
Vorentscheidung im Tabellenkeller der Bezirksliga Staffel 1? Während der Türkische FC Köln durch einen knappen 2:1-Erfolg beim Schlusslicht SC Brühl wieder am rettenden Ufer schnuppert, scheint für die Schlossstädter der Gang in die Kreisliga bei nun zwölf Punkten Rückstand kaum noch abwendbar.
Es war das klassische Duell „Letzter gegen Vorletzter“, bei dem für die Hausherren wohl die letzte realistische Chance auf den Turnaround bestand. Es entwickelte sich eine Partie, in der die Gäste aus Köln ihre individuelle Klasse zunächst besser auf den Platz brachten. Tugra-Süleyman Koc erzielte kurz vor der Pause die Führung (43.), ehe Gavin Kamp im zweiten Durchgang auf 0:2 stellte (68.). Der Anschlusstreffer durch einen Foulelfmeter von Sven Steimels in der Nachspielzeit (90.+3) kam für die Brühler zu spät.
Trotz der Niederlage zeigte sich Brühls Coach Taner Durdu (56) nach der Partie keineswegs unzufrieden mit dem Auftreten seiner Elf, die aufgrund eines massiven Umbruchs mit einfachsten Mitteln zusammengestellt werden musste. „Es war deutlich mehr drin. Man darf nicht vergessen: Unser Kader besteht überwiegend aus U19-Spielern. Dazu haben wir einige Akteure aus der zweiten und dritten Mannschaft hochgezogen, damit wir überhaupt elf Mann zusammenbekommen. Und dafür muss ich meiner Mannschaft ein riesiges Kompliment machen“, betonte Durdu.
Der 56-jährige Übungsleiter sah sein Team sogar im Vorteil, was die Spielanteile betraf: „Die Jungs haben die taktischen Vorgaben zu hundert Prozent umgesetzt. Sie haben mit Leidenschaft, Biss und Gier gespielt und richtig gut dagegengehalten. Am Ende verlieren wir mit etwas Pech 1:2. Ich finde, drei Punkte wären aufgrund des Spielverlaufs gerechter gewesen als das 2:1 für den TFC.“
„Unsere Jungs kommen aus der U19-Bezirksliga sowie aus der zweiten und dritten Mannschaft. Wenn man das berücksichtigt, kann man wirklich mit Stolz sagen: Diese Mannschaft ist intakt. Und wir planen ohnehin perspektivisch für die kommende Saison“, so das Fazit des Trainers.
Für den TFC Köln war dieser Dreier überlebenswichtig, da das rettende Ufer nun nur noch einen mickrigen Zähler entfernt ist. In Brühl hingegen scheint man sich mit der sportlichen Situation arrangiert zu haben und richtet den Blick bereits auf den Neuaufbau in der kommenden Spielzeit.
In einer vor allem in der ersten Halbzeit ereignisreichen Bezirksliga-Partie teilten sich der Heiligenhauser SV und der FC Rheinsüd Köln die Punkte. Die Hausherren erwischten einen Blitzstart: Bereits nach drei Minuten zappelte der Ball im Netz, als Lucas Musculus zur frühen Führung für Heiligenhaus traf. Rheinsüd brauchte eine Weile, um in die Spur zu finden, glich aber durch Yann Nguemo (24.) aus. Die Freude der Kölner währte jedoch nur kurz, da Moritz Haubrich die Gastgeber in der 30. Minute erneut in Front brachte. Kurz vor dem Pausenpfiff war es Jannik Rene Eßer, der den 2:2-Endstand markierte (43.).
