
Wiesbaden. Manchmal passt es einfach richtig gut. Nicht nur für einen überschaubaren Zeitraum, sondern über eine Dekade. Das trifft beim Fußball-Verbandsligisten SV Wiesbaden auf Yildirim Sari zu. Zehn Jahre stehen auf seinem Tacho beim Sportverein, zwei weitere werden folgen. „Er hat ein Gespür für Spieler, die nicht jeder auf dem Radar hat“, weiß Clubchef Markus Walter um eine Eigenschaft des Sportchefs, der 2016 beim SVW eingestiegen ist. Es war das Jahr, als sich der Traditionsverein nach dem freiwilligen Rückzug aus der Hessen- in die Gruppenliga neu aufstellte.
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Seitdem arbeitet Sari eng mit Walter zusammen, zwei Jahre später kam Trainer Daniel Löbelt hinzu. Das Duo wurde zum Dreigestirn, dessen vertrauensvolles Miteinander auch durch die Zeit in der Kreisoberliga nicht litt. Über die Gruppenliga ging es unter Löbelt 2024 zurück in die Verbandsliga. In der im ersten Jahr Rang zehn heraussprang. Auf diesem Rang überwintert das Team in diesem Winter, bevor es ab 1. März mit der Partie bei SF/BG Marburg in die Liga-Endphase geht. Daniel Löbelt sieht beim SVW in der Gesamtentwicklung noch nicht die Grenze erreicht, sagte kürzlich für seine Spielzeiten neun und zehn, sprich bis Mitte 2028, zu. Gleiches gilt nun für Yildirim Sari. Er hatte, in Einklang mit Walter und Löbelt, im Sommer 2025 einen Umbruch mit gleichzeitiger Verjüngung zu stemmen.

Die damaligen Zugänge Julian Bill, Aidan Harney und Pablo Romero Centeno stehen exemplarisch dafür, dass die Kader-Umgestaltung überwiegend mit jungen Spielern insgesamt - einschließlich einer bewältigten Ergebnis-Durststrecke - gut gelungen ist. Auch die Ex-Biebricher Yassin Khamal und der bislang allerdings vom Verletzungspech geplagte Kevin Faro zählen dazu. Sowie Defensiv-Routinier Jan Rodwald. Yildirim Sari sei auf vielen Plätzen unterwegs, um junge Rohdiamanten zu finden, streicht Markus Walter heraus, der seinerseits als Coach der D1 das derzeit älteste Nachwuchsteam coacht. Eine außer Konkurrenz spielende C-Jugend kommt nun hinzu, ab 2026/27 soll sie fest im Spielbetrieb integriert werden. Der Weg zu einer A-Jugend, mit der Eigengewächse für den Männerbereich generiert werden können, ist demnach lang. Doch für Markus Walter ist dieser Weg alternativlos. Auf jeden Fall ist dabei der Spürsinn von Yildirim Sari weiter gefragt.