
Am kommenden Wochenende steht in der Bezirksliga Weser-Ems ein echtes Topspiel an: Union Lohne empfängt Weiße Elf Nordhorn. Es ist nicht nur das Duell des Tabellendritten gegen den Fünften – beide Teams gehen auch mit breiter Brust in diese Partie. Lohne ist noch ungeschlagen, während die Weiße Elf nach einem Fehlstart zuletzt zehn Punkte aus vier Spielen holte und dabei ein deutliches Ausrufezeichen setzte. Nervös wird Union Lohne derzeit wohl kaum sein – doch an die erste Niederlage nach zehn Siegen in Serie, zugefügt von der Weißen Elf in der Vorsaison, wird man sich in Lohne noch gut erinnern. Weiße Elf-Trainer Frank Westerink spricht mit uns über den unglücklichen Saisonstart, das starke Comeback und wie sich die Geschichte der vergangenen Spielzeit wiederholen soll.
Weiße-Elf-Trainer Frank Westerink blickt im Vorfeld selbstkritisch auf die ersten Wochen zurück. „Wir sind denkbar schlecht in die Saison gestartet, haben aber auch eine sehr maure Vorbereitung getätigt. Dementsprechend gab es dann auch gleich die Quittung mit den beiden Niederlagen gegen Emsbüren und Schwefingen und dazu auch das Pokal-Aus in Veldhausen“, erklärt der Coach.
Die Konsequenz: frühe Sorgen im Tabellenkeller. „Wir waren frühzeitig unten im Abstiegsstrudel, auf den Abstiegsplätzen. Ich habe von meiner Truppe gefordert, dass wir uns da herauskämpfen.“ Genau das setzte die Mannschaft eindrucksvoll um. Über Kampfgeist und Leidenschaft kam Nordhorn Schritt für Schritt wieder zurück in die Spur.
Nach der Wende gegen Salzbergen und einem hart erkämpften Sieg in Veldhausen nahm das Selbstvertrauen zu. Gegen den SV Langen zeigte die Weiße Elf dann ihr ganzes Offensivpotenzial. „Auch hier hatten wir erst den Rückstand wegzustecken, den wir dann aber binnen vier Minuten ausgleichen konnten“, so Westerink. Danach folgte eine Demonstration: Bereits zur Pause stand es 4:1, am Ende hieß es 7:1.
Besonders im Fokus: Pascal Rode, der derzeit mit sieben Treffern an der Spitze der Liga-Torschützenliste steht – gemeinsam mit Jan-Hendrik Wecks (SG Freren). „Schon kam neben dem Spielglück auch wieder unsere Qualitäten zum Vorschein, nämlich das schnelle Tempospiel nach vorne hin. Pascal war da federführend“, lobt Westerink seinen Schützling.
Nun wartet mit Union Lohne allerdings ein ganz anderes Kaliber. Die Mannschaft von Dennis Brode ist mit elf Punkten aus fünf Spielen Dritter, hat zudem ein Spiel weniger absolviert und ist noch ungeschlagen. „In Lohne erwartet uns eine Mannschaft, die qualitativ noch besser ist als letzte Saison. Sie haben die Schwachpunkte, die sie hatten, durch gute Neuzugänge wettgemacht“, sagt Westerink.
Auch der Ausfall von Spielertrainer Dennis Brode fällt kaum ins Gewicht, denn die Breite im Kader stimmt. Besonders gefährlich: Routinier Dennis Tengen, der trotz Verletzungshistorie weiter treffsicher bleibt. „Er hat so viel Qualität, dass das selbst dann für die Bezirksliga noch reicht, um die Tore zu machen. Im letzten Spiel hat er auch wieder zwei erzielt. (3:1 gegen Bad Bentheim)
Ein besonderes Detail verleiht dem Duell zusätzliche Brisanz: In der Vorsaison war es ausgerechnet die Weiße Elf Nordhorn, die Lohne nach zehn Siegen in Serie die erste Niederlage zufügte. Westerink erinnert sich: „Im letzten Jahr war es halt die Überraschung, dass wir sie vorne schon attackiert haben. Mal gucken, wie wir es dieses Jahr bewerkstelligen.“
Im eigenen Kader muss Nordhorn auf Akteure wie Justin Löffler, Paul Wolbert und Sven Vennegerts verzichten. Dennoch ist Westerink optimistisch, denn die Breite des Aufgebots erlaubt Alternativen. „Vielleicht kommt einer jetzt am Mittwoch oder Freitag im Training mit einer großen Überraschung und bietet sich für die Startelf in Lohne an. Aktuell haben wir die Qual der Wahl und können aus dem Vollen schöpfen.“
Das Duell zwischen Union Lohne und Weiße Elf Nordhorn verspricht damit ein echtes Spitzenspiel: Der ungeschlagene Tabellendritte trifft auf einen Gegner, der nach durchwachsenem Start nun richtig in Fahrt gekommen ist. Für beide Seiten gilt: Ein Sieg könnte ein echtes Signal im Aufstiegskampf setzen. Anpfiff ist dann am Sonntag um 14:30 Uhr in Lohne.