Rheinsüd-Trainer Stefan Krämer (39) analysierte nach dem Abpfiff kritisch den Beginn seiner Elf: „Es war das erwartet schwere Auswärtsspiel. Wir haben die Anfangsphase komplett verschlafen und waren in der ersten Viertelstunde nicht wirklich präsent. Nach drei Minuten steht es schon 1:0 für Heiligenhaus.“ Der Gegner habe sein Team „relativ hoch unter Druck gesetzt“, dennoch lobte Krämer die Moral seiner Mannschaft: „Positiv ist, dass wir jeweils gut reagiert haben. Aber um so ein Spiel zu gewinnen, müssen wir am Ende besser gegen den Ball arbeiten, damit wir nicht zweimal in Rückstand geraten. Dieser zusätzliche Aufwand, das Spiel immer wieder ausgleichen zu müssen, kostet unglaublich viel Energie.“
In der zweiten Halbzeit übernahm der Tabellefünfte zunehmend das Kommando, konnte den Siegtreffer jedoch nicht mehr erzwingen. „Die erste Halbzeit war noch ausgeglichen, die zweite ging klar an uns. Allerdings haben wir es nicht geschafft, die ganz großen Torchancen herauszuspielen“, so Krämer. Trotz viel Ballbesitz und einer ordentlichen Leistung im Angriffsdrittel fehlte die letzte Präzision.
„Am Ende hat der letzte Punch gefehlt – der entscheidende Pass oder die letzte Konsequenz, um die Großchance oder das Tor zu erzielen“, bilanzierte der 39-Jährige und fügt hinzu: „Unter dem Strich waren wir, gemessen an der zweiten Halbzeit, näher dran am Sieg. Aber Heiligenhaus hat gut dagegen gearbeitet und sich den Punkt verdient.“ Während Heiligenhaus damit einen wichtigen Zähler im gesicherten Mittelfeld verbucht, will Rheinsüd in der kommenden Woche zu Hause „noch einmal eine Schippe drauflegen“.
"Wir haben eine gute erste Halbzeit gespielt und sind zweimal in Führung gegangen. Umso ärgerlicher ist es, dass wir kurz vor der Pause erneut naiv den Ausgleich kassieren. Da müssen wir einfach cleverer agieren und die Führung mit in die Kabine nehmen", resümiert HSV-Coach Andy Esins, der mit der Punkteteilung am Ende aber leben kann: "In der zweiten Halbzeit war Rheinsüd dann leicht überlegen und hatte etwas mehr Spielanteile. Insgesamt geht das Unentschieden deshalb für beide Mannschaften in Ordnung."
Keinen Sieger gab es im Duell zwischen der SpVg Rheindörfer und Germania Zündorf. Während die Hausherren durch das 1:1-Remis den Sprung auf den vierten Tabellenplatz verpassten, reichte den Gästen der Teilerfolg, um hauchdünn auf einen Nichtabstiegsplatz zu klettern.
Es war eine umkämpfte und teilweise zerfahrene Partie. Nach einer torlosen ersten Halbzeit war es Dennis Kuhn, der die Rheindörfer in der 60. Minute mit 1:0 in Front brachte. Doch die Freude im Lager der Mannschaft von Sebastian Tillmann währte nicht allzu lange: Der zur Pause eingewechselte Can Meiß bewies Nervenstärke und besorgte per Foulelfmeter den 1:1-Ausgleich (72.).
Für die Germania aus Zündorf, bei der Andreas Dick in der zweiten Halbzeit selbst als Spielertrainer ins Geschehen eingriff, ist dieser Punktgewinn im Überlebenskampf Gold wert. Dank des Remis steht die Dick-Elf nun ganz knapp über dem ominösen Strich.
Rheindörfer-Coach Sebastian Tillmann (35) blickte nach dem Schlusspfiff mit gemischten Gefühlen auf das Ergebnis: „Unterm Strich nehmen wir den Punkt mit, auch wenn wir uns vor dem Spiel mehr vorgenommen hatten. Aber genau das zeigt aktuell die Bezirksliga: Jeder Gegner ist gefährlich, wenn man nicht an sein Limit geht – und Zündorf hat uns das deutlich aufgezeigt.“
Der 35-Jährige sah eine Begegnung, in der die spielerische Linie auf beiden Seiten oft fehlte, lobte jedoch die Einstellung seiner Truppe. „Das Spiel war über weite Strecken sehr wild, und wir haben es zu selten geschafft, Ruhe und Kontrolle hineinzubringen. Trotzdem muss ich meiner Mannschaft ein großes Kompliment machen: Einsatz, Leidenschaft und Wille haben absolut gestimmt. Die Jungs haben sich in jedes Duell geworfen und bis zum Schluss alles investiert. Genau diese Mentalität ist die Grundlage für unser Spiel“, so Tillmanns Resümee.
