2026-01-15T09:41:53.693Z

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Wenn er schießt, wird‘s gefährlich: Emil Kierdorf hat bereits zur Winterpause 15 Mal für den VfB Hallbergmoos getroffen.
Wenn er schießt, wird‘s gefährlich: Emil Kierdorf hat bereits zur Winterpause 15 Mal für den VfB Hallbergmoos getroffen. – Foto: Michalek

Was der VfB Hallbergmoos in den letzten 13 Spielen vorhat

Fußball Landesliga

Von Platz sechs aus nimmt Landesligist Hallbergmoos den Aufstieg ins Visier. Wir blicken auf die erste Saisonhälfte zurück – und schauen auf das, was nun kommt.

Hallbergmoos – Ein sechster Platz in einer Fußball-Tabelle sieht auf den ersten Blick nicht sonderlich hitverdächtig aus. Der VfB Hallbergmoos liegt als Landesliga-Sechster allerdings nur vier Punkte hinter Spitzenreiter Wasserburg – und hat außerdem noch ein Nachholspiel in der Hinterhand. Also deutet sich in der Zwischenbilanz durchaus eine spannende zweite Saisonhälfte an.

Der Leistungssprung: Es gibt für Fans des FC Bayern einen Satz, der sie noch immer zusammenzucken lässt: „Jeden Spieler jeden Tag besser machen.“ Der Satz kam einst von Jürgen Klinsmann – und die Entwicklung war bekanntlich eher andersherum. Die Hallbergmooser Trainer Andreas Giglberger, Andreas Kostorz und Mario Mutzbauer starteten ohne große Reden, sondern konzentrierten sich auf die Arbeit. Ergebnis: Sie machten jeden Spieler jeden Tag etwas besser (was für Vincent Kompany beim FC Bayern mittlerweile auch gilt).

Der Torjäger: In den vergangenen Jahren war das größte Problem des VfB die fehlende Tormaschine. Der eine oder andere Neuzugang zündete nicht, und andere Spieler, wie der hochveranlagte Fabian Diranko, waren oft verletzt. Emil Kierdorf kam als totaler Nobody von der U 19 des SV Waldeck Obermenzing und zündete wie eine Rakete. Schon in der Winterpause hat er die 15 Tore erzielt, die andere Topstürmer in einer gesamten Saison machen. Hinzu kommt, dass in Juwel Kierdorf noch eine Menge Potenzial steckt – eine gute Herausforderung für die drei Bessermacher-Trainer. Einziges Manko des Youngsters ist, dass er gerne mal nach 20 Minuten Gelb-Rot gefährdet auf Torejagd geht.

Die Lücke im Tor: Mit drei Torhütern ist der VfB in die Saison gestartet. Doch dieses Polster hielt nicht lange. Insbesondere, weil sich Stammkeeper Muck Riedmüller schwer verletzte, gerieten die Saisonziele bedrohlich ins Wanken. Vertreter Tobias Heckl hatte unglückliche Spiele, und hinzu kamen ebenfalls gesundheitliche Probleme. Zwischenzeitlich musste deshalb sogar Torwarttrainer David Hundertmark in den Kasten. Doch dann kam mit Henrik Regitnig so etwas wie ein „Teilzeit-Messias“. Der Ex-Profi ist ein guter Freund von Innenverteidiger Christian Wimmer und half zuverlässig bis zum Winter aus. Die Rückrunde startet Hallbergmoos mit dem wiedergenesenen Riedmüller sowie Rückkehrer Fabian Müske. Das war’s dann hoffentlich mit der Lücke im Tor.

Der Serienkiller: Zehn Spiele in Folge hatte die SpVgg Unterhaching II gewonnen. Damit setzen sich die Münchner Vorstädter zwischenzeitlich weit ab von den anderen Teams. Doch dann kam der VfB Hallbergmoos. Mit einem 4:2 in Unterhaching wurde der Thron des Primus angesägt. Und jetzt ist Haching nur noch Zweiter.

Die Ausgeglichenheit: Mit 56 geschossenen Toren (2,66 pro Spiel) ist der VfB immerhin die drittbeste Mannschaft der Liga. Die 38 Gegentore stellen eher einen Geht-so-Wert dar. Hallbergmoos hat zwar keine Überstatistik, aber einen brutal ausgeglichenen Kader. 26 Spieler wurden in den 21 Ligaspielen eingesetzt, 15 von ihnen verfügen bereits über einen Eintrag als Torschütze. Eine beeindruckende Kaderbreite.

Der Vorbereiter: Was Emil Kierdorf beim Torschuss ist, das ist Arian Kurmehaj beim letzten Pass. Der junge Offensivspieler hat sich beeindruckend entwickelt und als Mittelstürmer überzeugt. Besonders von der Außenbahn bereitet er Tore immer wieder richtig gut vor.

Die Dauerbrenner: Kein Spieler hat alle 21 Spiele mitgemacht. Spitzenreiter der Einsatzstatistik sind Moritz Sassmann, Arian Kurmhaj und Duje Vukman mit jeweils 20 Einsätzen. Von dem Trio hat Vukman bei 14 Ein- sowie sechs Auswechslungen in keinem Match Anpfiff und Abpfiff auf dem Platz erlebt. Die meisten Spielminuten (1538) stand Spielertrainer Andreas Kostorz bei seinen 18 Einsätzen auf dem Feld. Jonas Mayr (1507 Minuten) hätte ihn ohne seine zwei Platzverweise überholen können.

Die Heimstärke: Nach zuletzt eher mageren Jahren und einer grausamen Rückrunde 2024/25 wollte der VfB den Leuten wieder Argumente liefern, mit Freude in das schmucke Stadion am Airport zu gehen. Gesagt, getan: Mit sieben Siegen, zwei Unentschieden und nur einer Niederlage hat man geliefert. Der VfB Hallbergmoos ist zu Hause wieder eine Macht.

Der Wendepunkt: Der Start der neuen Trainer war kein Selbstläufer, auch wenn das Trio mit Stallgeruch extremes Vorschussvertrauen genoss. Vier Punkte aus den ersten vier Spielen waren mittelprächtig. Dann kam auch noch die einzige Heimniederlage – 2:4 gegen Dornach. Das war böse, aber in der Folge legte das Team erheblich zu. Die Mannschaft brachte immer mehr die Trainingsleistungen auf den Platz und erarbeitete sich den Weg in das obere Tabellendrittel. Nach der Dornach-Pleite gab es sechs Siege in sieben Spielen.

Der Traum: Nach dem ungewöhnlichen Aufstieg in der Corona-Abbruchsaison durfte der VfB Hallbergmoos zwei Jahre in der Bayernliga mitkicken. Als abgeschlagener Letzter verabschiedete man sich mit der trotzigen Ankündigung, nach einer Konsolidierungsphase zurückzukehren. Der große Traum ist definitiv der Aufstieg im Sommer. Nachdem der zwischenzeitliche Überflieger Unterhaching II wieder eingeholt ist, haben die Hallberger als Liga-Sechster alle Chancen auf die mit dem direkten Aufstieg verbundene Meisterschaft. Notfalls gibt es auch noch den Umweg: als Vizemeister über die Relegation. 13 Spiele darf die Aufholjagd noch dauern. Das sind 1170 Minuten (plus Nachspielzeit). Kein Zweifel: Alles ist möglich, zumal ja auch jeder Spieler jeden Tag ein bisschen besser wird.

Aufrufe: 015.1.2026, 10:34 Uhr
Nico BauerAutor