
Weinsheim. Es hatte sich abgezeichnet, jetzt ist es fix: Erfolgscoach Andy Baumgartner gibt nach dem letzten Spieltag am Sonntag sein Amt als Cheftrainer beim frisch gekürten Bezirksliga-Meister SG Weinsheim ab. Mit Hans-Peter Zimmermann steht sein Nachfolger schon fest.
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„Hans-Peter ist dem Verein schon sehr lange verbunden“, berichtet Weinsheims junger Vorsitzender Yannick Gans, einst selbst Spieler unter Zimmermann. „Er kennt die Entwicklung und die Qualität.“ Der 57-Jährige war schon zweimal als Trainer am Palmstein tätig. Bei seiner ersten Amtszeit verpasste Zimmermann den Aufstieg in die Landesliga West nur knapp, bei seiner zweiten schaffte er in der Serie 2016/17 den Aufstieg in die Bezirksliga. Der frühere Oberliga-Kicker der SG Eintracht Bad Kreuznach passt zu den Weinsheimern wie die Faust aufs Auge. „Hans-Peter liebt den Fußball und geht mit viel Spaß und Ehrgeiz an die Sache“, weiß der 33 Jahre alte Gans. „Da er aber schon ein paar Jahre aus dem Job draußen war, wird er zum Anfang hin von Andy Baumgartner unterstützt. Andy ist ein absoluter Profi in diesem Bereich und kann da sicher einiges mit auf den Weg geben. Dies ist aber auch nur möglich, weil sich beide sehr schätzen.“
Und zwar gegenseitig. „Ich halte wirklich viel von ihm“, sagt Baumgartner über Zimmermann. „Er ist ein ruhiger und sachlicher Trainer mit viel Sachverstand und enorm viel Erfahrung. Nach Weinsheim passt er sehr gut, weil er den Verein seit Jahrzehnten kennt und jeder ihn sehr schätzt.“
Auf die Frage, inwiefern er an Zimmermanns Verpflichtung beteiligt gewesen sei, antwortet Baumgartner: „Ich habe mich gegenüber dem Vorstand für ihn ausgesprochen. Danach kam es dann schnell zu einem Termin – und seiner Zusage.“ Baumgartner kann sich gut daran erinnern, wie der Mann aus Wallhausen vor neun Jahren die SGW-Kicker von der A-Klasse in die Bezirksliga führte – und nach dem Aufstieg noch ein Jahr lang in verantwortlicher Position wirkte.
Also: Der eine Erfolgscoach wird vom anderen beerbt. „Ich war genau zwei Jahre in Weinsheim und hänge wirklich sehr an den Jungs“, verrät Baumgartner. Unter ihm haben die Weinsheimer sich zweimal den VG-Pokal gekrallt. Sind in den Aufstiegsspielen zur Landesliga am TuS Bedesbach-Patersbach gescheitert. Feierten die Südwestmeisterschaft im Futsal. Und jetzt eben das Championat in der Bezirksliga. „Da war was los – und so was verbindet einen natürlich“, sagt Baumgartner. „Deshalb schmerzt der Abschied schon sehr.“ Auf den Meistertitel ist der 42-Jährige stolz wie Oskar. Stolz auf seine Mannschaft, stolz auf seinen Verein. „Ich freue mich für alle, die das erleben dürfen und ein Teil einer großen Familie sind“, sagt der frühere Verbandsliga-Coach des SC Idar. „Eine Meisterschaft spiegelt ein ganzes Jahr wieder – und auf diese Strecke waren wir einfach stark.“
Warum er jetzt „in Fußballrente“ geht? „Ich schaffe es einfach zeitlich nicht mehr. Durch das Amt als Bürgermeister in Merxheim kamen sehr viele Aufgaben hinzu – und der Aufwand in der Landesliga wird noch größer sein.“ Baumgartner betont: „Meine Familie kam immer zu kurz. Dafür möchte ich mehr Zeit haben. Es würde nicht meinem Anspruch an mich gerecht werden, wenn ich nicht 100 Prozent geben könnte.“