Spitzenreiter SpVg Deutz 05 hat im Heimspiel gegen den CfB Ford Niehl einen Rückschlag im Aufstiegsrennen gerade noch abgewendet. Erst in der dritten Minute der Nachspielzeit rettete Severin Krayer den Hausherren einen Punkt, nachdem die ersatzgeschwächten Gäste aus Niehl lange wie der sichere Sieger aussahen. Durch das Remis rückt die Tabellenspitze extrem eng zusammen – Deutz und den Rangdritten Südwest Köln trennt nur noch ein Zähler.
Vor den Augen von Schiedsrichter Lukas Fischer entwickelte sich zunächst eine Partie, in der die Gäste den Ton angaben. In der 37. Minute brachte Mehdi Reichert den CfB per Foulelfmeter mit 1:0 in Führung. Deutz-Trainer Hannes Diekamp (38) fand nach dem Abpfiff deutliche Worte für den Auftritt seiner Elf vor dem Seitenwechsel: „Die erste Halbzeit war von uns eine Katastrophe, das muss man ganz offen und ehrlich sagen.“
Nach der Pause steigerte sich der Tabellenführer deutlich und drückte auf den Ausgleich, während Niehl mit allen Mitteln verteidigte. „In der zweiten Halbzeit haben wir uns dann sechs oder sieben Großchancen erspielt, aber leider nur ein Tor gemacht. Das ist sehr, sehr bitter“, bilanzierte Diekamp und fügt hinzu: „Wir haben uns heute selbst geschlagen. Mit nur ordentlichen 45 Minuten wäre heute deutlich mehr drin gewesen. Aber ich hoffe, dass jetzt jeder verstanden hat, dass es mit 50, 60 oder 70 Prozent Einstellung nicht funktioniert.“
Auf der Gegenseite herrschte trotz des Punktgewinns beim Favoriten gedrückte Stimmung. Niehl war mit einer absoluten Notbesetzung angereist. Trainer Dogan Oymak (39) zollte seinem Team dennoch ein riesiges Lob: „Wir hatten heute nur zwölf Senioren zur Verfügung, der Rest kam aus der A-Jugend, zwei davon direkt in der Startelf. Wenn man die Kadersituation berücksichtigt, hätte wahrscheinlich kaum jemand mit einem Punkt gerechnet. Umso bitterer ist es, das Tor in der letzten Sekunde zu kassieren.“
Niehl verteidigte die Führung mit „enormer Lauf- und Einsatzbereitschaft“, ehe Krayer in der 93. Minute doch noch zum 1:1-Endstand zuschlug. „Das war wirklich extrem bitter. Nach dem Gegentor lassen wir gegen Deutz in der Schlussphase noch zwei hundertprozentige Chancen liegen – da wäre definitiv mehr drin gewesen“, so Oymak. Er hob besonders die taktische Leistung im ersten Durchgang hervor: „Wir haben in der zweiten Zone unglaublich viele Bälle gewonnen und ein richtig gutes Spiel gegen den Ball gemacht. In der letzten Zone hat uns dann aber die letzte Konsequenz und Zwingendheit gefehlt.“
Während Deutz am kommenden Wochenende gegen Zündorf ein „ganz anderes Gesicht zeigen“ will, verschärft sich in Niehl die Personallage zusehends. Oymak blickt mit Sorgenfalten auf die kommenden Aufgaben: „Der Kader wird jetzt noch dünner. Wir haben heute wieder ein bis zwei neue Verletzte dazubekommen – langsam gehen mir die Optionen aus.“
Nach der Niederlage in Hürth musste die DJK Südwest Köln auch gegen den TV Hoffnungsthal eine bittere 2:3-Heimpleite einstecken. Damit rutschen die Kölner auf den dritten Tabellenplatz ab, während die Gäste vom Bergsegen die Pleite der Vorwoche vergessen machen.
