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Wenn Inka Grings den Hephata-Frauen in Mönchengladbach Tipps gibt

Vor der Deutschen Meisterschaft erwartete die Spielerinnen des Hephata-Frauenteams eine besondere Trainingseinheit – angeleitet von Ex-Nationalspielerin Inka Grings. Was sie den Spielerinnen mitgeben konnte.

von RP / Alexander Alan · 30.08.2026, 08:00 Uhr · 0 Leser
Inka Grings war bei den Hephata-Frauen in Mönchengladbach als Trainerin zu Gast.
Inka Grings war bei den Hephata-Frauen in Mönchengladbach als Trainerin zu Gast. – Foto: Dirk Otten

Gebannt blicken die Spielerinnen der Hephata-Frauenfußballteams ihre Trainerin an. Diesmal ist es keine Geringere als die ehemalige Fußballerin Inka Grings. Locker begrüßt Grings die Mannschaft, die sich in einem Halbkreis um sie aufgestellt hat, und erklärt, welche Übungen an diesem Tag anstehen. Die Augen der Spielerinnen leuchten, viele haben ein Strahlen im Gesicht. Schließlich steht eine zweifache Europameisterin vor ihnen (2005 und 2009).

In der kommenden Woche tritt die Hephata-Auswahl bei der Deutschen Meisterschaft der Fußballmannschaften der Werkstätten für behinderte Menschen in Duisburg an. Zum Abschluss ihrer Begrüßung fragt Grings die Frauen: „Habt ihr Lust?“ Darauf schallt ihr ein lautes „Ja!“ entgegen. Anschließend geht es auf den Platz.

Jede der Spielerinnen arbeitet in einer der vielen Hephata-Werkstätten in Mönchengladbach. Einmal pro Woche treffen sie sich zum Fußballtraining auf der Ernst-Reuter-Sportanlage. Der Platz wird von Blau-Weiss Meer zur Verfügung gestellt. Beim Abschlusstraining vor dem Turnier geht es jedoch vor allem darum, noch einmal gemeinsam Spaß zu haben und vielleicht etwas von der 96-fachen Nationalspielerin Grings zu lernen – auch über das Sportliche hinaus.

„Ich glaube, das Projekt heute zeigt, dass Fußball extrem verbindet. Man sollte offen sein, gemeinsam Spaß haben und sich gegenseitig anfeuern“, sagt Grings. Für Hephata selbst ist der prominente Besuch ebenfalls ein Privileg. „Wir freuen uns natürlich sehr, dass Inka Grings eine unserer Trainingseinheiten leitet. Es ist in gewisser Form auch Werbung für den Frauenfußball“, sagt Marion Siems von Hephata.

Es ist nicht das erste Mal, dass Inka Grings mit diesem Thema in Berührung kommt. Bei der Deutschen Meisterschaft im vergangenen Jahr war sie bereits vor Ort und überreichte den Teams die Trophäen. Ob sie auch diesmal dabei sein wird? „Ich habe es mir eingetragen. Ich werde alles versuchen“, sagt die ehemalige Nationalspielerin.

Wie viel Spaß ihr selbst der Umgang mit den Spielerinnen bereitet, zeigt sich sofort. Immer wieder lobt und motiviert sie die Spielerinnen für ihre Aktionen, klatscht mit ihnen ab und spielt beim Abschlussspiel selbst mit.

„Für mich ist das beeindruckend. Das macht einen immer wieder demütig, aber es zeigt auch, wie einfach es ist, Freude auszustrahlen. Und es macht mir wahnsinnig viel Spaß, die strahlenden Gesichter zu sehen. Das ist es auch, was den Fußball ausmacht: diese Gemeinschaft, diese Geselligkeit, aber auch die Möglichkeit, gemeinsam etwas zu bewirken. Es ist toll, wie viel Spaß alle haben.“

Die strahlenden Gesichter bekommt sonst jede Woche ihre eigentliche Trainerin Anne Reiff zu sehen. Die Heilerziehungspflegerin hat selbst Fußball gespielt und ist immer froh über ihre Arbeit mit dem Team. „Es ist ein reines Gefühl, auch weil man so einmal aus dem Alltag herauskommt“, sagt Reiff über ihre Arbeit mit der Gruppe. Sie begleitete die Frauen im Juni noch zu den Special Olympics im Saarland. „Unsere Mädels haben sich total auf den Besuch von Inka Grings gefreut und konnten es kaum abwarten“, bestätigt die Trainerin.

Ähnlich wie Grings betont Reiff das Zusammensein auf dem Fußballplatz und dessen Stellenwert für alle – gerade weil die Spielerinnen zum Teil aus unterschiedlichen Werkstätten zusammenkommen und sich beim Fußball austauschen können. Anders als bei anderen Fußballteams liege der Fokus hier stärker auf den individuellen Bedürfnissen der Spielerinnen. „Man braucht für diese Aufgabe schon eine gewisse Empathie“, erklärt Reiff.

Ein konkretes Ziel gibt die Trainerin für die Deutsche Meisterschaft in Duisburg nicht aus – auch wenn die Hephata-Auswahl, die in diesem Jahr erneut das Bundesland Nordrhein-Westfalen vertreten darf, in den vergangenen Jahren mehrfach gut abgeschnitten hat. „Trotzdem gehen die Spielerinnen schon mit Ehrgeiz an die Sache heran“, sagt Trainerin Anne Reiff. Im Vordergrund stehe aber auch der Austausch mit den anderen Werkstätten. So stehen die Spielerinnen aus Mönchengladbach teilweise über die sozialen Medien mit den Spielerinnen aus anderen Bundesländern in Kontakt.