
Was machst Du heute?
Das war eine schöne Überraschung, als Olaf Moll mich kontaktierte. Ich habe mich sehr gefreut, wieder was aus der alten Heimat zu hören. Und dann noch aus Zons, wo ich meine vier schönsten Fußball- und Feierjahre verbringen durfte. Heute wohne ich im schönen Bielefeld – ich weiß, das gibt’s doch gar nicht! Aber deswegen musste Olaf auch lange recherchieren bis er mich auffinden konnte… Ich habe zwei schon erwachsene Kinder und bin Lehrer für Sport und Spanisch an einer Gesamtschule. Das Unterrichten macht mir auch heute noch Spaß, aber die Umstände sind echt frustrierend und bescheiden. Sportlich habe ich schon lange nichts mehr mit dem Fußball zu tun, abgesehen von fünf Jahren als Fußballtrainer in der Mannschaft meines Sohnes. Seit 20 Jahren spiele ich auf Hobbyebene Volleyball, mache Fitnesstraining und bei jeder Gelegenheit im Sportunterricht aktiv mit. Ich bewege mich, also bin ich. Ansonsten lese ich viel Sachliteratur und versuche, nach 45 Jahren noch immer ohne Erfolg vernünftig Gitarre zu spielen. Und das Wichtigste sind wahrscheinlich die Wandertouren mit meinem ältesten Bruder. Einmal im Jahr geht es mit voller Ausrüstung inklusive Zelt in die Wildnis.
Du hast von 1992 bis 1996 für den FC Zons gespielt und zwei Aufstiege gefeiert: 1993 mit DFB-Pokalsieger Horst Feilzer in die Landesliga, 1995 mit Peter Vogel in die Verbandsliga. War Deine Zeit beim FC Zons die sportlich erfolgsreichste Zeit für Dich?
Die beiden Aufstiege und auch die Art und Weise, wie wir gespielt haben, waren schon stark. Wenn ich an meine Fußballzeit zurückdenke, dann hatte ich die schönste Zeit beim FC Zons, wo ich die Freude am Fußball wiedergefunden habe. Nach ambitionierten Jahren bei Fortuna Düsseldorf, wo ich auch den Profibetrieb im Training und bei Freundschaftsspielen kennenlernen durfte, kam erstmal ein Jahr zum Abgewöhnen bei meinem Heimatverein TSV Bayer Dormagen, so dass ich schon über das Aufhören nachgedacht hatte. Bis Frank Ritter, mit dem ich schon in Düsseldorf zusammengespielt hatte, den Kontakt zum FC Zons herstellte. Das war dann ein absoluter Volltreffer und hat mir meine schönste Fußballzeit beschert. Wir haben nicht nur tollen und erfolgreichen Fußball gespielt, sondern hatten auch Spaß wie Bolle. Ich erinnere mich da gerne an unvergessliche Mannschaftstouren.
Du warst einer der besten Verteidiger in der Region. Warst Du dennoch froh, Ausnahmestürmer wie Dirk Schneider, Frank Ritter, Andreas Pallasch und Edgar Hagedorn in Deinen Reihen zu haben statt gegen sie spielen zu müssen?
Auf jeden Fall. Es war gut, dass es nicht nur Typen wie mich auf dem Platz gab, sondern auch etwas filigranere, wie zum Beispiel Andreas Pallasch oder auch Torjäger wie Edgar Hagedorn und Dirk Schneider. Nur mit dem Bügeleisen im Schuh gewinnt man keine Spiele, wenn es vielleicht auch damals für einen guten Verteidiger ausreichte. Sensationell war die eine Aktion von Hotte Feilzer in der Landesliga. Wir haben katastrophal gespielt. Da hat sich der alte Mann mit den kaputten Knien eingewechselt, ein super Tor geschossen, eine Vorlage gegeben und sich wieder ausgewechselt. Und alles ohne Kommentar.
Hast Du heute noch Kontakte zu Mitspielern von damals?
Seit ich in Bielefeld gestrandet bin, habe ich leider nicht mehr viele Kontakte zu den Leuten von früher gehabt. Umso schöner war es, hier wieder etwas vom FC Zons und dem Umfeld zu hören. Und es wird in diesem Jahr ja wieder ein Treffen in Düsseldorf geben. Da wäre ich gerne dabei.
Der FC Zons musste gerade sein Team zurückziehen und ist in die Kreisliga B abgerutscht. Deine Meinung dazu?
Dass der FC Zons heute so da steht, ist wirklich traurig. Kaum vorstellbar in so einem tollen Umfeld. Aber ich denke, der Wind wird sich auch wieder in eine bessere Richtung drehen. Ich wünsche es dem Verein sehr.