Vor rund 70 Zuschauern entwickelte sich von Beginn an eine muntere Partie. Während Hoffnungsthal durch Moritz Petzke früh den Pfosten traf, gingen die Hausherren in Führung. Hannes Laege brach über rechts durch und bediente Nikolai Piorkowski, der zum 1:0 einschob (20.). Doch die Führung gab der DJK keine Sicherheit. Erst glich Gian-Luca Sanzone per Kopf nach einer Ecke aus (38.), dann drehte Anton Musculus die Partie nach einem Angriff über links zum 1:2 (44.). Die Antwort der Hausherren folgte prompt: Moritz Berger traf noch vor dem Pausenpfiff per Seitfallzieher zum 2:2-Ausgleich (45.).
Südwest-Coach Daniel Errens (38) war nach der Partie bedient: „Wir verlieren 2:3 gegen ein gutes und starkes Hoffnungsthal. Uns war bewusst, dass das eine schwierige Aufgabe wird und dass Hoffnungsthal in der Lage ist, jeden Gegner zu schlagen. Dafür braucht es eine Leistung an der Leistungsgrenze – und die konnten wir heute über 90 Minuten nicht abrufen. Deshalb stehen wir am Ende mit leeren Händen da.“
Besonders der entscheidende Gegentreffer in der 58. Minute schmerzte, als Anton Musculus einen Patzer in der Kölner Hintermannschaft zum 2:3-Endstand nutzte. Errens analysiert: „Nach einer eigentlich gewonnenen Balleroberung unterläuft uns ein individueller Fehler, wir schießen unseren eigenen Innenverteidiger an, der Ball landet vor den Füßen des Hoffnungsthalers und der Stürmer bleibt bei seinem zweiten Alleingang cool.“ In der Folge rannte Südwest an, doch ein Powerplay in der Schlussphase blieb ohne Ertrag. „Die Chancen zum Ausgleich waren da, aber aktuell gehen diese Bälle nicht so rein wie noch in der Hinrunde“, so der DJK-Trainer.
Auf der Gegenseite herrschte Jubel über die gezeigte Reaktion. Maciek Gawlik, der sportliche Leiter des TVH, sah eine „spielerisch stärkere“ Leistung in der ersten Hälfte. In der Schlussphase musste der TVH jedoch zittern und sich auf seinen Schlussmann verlassen. „Die letzten 25 bis 30 Minuten gehen klar an Südwest. Zwei- bis dreimal können wir uns bei unserem Torwart bedanken, der stark hält“, lobte Gawlik Keeper David Jäckel. „Wir sind sehr froh über die drei Punkte – das tut richtig gut. Großen Respekt an die Leistung der Jungs.“
Während der TV Hoffnungsthal mit dem Sieg Anschluss an das obere Tabellendrittel hält, liegt die DJK Südwest nun einen Punkt hinter dem neuen Führungsduo Deutz 05 und Schönenbach. Errens bilanziert nüchtern: „Uns fehlen aktuell ein paar Prozent, um diese engen Spiele für uns zu entscheiden. Wir brauchen jetzt wieder ein Erfolgserlebnis für die ordentlichen Leistungen, die wir zeigen.“
Nach der bitteren Niederlage gegen Bergfried rehabilitiert sich der SV Schönenbach in einem wilden Schlagabtausch gegen den FC Hürth II. Mit dem knappen 5:4-Sieg springt die Siebertz-Elf auf Rang zwei und bleibt dem Tabellenführer Deutz 05 ganz dicht auf den Fersen.
Wer am Sonntag zu spät kam, hatte schon einiges verpasst: Bereits nach drei Minuten brachte Delord Unzola die Hausherren in Front, ehe Davin Dresbach nur vier Zeigerumdrehungen später auf 2:0 stellte (7.). Die Gäste aus Hürth, die zuletzt den Tabellenführer Südwest geschockt hatten, zeigten sich jedoch wenig beeindruckt und verkürzten durch Noah Neuhaus auf 1:2 (24.).
