2026-04-29T13:32:52.058Z

Allgemeines

Warum Liedberg um den Klassenerhalt bangt

Zu Beginn der Saison überraschte der Aufsteiger Liedberg noch positiv in der A-Liga. Mittlerweile ist er in der harten Realität Abstiegskampf angekommen. Doch dafür gibt es triftige Gründe, so schildert Trainer Fabian Vitz.

von RP/ Horst Höckendorf · Heute, 09:00 Uhr · 0 Leser
Liedberg hadert im Abstiegskampf.
Liedberg hadert im Abstiegskampf. – Foto: Alexander Dahmen

Für einen Aufsteiger startete der TuS Liedberg überraschend gut in die Saison und zählte nach den ersten drei Spieltagen mit zu den führenden Teams in der Kreisliga A. Doch von da an ging es sukzessive immer weiter abwärts. Mittlerweile kämpft das Team um Trainer Fabian Vitz um den Klassenerhalt und steht fünf Spieltage vor Saisonende nur hauchdünn vor der Abstiegszone.

Dezimierter Kader

Im Kalenderjahr 2026 erspielte der TuS noch keinen einzigen Zähler, es gab sieben Niederlagen in sieben Spielen. Während Liedberg vorne immer für ein oder zwei Tore gut ist, spiegelt die Abwehr das gegenwärtige Problem wider. Mindestens drei und maximal fünf Tore wurden dem Aufsteiger pro Spiel in der Rückrunde eingeschenkt. Doch der Absturz hat Gründe, wie Vitz unserer Redaktion auf Nachfrage mitteilt.

Da wäre zunächst die schwierige Altersstruktur. „Ich kann es eigentlich nur wiederholen: Wir sind immer noch ein B-Ligist in der Kreisliga A. Daran hat sich bis heute nichts geändert, wie auch die Zusammensetzung des Kaders über die Zeit belegt“, erklärt Vitz. „Wir sind im Kader seit Jahren bis auf einige Ausnahmen nahezu unverändert. Mittlerweile haben die erfahrenen Spieler im Alter eine Drei vorne stehen. Wir stellen wahrscheinlich den höchsten Altersdurchschnitt aller A-Ligisten“, sagt der Übungsleiter.

Und der zweite und wohl noch triftigere Grund sei das Verletzungspech: „Von 25 Spielern aus dem Kader standen mir in den letzten Wochen nur noch 13 gesunde Spieler zur Verfügung. Somit konnten wir nicht mehr wie üblich nochmals frische Kräfte einwechseln. Und mit dem Weggang unseres Abwehrchefs wurde unsere Abwehr abermals geschwächt“, so Vitz. Im Winter wechselte Kubilay Serin nach anderthalb Jahren in Liedberg zum Rheydter SV III. „Mir steht derzeit nur ein einziger Innenverteidiger zur Verfügung. Ich war somit gezwungen, völlig positionsfremde Spieler in der Innenverteidigung aufzustellen. Das erklärt auch die Gegentorflut nach der Winterpause“, fährt der Coach fort.

"Frust und Enttäuschung" machen sich breit

Man sei nicht in der Lage, jedes Spiel mindestens drei Tore für einen Punktgewinn zu erzielen. „Dazu gesellt sich dann ein stetig wachsender Frust und Enttäuschung darüber, dass aller Einsatz nicht belohnt wird. Dabei will ich nochmals betonen, wie stolz ich auf das gesamte Team bin. Jeder versucht, auch über seine persönlichen Grenzen zu gehen“, sagt Vitz.

Liedberg sei nun mal nach wie vor ein Dorfverein, für den es eine Herausforderung sei, ein konkurrenzfähiges Team für die A-Liga auf die Beine zu stellen. „Wir zahlen unseren Spielern nichts, sie spielen also ‚just for fun’. Die Sponsorensuche gestaltet sich schwierig, dementsprechend fehlen natürlich auch Gelder für externe Neuzugänge. Wir haben keine Reserve, die A-Jugend ist größtenteils der jüngere Jahrgang, den wir noch nicht für den Seniorenbereich melden können“, schildert Vitz die schwierigen Strukturen. Und bittet um Verständnis: „Das alles sind auch nachvollziehbare Gründe, oder?“

Die Mannschaft muss nun noch einige Punkte einfahren, um in der Klasse zu bleiben. Am 1. Mai ging es zum SC Rheindahlen. Jeweils einen Dreier gegen die Mitkonkurrenten SV Schelsen (10. Mai) und Red Stars (17. Mai) würde deutlich Druck wegnehmen. „Aber diese Spiele müssen auch erst mal gewonnen werden. Und sollten wir doch noch absteigen, ist das kein Problem für den Verein und mich. Am nächsten Tag scheint auch wieder die Sonne“, meint Fabian Vitz, der auch unabhängig von der Ligazugehörigkeit bereits für die kommende Saison zugesagt hat und in seine sechste Spielzeit bei den Grünweißen geht.