2026-05-06T12:44:31.715Z

Im Nachfassen

Warum Fabian Ewertz in Bitburg noch nicht verlängert hat

Langjähriger Trainer zögert weiter mit seiner Zusage für die neue Saison – und nennt Gründe. Das sagt der sportliche Leiter dazu. Weitere Personalien sind fix.

von Andreas Arens · Heute, 19:00 Uhr · 0 Leser
Endet Fabian Ewertz' zwölfjährige Amtszeit beim FC Bitburg im Sommer?
Endet Fabian Ewertz' zwölfjährige Amtszeit beim FC Bitburg im Sommer? – Foto: Alfred Mehles

Mitte 2014 übernahm er den damaligen A-Ligisten FC Bitburg, führte ihn im Laufe der Jahre bis hinauf in die Oberliga. Aktuell steuert Fabian Ewertz mit den von ihm trainierten Bierstädtern auf eine Abschlussplatzierung im einstelligen Tabellenbereich der Rheinlandliga zu und belegt zwei Spieltage vor Schluss Rang sieben. Ewertz gilt als einer der Architekten des Aufschwungs beim FCB. Ob er über den Sommer hinaus Trainer bleibt, ist derzeit allerdings noch offen.

Eigentlich sollte bis zum 1. Mai Klarheit herrschen. Doch die Zusage des 44-Jährigen für die kommende Saison steht weiterhin aus. „Die Dinge, die ich angesprochen hatte, sind noch nicht geklärt“, sagt Ewertz.

Der frühere Junioren-Nationalspieler und Ex-Zweitligaprofi von Alemannia Aachen hätte grundsätzlich Verständnis dafür, wenn sich der Verein nach Ablauf der selbst gesetzten Frist nach einem anderen Trainer umsehen würde: „Falls der Verein mir noch etwas Zeit lässt und Antworten auf meine Fragen findet, könnte es schon noch sein, dass ich bleibe.“

Wer kommt, und wer geht

Den Kader sieht Ewertz für die kommende Spielzeit grundsätzlich gut aufgestellt. Nahezu alle Stammspieler bleiben dem Verein erhalten. Offen ist lediglich noch die Zukunft von Torwart Niko Lautwein. Narrotam Morbach wechselt zum Bezirksligisten FSV Salmrohr, Nico Kieren will sich dem ebenfalls klassentieferen SV Lüxem anschließen und dort Teil des Trainerstabs werden.

Diese Neuzugänge stehen bereits fest: Torwart Joshua Stewart kommt vom SV Lüxem, Lucas Herres von der SG SK Seinsfeld, Julian Green von der SG Stahl/Mötsch und Mika Scholtes vom JFV Bitburg.

Ewertz geht es vor allem um Perspektiven und Ambitionen: „Wir wollen ein paar Plätze nach oben kommen, vielleicht noch einmal um den Aufstieg mitspielen. Das kann man momentan so vergessen.“

Konkret werden will der langjährige Trainer dabei nicht. Generell spricht er jedoch von „finanziellen Möglichkeiten, die du brauchst, um oben mitzuspielen“.

Nach FuPa-Informationen verlief die Oberligasaison 2023/24 in Bitburg wirtschaftlich offenbar nicht so erfolgreich, wie es die damaligen Verantwortlichen mehrfach dargestellt hatten. Der Anfang vergangenen Jahres zum Vorsitzenden gewählte Dietmar Neises arbeitet derzeit daran, die finanziellen Strukturen zu stärken, und hat an einigen Stellen den Rotstift angesetzt. „Es sind Kleinigkeiten, die wegfallen sollen, die sich beim Drumherum aber schon bemerkbar machen“, sagt Ewertz.

Der langjährige Coach will allerdings niemanden im Verein unter Druck setzen: „Ich bin da sehr entspannt.“

Arthur Schütz, sportlicher Leiter und Geschäftsführer in Personalunion, kann die Haltung seines Trainers grundsätzlich nachvollziehen: „Ihm ist es wichtig – und das rechne ich ihm hoch an – dass die Mannschaft gut ausgestattet ist: von Trikots über Trainingsanzüge und Kameras für die Videoanalyse bis hin zu Prämien. Das soll die Grundlage dafür sein, weiter oben anzugreifen, um am Ende nicht um die Goldene Ananas zu spielen.“

Warum Arthur Schütz sein Handy zuletzt beiseite legte

Der Kader sei bereits gut aufgestellt und solle noch auf ein bis zwei Positionen verstärkt werden.

Björn Griebler, der zuletzt immer mal wieder ausgeholfen hatte, könnte als Torwarttrainer zurückkehren. Schütz bezeichnet ihn als „sehr guten Mann“. Auch die Zusage des im Winter verpflichteten Pierre Valerius als Co-Trainer ist bereits fix.

Allzu gerne würde Schütz die Zusammenarbeit mit Ewertz verlängern. Er geht davon aus, die offenen Fragen und Wünsche klären beziehungsweise so weit wie möglich erfüllen zu können. Dass die Gespräche zuletzt etwas ins Stocken geraten waren, hatte zudem einen erfreulichen Grund: Schütz wurde Vater und legte das Handy deshalb für einige Tage beiseite.