Nach dem Seitenwechsel schien Schönenbach den Sack zuzumachen, als Meikel Maik Harder unmittelbar nach Wiederanpfiff das 3:1 markierte (47.). Doch die Hürther Moral stimmte: Erneut Neuhaus (61.) und Philipp Klemp (68.) glichen die Partie innerhalb weniger Minuten zum 3:3 aus.
In der Schlussphase bewies Schönenbachs Trainer Matthias Siebertz ein glückliches Händchen: Der zur Pause eingewechselte Paul Mouele-Zinga avancierte mit einem Doppelpack (71./77.) zum Matchwinner. Zwar machte Noah Neuhaus mit seinem dritten Treffer des Tages die Partie noch einmal spannend (82.), doch der Ausgleich sollte dem FC Hürth II nicht mehr gelingen.
Hürths Trainer Thomas Frohn analysierte die ereignisreichen 90 Minuten offen: „Wir haben wieder ein echtes Spektakel erlebt – leider mit keinem guten Ausgang für uns. Wir hatten uns vor dem Spiel einiges vorgenommen, aber das war nach fünf Minuten schon über den Haufen geworfen. Nach einem Konter, den wir unbedingt vermeiden wollten, kassieren wir das 0:1. Kurz darauf bekommen wir nach einer Ecke direkt das 0:2.“
Besonders die Defensivleistung bei ruhenden Bällen stieß dem Übungsleiter sauer auf. „Die Mannschaft kommt zurück und wir gleichen zum 3:3 aus – die Moral war wirklich stark. Aber praktisch im Gegenzug bekommen wir das 3:4, später noch das 3:5. Defensiv waren wir als gesamte Mannschaft heute einfach nicht gut genug. Drei Gegentore nach Standards sind auf diesem Niveau zu viel – so wird es schwer, ein Spiel zu gewinnen“, so Frohn. Sein Fazit fiel trotz der vier erzielten Tore nüchtern aus: „Unterm Strich haben wir verdient nichts mitgenommen, weil wir uns die Gegentore vor allem bei Standards selbst eingebrockt haben.“
Ein ganz wichtiger Erfolg im Tabellenkeller: Der SV Bergfried Leverkusen hat das Sechs-Punkte-Spiel beim SC Schwarz-Weiß Köln mit 1:0 für sich entschieden. Während die Leverkusener den Vorsprung auf die Abstiegszone ausbauen, hadert SW-Coach Sven Müller mit der Disziplin seiner Mannschaft – und dem bereits zehnten Platzverweis in dieser Saison.
Zu Beginn der Partie war es der erwartete „Abnutzungskampf“. In einer zerfahrenen ersten Halbzeit hatten beide Teams mit Abspielfehlern zu kämpfen, wobei die Hausherren die dickeren Gelegenheiten verzeichneten. Bergfried-Keeper Maximilian Ueing verhinderte bereits in der neunten Minute aus kürzester Distanz einen Rückstand. Auf der Gegenseite wurde ein Treffer von Enes Yürük wegen einer Abseitsstellung nicht anerkannt.
Nach dem Seitenwechsel erhöhte Bergfried den Druck. Jan Fromke traf in der 48. Minute den Pfosten, kurz darauf vergab Yürük eine „tausendprozentige Chance“. In der 56. Minute schwächten sich die Kölner schließlich selbst: Giuliano Antonucci sah nach einer Unsportlichkeit die Gelb-Rote Karte.
In Überzahl übernahmen die Gäste das Kommando. In der 70. Minute verwertete Maik Maier eine Flanke von Timo Lutz per Kopf zum entscheidenden 0:1. „Danach bringen wir das Spiel souverän, stabil und abgeklärt über die Zeit“, bilanzierte Bergfried-Trainer Stefan Müller (45) sichtlich zufrieden. „Erster Auswärtssieg der Saison, zu Null gespielt, zweiter Sieg in Folge – wir sind richtig gut aus der Winterpause gestartet.“ Trotz einer späten Ampelkarte für den eingewechselten Cedric Bergmann (90.+5) brachte Leverkusen den Sieg über die Linie.
