
Besnik Sabani gehört zu den Trainern in der Region, die eigentlich immer „unter Strom" standen. Seit seinem 28. Lebensjahr ist er ununterbrochen an der Seitenlinie aktiv − bis zu seinem Rücktritt in Stolberg zu Beginn dieser Saison. Grund genug für uns, einmal nachzufragen, was Sabani aktuell so macht.
Zum ersten Mal seit zwei Jahrzehnten erlebt der 38-Jährige, wie sich ein „normales" Wochenende anfühlt. „Ich genieße die Zeit aktuell sehr, das ist ein kostbares Gut", verrät er. Besonders sein Sohn profitiert von der neuen Freiheit: „Mein Sohn spielt selbst aktiv und freut sich, dass ich ihn öfters begleiten kann. Gerade die gemeinsamen Unternehmungen am Wochenende genießen wir sehr." Der Abschied aus Stolberg kam dabei für viele Überraschend, doch Sabani stellt klar, dass es keine Entscheidung gegen den Verein war: „Ausschlaggebend waren persönliche Gründe. Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen, hatte aber nichts mit dem Verein oder der Mannschaft zu tun." Mit dem nötigen Abstand blickt er heute gefestigt auf diesen Schritt zurück, der für ihn zu diesem Zeitpunkt unvermeidbar war.
Schon mit 28 Trainer geworden
Dass Sabani eine so lange Vita vorweisen kann, liegt an seinem frühen Start. Schon als aktiver Spieler war ihm klar, dass sein Weg an die Seitenlinie führt. In Weisweiler erhielt er mit gerade einmal 28 Jahren die Chance, erste Erfahrungen zu sammeln − der Startschuss für seine Karriere, die ihn durch die verschiedenen Ligen der Region führte. Natürlich ist ein Trainer seiner Kategorie auch in der Pause gefragt. Es gab bereits Anfragen, doch bisher hat es nicht zu „zu 100 Prozent" gepasst. Sabani ist heiß auf eine neue Aufgabe, aber er pokert nicht. Er hat einen klaren Anforderungskatalog für seinen nächsten Verein definiert.
Wer Besnik Sabani für ein neues Projekt gewinnen will, muss mehr bieten als nur eine sportliche Herausforderung. Nach zwei Jahrzehnten an der Linie hat der 38-Jährige eine sehr präzise Vorstellung davon entwickelt, wie eine erfolgreiche Zusammenarbeit aussehen muss.
Er fordert eine „klare Vision und langfristige Perspektive" sowie „Strukturen und Ziele, die zu meiner Coaching-Philosophie passen." Besonders wichtig ist ihm dabei die zwischenmenschliche Ebene und die Verlässlichkeit im Umfeld: „Ich erwarte Vertrauen und eine offene Kommunikation, einen regelmäßigen Austausch und transparente Entscheidungsprozesse. Ein faires Umfeld mit Unterstützung bei der Personalentwicklung und eine respektvolle Zusammenarbeit im Team sind für mich die Basis." Auch die sportliche Mitgestaltung ist für ihn ein zentraler Punkt: „Ich suche Möglichkeiten zur Weiterentwicklung und Einflussnahme auf den Spielstil und die Jugendarbeit." Trotz aller Ambition achtet er heute mehr denn je auf die Rahmenbedingungen: „Eine realistische Belastung und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind wichtig, um langfristig leistungsfähig zu bleiben."