2026-03-13T07:45:35.464Z

Interview

Wenn der Keeper zum Knipser wird: Das Wochenende der Torwart-Tore

Zwei Torhüter werden am Wochenende in der Nachspielzeit zu Helden

von Benedikt Hitze · Heute, 11:29 Uhr · 0 Leser
Keeper Can Hamidovic (li.) vom BV Drabenderhöhe traf genau so wie Torhüter Dominik Bolde vom SV Rot-Weiß Dünstekoven für seine Farben zum Ausgleich in der Nachspielzeit.
Keeper Can Hamidovic (li.) vom BV Drabenderhöhe traf genau so wie Torhüter Dominik Bolde vom SV Rot-Weiß Dünstekoven für seine Farben zum Ausgleich in der Nachspielzeit. – Foto: Stefan Rein, Maxi Ellmer

Es sind diese Momente, für die Amateurfußball-Fans den Gang zum Platz lieben: Die Nachspielzeit läuft, der Keeper rennt mit nach vorne, und plötzlich brennt der Strafraum. Am vergangenen Wochenende passierte dieses seltene Spektakel gleich doppelt. Dominik Bolde (Rot-Weiß Dünstekoven) und Can Hamidovic (BV Drabenderhöhe) wurden für ihre Farben zu den Helden des Tages.

Der "Magnet-Kopf" aus Dünstekoven

Für Dominik Bolde von Rot-Weiß Dünstekoven war der Ausflug in den gegnerischen Sechzehner fast schon Routine. Während andere Torhüter froh sind, einmal im Leben zu treffen, war es für Bolde bereits der dritte Karrierestreich. An diesem Wochenende erlebte der Keeper aber auch ein Wechselbad der Gefühle. Sah er beim Gegentor noch unglücklich aus, konnte er seiner Mannschaft ganz spät noch den Punkt sichern.

Obwohl das Gefühl "geil" war, bewies er sofort seinen Fokus: „Ich dachte schnell nach hinten, da noch zwei Minuten zu spielen war. Da hätte man sogar noch den Siegtreffer erzielen können“, so Bolde pragmatisch. Seine Mitspieler nehmen ihn nach der Kopfball-Gala bereits auf die Schippe: Im Training heißt es nun, er habe einen „Magneten im Kopf“ und bei den Ecken habe bisher schlicht „nie der Richtige“ vorne gestanden. Für Bolde zählt neben dem Spaß auch das wichtige Unentschieden im Kampf um den Klassenerhalt: „Für uns war es ein wichtiger Punkt im Abstiegskampf.“

Blindes Glück in Drabenderhöhe

Ganz anders die Gefühlswelt beim BV Drabenderhöhe. Für Can Hamidovic war es das erste Tor seiner Laufbahn – und das auf spektakuläre Weise. In den Schlussminuten flog er bei einem Standard entschlossen in den Strafraum.

„Ehrlicherweise habe ich gar nicht gesehen, wie der Ball ins Tor ging“, gesteht Hamidovic lachend. „Ich bin einfach reingeflogen und habe mich auf den Aufprall fokussiert.“ Erst als er wieder festen Boden unter den Füßen hatte und das Netz zappeln sah, realisierte er die Sensation. Die anschließende Jubeltraube seiner Mitspieler beschreibt er als „unbeschreibliches Gefühl“.