Ganz anders die Gemütslage bei Schwarz-Weiß Köln. Trainer Sven Müller fand nach dem erneuten Platzverweis und dem Sturz auf einen Abstiegsplatz deutliche Worte für sein Team: „Was uns aktuell das Genick bricht, ist aber etwas anderes. Es reicht einfach nicht, wenn wir uns Woche für Woche selbst schwächen. Wenn wir unnötig mit dem Schiedsrichter diskutieren, bis wir Gelb sehen. Wenn wir absichtliche Handspiele im Mittelfeld haben. Wenn wir Gegenspieler blind umrennen. Oder wenn wir die fünfte Gelbe Karte wegen Meckerns kassieren.“
Besonders die mangelnde Einsicht einiger Akteure erzürnte den Coach: „Wir haben scheinbar zu viele Spieler, die immer das letzte Wort gegenüber dem Schiedsrichter haben wollen. Ich weiß nicht, was da teilweise in den Köpfen vorgeht. Aber wenn man sich Woche für Woche selbst dezimiert, über 30, 40 oder 50 Minuten in Unterzahl spielt – und das gefühlt in jedem Spiel – dann wird es einfach nichts.“ Für die kommenden Wochen kündigte Müller Konsequenzen an: „Da müssen wir einen deutlich ernsteren Ton anschlagen und die Jungs in die Pflicht nehmen. Jeder muss sich hinterfragen, ob er im Mannschaftssport richtig ist, wenn er es nicht schafft, in solchen Situationen einfach mal den Mund zu halten.“
Der SSV Jan Wellem hat einen glanzlosen 2:0-Heimerfolg gegen den SV Frielingsdorf eingefahren. Trotz des Sieges und dem Anschluss an die Tabellenspitze ging Trainer David Gsella nach dem Schlusspfiff mit der Leistung seiner Mannschaft ins Gericht.
Den besseren Start erwischte dennoch die Heim-Elf. Maximilian Büsch besorgte in der 18. Minute die 1:0-Führung für den SSV. In der Folge drängten die Gäste aus Frielingsdorf auf den Ausgleich, scheiterten jedoch immer wieder an der eigenen Chancenverwertung oder am glänzend aufgelegten Jan-Wellem-Schlussmann Kiril Chosov. Erst spät in der Partie sorgte der eingewechselte Phil Kramer (82.) für die Entscheidung zum 2:0-Endstand.
Obwohl die drei Punkte im Aufstiegsrennen für den Tabellenvierten extrem wertvoll sind, überwog bei David Gsella (43) die Unzufriedenheit über den spielerischen Auftritt. „Heute hat nicht die bessere Mannschaft gewonnen, das muss man ehrlich sagen. Wir hatten sehr viel Glück. Der Gegner hat mehrere klare Torchancen liegen gelassen, und unser Torwart hat zwei- bis dreimal stark gehalten“, bilanzierte ein kritischer Gsella nach der Partie.
Der Trainer sah über die gesamte Distanz keinen Rhythmus in seinem Team: „Wir sind eigentlich nie richtig gut ins Spiel gekommen. In der einen oder anderen Situation hatten wir wirklich Glück. Gott sei Dank machen wir unsere zwei Tore – und die waren auch ordentlich herausgespielt. Aber die Art und Weise, wie wir heute aufgetreten sind, entspricht nicht meinen Vorstellungen.“
Trotz der spielerischen Mängel hat Jan Wellem durch den Dreier den Rückstand auf das Führungsduo Deutz und Schönenbach verkürzt. „Am Ende zählen die drei Punkte. So schnell kann es gehen – plötzlich sind es nur noch sechs Punkte Rückstand auf Platz eins. Von daher nehmen wir die drei Zähler natürlich gerne mit. Mit der Leistung hingegen können wir heute nicht zufrieden sein“, so Gsella abschließend.