
Jörg Koslowski wurde 2025 für seine Verdienste rund um den Fußball in seinem Heimatverein SuSV Heinbockel vom NFV Kreis Stade mit der silbernen Verdienstnadel ausgezeichnet. Nicht nur der 58-Jährige ist dem Fußball verfallen. Auch seine Frau Silke und die Töchter Neela und Enya sind aktiv dabei.
Es vergeht kaum ein Tag im Hause Koslowski, an dem keiner einen Fußballtermin auf dem Zettel hat. Jörg trainiert die Herrenmannschaft des SuSV Heinbockel mit zwischenzeitlicher Unterbrechung seit über 20 Jahren. „In der letzten Sommervorbereitung habe ich mich zweimal ins Tor gestellt, weil wir keinen Keeper hatten“, sagt der 58-Jährige grinsend. In der Herren Ü50 der ASSG Himmelpforten/Hammah/Heinbockel hat er noch immer eine tragende Rolle als Abwehrchef inne und holte mit seinem Team im Juni 2025 des vergangenen Jahres den Kreispokal.
Heinbockel stieg immer weiter ab
Neben seiner langjährigen Trainertätigkeit ist Kossi, wie er in Fußballerkreisen fast nur genannt wird, Fußballobmann und kreidet auch noch Woche für Woche den Platz auf der Heinbockeler Sportanlage. Der SuSV spielt seit einigen Jahren lediglich noch in der 3. Kreisklasse. Das sah zu aktiven Zeiten seines Trainers noch ganz anders aus. Jahrelang hielt man sich in der Bezirksliga, bis es über die Bezirksklasse und Kreisliga immer weiter runterging, nachdem das Gerüst der Mannschaft aus Altersgründen immer mehr wegbrach. „Einmal konnten wir noch Kreisligameister werden, aber immer mehr Spieler hörten dann auf. Jetzt versuchen wir, den Laden am Laufen zu halten und vielleicht irgendwann mal wieder in der 2. Kreisklasse zu spielen. Im Sommer kommen aber einige neue junge Spieler dazu“, so der 58-Jährige.
Die beste Zeit als aktiver Spieler hatte Jörg Koslowski, als er mit 15 Jahren aus Heinbockel nach Stade zum großen VfL wechselte und dort viele Erfolge in der Jugend feiern durfte, schließlich niedersächsischer Vizemeister mit den A-Junioren wurde. Fünf Jahre Herrenfußball folgten dann noch beim VfL unter legendären Trainern wie Frank Schembacher und Manfred Rabe. Landesliga, Verbandsliga – und schließlich gelang als Meister der Aufstieg in die Oberliga. Dieser erfolgreiche Weg gehört zu Jörg Koslowskis Fußball-Vita.

Zurück zum Heimatverein
In der damaligen 3. Liga war er dann allerdings nicht mehr dabei. Es ging zurück zum Heimatverein nach Heinbockel, wo nach der lange erfolgreichen Herrenzeit einige Jahre später mit der damaligen Ü32-Mannschaft beinahe noch der Kreispokalsieg geholt wurde, das Finale aber gegen die TuS Güldenstern Stade trotz Überzahl 0:2 verloren ging. „Schade, wir waren damals kurz davor, den großen Favoriten zu schlagen“, so Kossi. Bis vor knapp zehn Jahren spielte sein SuSV Heinbockel noch eigenständig im Ü40-Bereich, dann kam der Zusammenschluss mit dem MTV Hammah und dem MTV Himmelpforten in den Altersklassen Ü40 und Ü50. Von Verletzungen blieb der erfahrene Fußballer weitgehend verschont. „Einmal hatte ich mir das Sprunggelenk verletzt, ansonsten gab es nur kleinere Blessuren.“ Als negative Erlebnisse gibt er die eine oder andere Rote Karte an.

Kossis Ehefrau Silke spielt ebenfalls Fußball
„Das alles rund um den Fußball geht natürlich nur, wenn die Familie mitspielt. Meine Frau Silke ist aber auch fußballverrückt und fährt die Kinder oft zum Fußball“, sagt er. Und sie spielt auch schon sehr lange. „Angefangen hat es damals beim SV Burweg unter dem legendären, nicht mit mir verwandten Manfred „Goofy“ Koslowski als Trainer“, sagt die 47-Jährige, die einst in einem FuPa-Interview antwortete: „Ich bin schon so alt, dass die Schiedsrichter oder die Schiedsrichterinnen nicht mehr nach meinem Alter fragen.“ Über den FC Oste/Oldendorf ging es dann zurück ins Heimatdorf nach Heinbockel. Die Gründung der Frauenmannschaft trieb sie mit voran und konnte dort „alles, außer Torfrau“ spielen.
Ganz ohne Fußball geht es aktuell auch noch nicht. Jetzt wird bei den Ü30-Frauen des TSV Großenwörden gespielt. „Manchmal geben wir uns die Türklinke in die Hand“, sagt Silke Koslowski über die vielen fußballerischen Aktivitäten im Hause Koslowski.
Keine Überraschung: Beide Töchter spielen Fußball
Bei so viel Fußball bleibt es einfach nicht aus, dass beide Töchter ebenfalls dem Ball hinterherlaufen. Neela (13) spielt beim FC Oste/Oldendorf und Enya (11) hat gerade beim MTV Himmelpforten angefangen.
Für Papa Jörg gab es jetzt die verdiente Auszeichnung vom NFV Kreis Stade.