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Aufreger der Woche

Warum es zur Kartenflut für die SG Pölich kam

Kreisliga B10: Nach den vier Platzverweisen im Auswärtsspiel beim FC Gielert nehmen Trainer Becker und Schiri Kläs Stellung.

von Andreas Arens · 25.10.2024, 23:00 Uhr · 0 Leser
Pölichs Trainer Alexander Becker hat noch an den vier Platzverweisen von Gielert zu knabbern.
Pölichs Trainer Alexander Becker hat noch an den vier Platzverweisen von Gielert zu knabbern. – Foto: FuPa/Verein

Als ob die jüngste 2:3-Niederlage beim Tabellenvorletzten FC Gielert nicht schon genügend Frustpotenzial zu bieten hatte, machten gleich drei Ampelkarten und einmal Rot den Sonntagsausflug der SG Pölich-Schleich/Detzem in den Hochwald vollends zu einem Reinfall. Die Partie auf dem tiefen Platz sei zwar nicht in Richtung seines Teams gelaufen, „doch das Spiel war eigentlich weder hitzig noch unfair. Zudem pflege ich zu Gielert seit vielen Jahren ein super Verhältnis und bestreite mit meinen Mannschaften in den Vorbereitungsphasen immer wieder Testspiele gegen sie“, berichtet Becker. Allerdings habe Schiedsrichter Karl-Heinz Kläs allzu viel laufen lassen und Fouls an seinen Schützlingen nur unzureichend geahndet, moniert der 49-Jährige, der im Sommer 2022 nach den Stationen SV Mehring II und SV Klausen zurück zu seinem Stammverein gekehrt war.

Der bereits verwarnte Alexander Welter habe dem Unparteiischen „Frechheit“ zugerufen, als er mal wieder von den Beinen geholt worden sei und eröffnete damit die wilde Phase mit den insgesamt vier Platzverweisen. Paul Bartel beging wenig später im eigenen 16er ein elfmeterreifes Foul, sah damit in Summe ebenfalls Gelb-Rot. Den Strafstoß parierte Torwartroutinier Michael Heib. In der Nachspielzeit tippte sich Samuel Sabo im Anschluss an eine umstrittene Szene mit dem Finger an die Stirn und fragte „Geht’s noch?“. Schiri Kläs zückte glatt Rot und ahndete anschließend Beckers Betreten des Spielfeldes mit Gelb-Rot. „Samuel ist erst 17. Er wusste gar nicht, wie ihm geschah. Ich wollte nur vom Schiedsrichter wissen, was da vorgefallen war“, sagt Becker.

Aus Sicht des erfahrenen Unparteiischen aus Hetzerath war damit das Maß (längst) voll, wie er auf TV-Anfrage mitteilt: „Der Gäste-Trainer war von der ersten Minute an von draußen am Herumtoben – und zwar so, dass ihn selbst seine eigenen Leute darum baten, mal ruhiger zu sein. In der zweiten Hälfte fing er dann mit mir an, worauf ich ihm irgendwann Gelb zeigte.“ Alleine für das Verlassen der Coaching-Zone hätte er Becker glatt Rot zeigen können, vom Regelwerk her gar müssen. Der Referee drückte aber ein Auge zu und hatte anschließend offenbar auch kein Interesse mehr daran, die kurzzeitigen Tumulte auf dem Platz zu sanktionieren.

Die Personalsorgen nehmen damit vor dem Derby am Sonntag ab 14.30 Uhr auf dem Pölicher Rasenplatz gegen den TuS Mosella Schweich III beträchtlich zu. Neben den drei Gesperrten muss Becker auf Dennis Hontheim (Urlaub), Kai Morbach (Bänderverletzung), Linus Roth (Leistenbeschwerden), Simon Schömann (Bandscheibenvorfall) sowie den an einem Kreuzbandriss laborierenden Lukas Kollmann verzichten.

Den bislang so durchwachsenen Saisonverlauf mit vier Siegen, zwei Remis, fünf Niederlagen und dem neunten Tabellenplatz macht Alexander Becker vor allem an der Unerfahrenheit fest: „Wir haben unseren Kader im Sommer mit Jungs verbreitert, die zuvor in der Jugend oder bei uns oder woanders in zweiten Mannschaften gespielt haben. Da fehlt es einfach noch an Konstanz.“

Doch die Bereitschaft, ins Training zu kommen und dazuzulernen sei ausgesprochen gut. „Von daher macht es auch einfach großen Spaß mit dieser Mannschaft“, betont Becker. Aufgaben wie denen gegen Schweich III und danach bei den Spitzenteams Ehrang/Pfalzel und Tarforst II sieht er sowieso positiv entgegen: „Da müssen wir das Spiel nicht machen. Das liegt uns eher.“ Und die am Sonntag in Gielert vom Platz geflogenen Akteure sollten dann auch wieder (größtenteils) dabei sein ...