
Der SV Tanne Thalheim hat im Kampf um den Verbleib in der Sachsenliga ein wichtiges Lebenszeichen gesendet. Nach der herben Enttäuschung in der Vorwoche präsentierte sich die Mannschaft von René Wendler beim 0:0 gegen die Reserve des SC Freital stark verbessert. Vor 153 Zuschauern im Waldstadion entwickelte sich eine Partie, die zwar ohne Tore blieb, aber durch taktische Finesse und eine enorme Physis bestach.
Thalheims Trainer René Wendler hatte sein Team im Vorfeld auf ein neues System eingestellt, um der defensiven Instabilität der letzten Wochen zu begegnen – ein Plan, der voll aufging. „Die erste Halbzeit war ein Spiel auf Augenhöhe. Es war insgesamt ein intensives Spiel beider Mannschaften mit hohem Tempo, mit vielen Zweikämpfen, trotzdem alles fair“, bilanzierte Wendler nach dem Schlusspfiff. Die Gastgeber agierten aus einer kompakten Grundordnung und ließen den Gegner kaum zur Entfaltung kommen: „Wir haben das neue System perfekt umgesetzt, haben den Gegner kaum zum Spiel kommen lassen.“ Während sich Thalheim phasenweise zurückzog, um Freital herauszulocken und über Konter zum Erfolg zu kommen, blieben klare Torchancen auf beiden Seiten vor dem Seitenwechsel Mangelware.
Die Dramatik der Begegnung hob man sich für den zweiten Durchgang auf. Thalheim kam mit „ganz großem Schwung“ aus der Kabine und hätte bereits unmittelbar nach Wiederanpfiff in Führung gehen können, doch ein Abschluss aus spitzem Winkel landete lediglich am Pfosten. Nur zwei Minuten später bot sich die goldene Gelegenheit zur Führung, als der Unparteiische Arian Hamzehian nach einem Foul auf den Punkt zeigte. Jim Fischer trat an, scheiterte jedoch am Freitaler Schlussmann Nico Seppelt, der den Strafstoß parierte.
In der Folge entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, in dem auch die Gäste ihre Möglichkeiten zur Entscheidung suchten. Die Thalheimer Defensive, in den Vorwochen noch der Schwachpunkt, hielt jedoch stand. Anton Wendler klärte in höchster Not auf der Torlinie, und Torhüter Mario Seidel bewahrte sein Team mit zwei „großartigen Paraden“ vor einem Rückstand. „Man muss sagen, das Unentschieden ist gerecht“, resümierte Wendler, der den Zähler als moralischen Erfolg wertet: „Uns hilft der Punkt. Wir haben wieder ein ganz anderes Gesicht gezeigt.“
In der Tabelle bleibt die Situation für den Aufsteiger dennoch hochemotional. Mit 23 Punkten belegt Thalheim Rang zwölf und hält damit einen hauchdünnen Vorsprung von zwei Zählern auf den SV Lipsia Eutritzsch und den SV Tapfer Leipzig (beide 21 Punkte), die sich auf den Plätzen 13 und 14 drängen. Besonders die Diskrepanz zwischen Heim- und Auswärtsauftritten bleibt das zentrale Thema im Erzgebirge. Wendler fand hierzu deutliche Worte: „Wenn wir ein Drittel dieser Spiele mit der Einstellung und Leidenschaft, die wir zu Hause abliefern, auswärts gemacht hätten, wären wir wahrscheinlich schon durch. So müssen wir weiter sammeln.“
Der Fokus richtet sich nun auf das kommende Wochenende, wenn das „Schlüsselspiel“ bei Tapfer Leipzig ansteht. Die Leipziger bewiesen zuletzt mit einem Sieg gegen Fortuna Chemnitz ihre aufsteigende Form. „Es wird intensiv, es wird ein anderes Spiel auf großem Feld“, blickt Wendler voraus. Das Ziel für den 26. Spieltag ist klar definiert: Den Abstand zur direkten Konkurrenz wahren und die Basis für den Klassenerhalt in den verbleibenden fünf Partien festigen.