trainer in Thüringen mit meinem Heimatverein VfB Pößneck in die Landesklasse aufzusteigen.“
Nach Stationen in Pößneck und Bad Lobenstein zog es Liebmann schließlich über die Thüringer Landesgrenze hinaus zum 1. FC Trogen. Dort übernahm er im Winter 2024 eine schwierige Aufgabe: Der Verein stand in der Landesliga Nordost Bayern abgeschlagen auf einem Abstiegsplatz. „Der Kontakt kam damals über Mike Gottschalk zustande. Trogen war auf dem letzten Platz, ich hatte mir aber schon einige Spiele angeschaut, weil mich das Niveau der anderen Landesverbände interessiert hat. Nach der Entlassung des Trainers ging dann alles ganz schnell.“ Trotz aller Bemühungen konnte der Abstieg nicht verhindert werden. Dennoch blickt Liebmann auf eine intensive und lehrreiche Zeit zurück. „Die Zeit war extrem lehrreich. Der Fußball in Bayern und Thüringen unterscheidet sich schon. In Bayern ist die technische Ausbildung und individuelle Klasse extrem hoch, in Thüringen ist man oft eher bereit zu leiden und gruppentaktisch disziplinierter.“ Nach dem Abstieg in die Bezirksliga Oberfranken gelang es dem 1. FC Trogen jedoch nicht, wieder die nötige Stabilität zu finden. Nun haben sich die Wege getrennt.
„Ich habe weiter Lust auf Herausforderungen und warte ab, was sich ergibt. Wenn ich eins aus der Zeit gelernt habe, dann: Im Fußball kommt es immer anders, als man denkt.“ Was bleibt, ist das Bild eines Trainers, der schon früh Verantwortung übernommen hat, mutig Herausforderungen annimmt und für den Fußball brennt. Der nächste Schritt von Johannes Liebmann ist noch offen – doch sicher ist: Seine Geschichte ist noch lange nicht zu Ende.