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Was für eine Vita: RB Leipzig, FC Bayern, VfR Warbeyen

Loreta Lulaj ist Nationalspielerin des Kosovo und verstärkt das Mittelfeld des Frauenfußball-Zweitligisten. Ihren Arbeitsplatz hat sie künftig in Kevelaer.

von RP / Nils Hendricks · 27.07.2025, 20:00 Uhr · 0 Leser
Ein spannender Zugang des VfR Warbeyen: Loreta Lulaj.
Ein spannender Zugang des VfR Warbeyen: Loreta Lulaj. – Foto: Spielerprofil

Dass Zweitligist VfR Warbeyen auf der Suche nach neuen Spielerinnen gerne mal seine Fühler bis in die Niederlande ausstreckt, ist hinlänglich bekannt. Dass die Kontakte des Zweitliga-Neulings jedoch auch bis in die bayrische Landeshauptstadt München reichen, ist neu. Von den Drähten in den Süden der Republik haben die Verantwortlichen des Aufsteigers jetzt profitiert.

Aus München nach Warbeyen

Loreta Lulaj kommt vom FFC Wacker München, mit dem sie in der abgelaufenen Saison Platz drei in der Regionalliga Süd belegte. Nun freut sich die zentrale Mittelfeldspielerin, die beim FC Ingolstadt bereits Zweitliga-Erfahrung sammeln konnte, auf ihr neues Abenteuer am Niederrhein. „Jemand aus dem Umfeld des VfR Warbeyen hat mich als potenzielle Verstärkung vorgeschlagen, der Verein hat sich dann über mich schlau gemacht. Anschließend hat man sich bei mir gemeldet und mich gefragt, ob ich mir einen Wechsel vorstellen kann“, sagt die 22-Jährige.

Um ihr die Entscheidung zu erleichtern, wurden umfangreiche Vorkehrungen getroffen, damit Lulaj ihren Lebensmittelpunkt aus Oberbayern an den Niederrhein verlegen kann. Über einen weiteren Kontakt verschaffte der Verein der jungen Frau, deren Ausbildung zur Automobilkauffrau vor dem Abschluss steht, einen Job beim Autohaus Mercedes-Benz Herbrand in Kevelaer. Gemeinsam mit weiteren Neuzugängen, die ebenfalls nicht aus der Region stammen, soll sie in Kürze in eine Wohngemeinschaft einziehen.

„Man ist mir wirklich sehr entgegengekommen und hat mich nicht allein gelassen. Gerade weil der Verein sich von Anfang an so um mich gekümmert hat und mir unkompliziert einen Arbeitsplatz verschaffen konnte, war das Angebot für mich so interessant“, sagt die 22-Jährige. Nun möchte Loreta Lulaj den Vertrauensvorschuss in ihre sportlichen Fähigkeiten auf dem Platz zurückzahlen – am liebsten auf der Sechserposition. „Ich habe schon auf der Acht und der Zehn gespielt, aber eigentlich bin ich gelernte Sechserin. Ich sehe meine Stärken in meiner Spielintelligenz und Handlungsschnelligkeit“, sagt Lulaj, die gerne auch mal aus großer Distanz den Torabschluss sucht.

Kosovarische Nationalspielerin

Ihre Fähigkeiten konnte Lulaj bereits für namhafte Vereine unter Beweis stellen. Für die B-Juniorinnen des FC Bayern war sie in der Bundesliga Süd im Einsatz. Bei den Frauen spielte Lulaj mehrere Jahre für den FC Ingolstadt, unterbrochen durch einen kurzen Zwischenstopp bei der zweiten Mannschaft von RB Leipzig. Zuletzt war sie zwei Jahre lang Stammspielerin bei Regionalligist Wacker München.

Und dann ist Loreta Lulaj auch noch regelmäßig für die Nationalmannschaft des Kosovo im Einsatz. „Auf Vereinsebene habe ich eine gute Fußballausbildung genossen. In der ‚Natio‘ spiele ich, seit ich 17 bin. Ich habe schon viele Spiele bestritten und als Kapitänin der U17- und U19-Nationalmannschaft Verantwortung übernommen.“

Der VfR Warbeyen setzt vor allem auf die große Erfahrung, die Lulaj trotz ihres jungen Alters mitbringt. Sandro Scuderi konnte sich bereits ein gutes Bild von ihr machen. „Wir freuen uns sehr, dass sie unseretwegen einen neuen Lebensabschnitt am Niederrhein anfängt. Sie bringt Erfahrung mit, hat schon Zweitliga-Luft geschnuppert. Und ganz nebenbei ist sie eine tolle Persönlichkeit“, sagt der Warbeyener Trainer.

Seit Mittwoch wissen die Verantwortlichen und Spielerinnen des VfR Warbeyen zeitgenau, wann das Abenteuer in der Zweiten Bundesliga beginnt. Die Auftaktpartie beim VfL Bochum wurde auf Sonntag, 24. August, 14 Uhr, terminiert. Am dritten Spieltag bekommt es der VfR Warbeyen vor heimischem Publikum mit dem FC Ingolstadt zu tun. Loreta Lulaj wird dann in einige bekannte Gesichter blicken. „Ich kenne noch einige Spielerinnen. Darüber mache ich mir aber keine Gedanken – Gegner ist Gegner“, sagt sie.