
Insgesamt 82-mal lief Emre Köksal innerhalb von drei Jahren für den VfB Bottrop auf, stieg zunächst aus der Bezirksliga ab und anschließend wieder in die Landesliga auf. Zuletzt trug der 36-jährige Defensivakteur die Kapitänsbinde beim VfB, ehe das Kapitel in Bottrop in diesem Sommer endete. Aufgrund falscher Versprechen und internen Ungereimtheiten zog es Köksal weg vom VfB hin zum SC Reken, für den der erfahrene Verteidiger künftig in der Bezirksliga Westfalen Staffel 11 an den Start geht.
Mit mittlerweile 36 Jahren denkt Emre Köksal noch lange nicht an das Karriereende. Nach drei Jahren bei Landesligist VfB Bottrop zieht es den Defensiv-Strategen zur kommenden Spielzeit 2025/26 zu Bezirksligist SC Reken. Einen maßgeblichen Anteil am Wechsel von Köksal hat sein einstiger VfB-Kollege Kudret Kanoglu, der ebenfalls in Reken unter Vertrag steht und seinen ehemaligen Mitspieler nach Recklinghausen lotste. Im Gespräch mit dem RevierSport erklärt Köksal die Beweggründe seines Abgangs aus Bottrop und äußert sich kritisch über die Vorgehensweise innerhalb des Vereins.
Aus Sicht des Landesligisten aus Bottrop war ein Verbleib des Kapitäns eigentlich eingeplant, Emre Köksal lehnte jedoch „dankend ab“. Innerhalb des Vereins habe es falsche Versprechungen und Unstimmigkeiten gegeben, die den 36-Jährigen schlussendlich zu einem Abgang bewegten, wie Köksal erklärt: „Ich hatte schon vor Monaten kein gutes Gefühl mehr beim VfB. Der Sportchef erzählte, dass beinahe alle Spieler bleiben würden und er deshalb gar nicht groß planen müsse. Aus der Mannschaft hörte man aber ganz andere Dinge“, hebt der Defensivakteur hervor und resümiert: „Ich bin nicht mehr der Jüngste und will einfach Klarheit haben. Die gab es beim VfB nicht mehr.“
Demzufolge muss der VfB Bottrop nach dem Aufstieg im vergangenen Jahr ohne Köksal in die zweite Landesliga-Saison gehen. Dessen Entscheidung, den Verein im Sommer zu verlassen, liege dabei allerdings bereits etwas länger zurück, wie Köksal anführt: „Im Januar 2025 gab es einen Vorfall, den ich so nicht stehen lassen konnte. Nach einem, ich sage mal, sehr unglücklichen Spruch eines Verantwortlichen war für mich klar, dass es beim VfB nicht mehr weitergehen wird“, wird der Ex-Kapitän deutlich. Konkreter wird Köksal dabei zwar nicht, dennoch darf davon auszugehen sein, dass sich beide Seiten den Abschied ursprünglich anders vorgestellt hatten. Dennoch findet Köksal abschließend positive Worte: „Das ist alles Schnee von gestern. Ich wünsche dem Verein alles Gute und blicke nur noch in die Zukunft.“
Diese wird Köksal also vorerst beim SC Reken in der Bezirksliga-Westfalen verbringen, mit dem Ziel, die Meisterschaft und den gleichbedeutenden Landesliga-Aufstieg zu erreichen. Schließlich fehlte dem SC bereits in der abgelaufenen lediglich ein Zähler, um die Meisterschaft einzutüten. Durch ein 1:1-Remis am vorletzten Spieltag bei den Sportfreunden Merfeld musste sich der SC Reken schlussendlich aber Konkurrent SV Schwarz-Weiß Lembeck geschlagen geben. Mit der Erfahrung Köksals im Team soll nun erneut der Titel in Anspruch genommen werden.