2026-04-29T13:32:52.058Z

Allgemeines

Was das Ende des Insolvenzverfahrens für den KFC Uerdingen bedeutet

Ein Jahr und einen Monat stand die Zukunft des Oberligisten mal wieder auf der Kippe. Ab Donnerstag haben die Verantwortlichen wieder freie Hand. Welche Auswirkungen das auf Verpflichtungen, Verträge und Verhandlungen hat.

von Marvin Wibbeke · Heute, 18:00 Uhr · 0 Leser
Der KFC hat die Meisterschaft im Blick
Der KFC hat die Meisterschaft im Blick – Foto: Anton Wagener

Mit dem positiven Ausgang der Gläubigerversammlung Anfang April, auf der dem Insolvenzplan des KFC Uerdingen zugestimmt wurde, waren die Weichen für den oft propagierten „schuldenfreien Neustart“ des Traditionsklubs vom Niederrhein gestellt. Nach Ablauf einer zweiwöchigen Einspruchsfrist hatte sich dann der Blick auf den Kalender gerichtet. Und nun gibt es Gewissheit. Am Dienstag teilte das Amtsgericht Krefeld mit: „Das Insolvenzverfahren über das Vermögen des Krefelder Fußball-Club Uerdingen 05 e.V. wird zum Ablauf des 30. April 2026 aufgehoben, nachdem die Bestätigung des Insolvenzplans rechtskräftig geworden ist.“ Ein immenser Fortschritt – denn nun haben die KFC-Verantwortlichen die Gewissheit, die Planungen für die kommende Spielzeit eigenmächtig vorantreiben zu können.

Denn die laufen freilich schon seit geraumer Zeit, und sie waren bislang für die Verantwortlichen um den Geschäftsführer Sport, Michael Nagorny, alles andere als einfach. Denn neben dem Umstand, dass das bislang nicht abgeschlossene Verfahren einige Dinge verkomplizierte, erschwert auch der Umstand, etwas zweigleisig planen zu müssen, die Planungen. Schließlich ist ein Regionalliga-Aufstieg sportlich inzwischen wieder durchaus möglich und, sofern die Finanzierung steht, auch nicht ausgeschlossen.

Nur der Trainer hat Vertrag

Mit Abschluss des Insolvenzverfahrens wird es für den KFC nun aber definitiv leichter, Spieler zu verpflichten. Bislang brauchte der Klub noch für jeden Schritt und jede Entscheidung das finale Go des Insolvenzverwalters Thomas Ellrich. So sind alle Spieler nur mit Einjahresverträgen ausgestattet, es müssen also nicht nur mit potenziellen Zugängen Gespräche geführt werden, sondern auch mit den Kaderspielern, die über den Sommer hinaus die blau-roten Trikots tragen sollen. Einzig das Arbeitspapier von Trainer Julian Stöhr muss nicht neu verhandelt werden, er wurde von Beginn an mit einem Vertrag über zwei Jahre ausgestattet. Wie Manuel Kölker zuletzt durchblicken ließ, laufen Gespräche mit einigen Spielern, die nach nun auch zum Abschluss gebracht werden sollen.

Gleichzeitig ist das Insolvenzverfahren in dieser Saison auch ein positiver Faktor gewesen. Sicherlich hätte der Klub den einen oder anderen Spieler lieber langfristig gebunden, doch das muss auch von Spielerseite her passen. Ein Jesse Sierck, der im Winter für ein halbes Jahr nach Krefeld kam, spielte vorher in der ersten luxemburgischen Liga und hätte sich womöglich nicht für anderthalb Jahre für den KFC entschieden, für ein halbes Jahr allerdings schon. Im Sommer dann muss die Situation beiderseits neu bewertet werden.

Mannschaft blickt nur auf sich

Seine tagtägliche Arbeit mit der Mannschaft betreffe der Ausgang der Gläubigerversammlung kaum, gab Trainer Julian Stöhr zuletzt im Vorfeld des Monheim-Spiels zu. „Aber die Außenwirkung dieser Entscheidung ist natürlich groß“, sagte er. Insgesamt seien in den vergangenen Wochen und Monaten viele wichtige Entscheidungen getroffen worden, die den Verein als Gesamtes nach vorne bringen, ergänzte er und nahm unter anderem auf die außerordentliche Mitgliederversammlung und die Wahl von Norbert Philipp als neuem Vorsitzenden Bezug. Die Mannschaft selbst aber konzentriere sich einzig und allein darauf, auf dem Platz das Bestmögliche für den KFC Uerdingen herauszuholen.

Das vom Verein ausgegebene Saisonziel, einen Platz unter den ersten sechs zu erreichen, scheint schon jetzt ziemlich sicher erreicht zu werden. Wie der Trainer erklärte, habe das Team selbst eine Platzierung in den Top vier für sich anvisiert. Auch hier ist der KFC auf einem guten Weg, dieses Ziel zu erreichen. Ob es am Ende für den Titel und den möglichen Aufstieg in die Regionalliga West reichen wird, hängt nicht allein vom KFC selbst ab. Wobei durch die jüngsten Siege gegen das bisherige Spitzenduo Ratingen 04/19 und VfB Hilden nun alles wieder möglich ist. Unabhängig vom Saisonausgang wird es darum gehen, den eingeschlagenen Weg konsequent fortzusetzen, um nachhaltig erfolgreich sein zu können. Eine stete Verbesserung wäre auch in der kommenden Saison in der Oberliga Niederrhein möglich.