2026-04-23T13:43:33.969Z

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Warum ein Alsdorfer ein Legendenspiel auf Mallorca organisiert

von Lars Brepols · Heute, 10:43 Uhr · 0 Leser
Im Einsatz für die deutsche Legenden-Nationalmannschaft, die von Felix Magath (oben, rechts) trainiert wurde: Deniz Kasap aus Alsdorf (untere Reihe, rechts).
Im Einsatz für die deutsche Legenden-Nationalmannschaft, die von Felix Magath (oben, rechts) trainiert wurde: Deniz Kasap aus Alsdorf (untere Reihe, rechts). – Foto: Kasap

Im Estadi Son Bibiloni treffen am Samstag die „Veteranos“ des RCD Mallorca auf das internationale All-Star-Team „Legends4Victory“. Mitorganisator Deniz Kasap wird selbst die Fußballschuhe schnüren.

Die Aufregung steigt. Nur noch wenige Tage, dann geht für Deniz Kasap aus Alsdorf ein Traum in Erfüllung. Der 41-Jährige veranstaltet am kommenden Samstag, 25. April, gemeinsam mit Daniel Pelzel ein ganz besonderes Charity-Legendenspiel auf Mallorca, bei dem frühere Weltmeister, Europameister und internationale Fußballgrößen aufeinandertreffen.

Für den guten Zweck

Im 1500 Zuschauer fassenden Estadi Son Bibiloni trifft ab 18.30 Uhr die Auswahl der heimischen „Veteranos“ des RCD Mallorca, eines Erstligisten aus Spanien, auf das internationale All-Star-Team „Legends4Victory“. Der Eintritt ist frei, gespielt wird für den guten Zweck: Sämtliche Einnahmen und Spenden kommen Kinderlachen zugute, einem Verein, der sich seit vielen Jahren um kranke und arme Kinder schwerpunktmäßig in Deutschland kümmert.

Für Kasap ist die Veranstaltung allerdings weit mehr als nur ein weiteres Spiel mit ehemaligen Fußballgrößen. Der Alsdorfer lief früher selbst für Vereine aus der Region auf, beispielsweise für Blau-Weiß Alsdorf oder den SC Kellersberg. Heute arbeitet er hauptberuflich bei einem großen Fruchtkonfitürenhersteller aus Aachen, zuletzt war er im Jugendbereich seines Heimatclubs Alemannia Mariadorf im Einsatz – und nun ist er Mitorganisator eines großen Events mit prominenten Namen wie Cristian Zaccardo, Fernando Meira, Ruben de la Red, Cacau, Pedro Mendes, Marcell Jansen, Ailton, Jens Keller oder aber Julia Simic.

„Ich wollte einfach mal aus dem Alltag rauskommen und etwas auf die Beine stellen, das Menschen hilft“, sagt Kasap. Über Jahre hatte Kasap durch den regionalen Fußball Kontakte zu früheren Profis wie beispielsweise Dariusz Wosz oder David Odonkor geknüpft. Später nahm er dank dieser Verbindungen sogar selbst an Benefizveranstaltungen und Legendenturnieren teil, quasi als Aushilfe für kurzfristig verhinderte Stars. „Ich habe so weitere Ex-Profis wie Kevin Kuranyi, Tim Wiese oder Felix Magath kennengelernt. Es lief super, und ich habe mich mit den Leuten gut verstanden, bin jetzt auch mit allen über Jahre super befreundet“, erläutert Kasap, wie sein Netzwerk weiter Gestalt annahm.

„Dinge besser machen“

Dass er nun selbst als Veranstalter einsteigt, ist der Erfahrung bei einem früheren Event in Rom geschuldet. Beim Spiel einer Prominentenauswahl gegen die vatikanische Nationalmannschaft habe er gesehen, wie viel von guter Organisation abhänge. „Da habe ich gemerkt, dass man viele Dinge noch besser machen kann“, erzählt er. Gemeinsam mit Pelzel, ein ehemaliger Amateurfußballer aus Mettingen, bündelte er daraufhin die Kontakte – und gründete mit ihm schließlich vor zwei Jahren den Verein „Legends4Victory“.

Durch die Unterstützung eines Großsponsors sei es möglich gewesen, die Kosten für das Event mit dem prominenten Teilnehmer abzusichern. Die Spieler selbst treten dabei ohne Gage an. Für Kinderlachen bleibt voraussichtlich eine größere Summe übrig. Unterstützt wird die Veranstaltung unter anderem auch von Entertainer Matze Knop, der mit seinem eigenen Benefizevent „Numero-Uno-Cup“ nicht nur Teil des Projekts ist, sondern auch das Rahmenprogramm mitprägt. „Wir hoffen natürlich auf viele Zuschauer – das ist ein Spiel für jeden Fußballromantiker“, sagen die Organisatoren Kasap und Pelzel unisono.

Bei Kasap, der selbst auf dem Platz mitmischen wird, ist die Vorfreude riesig. Gleichzeitig steigt aber auch minütlich die Anspannung. „Es ist schon der Wahnsinn, wenn man selbst mal in der Landesliga gespielt hat und jetzt mit Weltmeistern und Champions-League-Siegern auf einem Platz steht“, sagt er. Langfristig kann sich Kasap sogar vorstellen, ein ähnliches Event mithilfe seines Arbeitgebers auch in der Heimatregion auf die Beine zu stellen – vielleicht sogar auf dem Aachener Tivoli.

Der im positiven Sinne Fußballverrückte, der seinem Sohn einen eigenen Soccerplatz mit Banden in den Garten gebaut hat, richtet seinen Fokus aber zunächst auf das Event auf der Sonneninsel. Schon am Freitag wird er in den Flieger steigen, um vor Ort bei den letzten Vorbereitungen noch tatkräftig mit einzugreifen. „Ich hänge beispielsweise noch die Trikots in der Kabine auf. Wir haben auch einen Fahrer vor Ort, der die Spieler am Flughafen abholt. Es ist alles komplett durchgeplant, da braucht sich keiner um was zu kümmern“, sagt der Alsdorfer, der sich am Samstag die Kabine mit vielen wahren Fußballhelden teilen wird.

Dieser Artikel kommt von unserem Partner Aachener Zeitung. Noch mehr spannende Portraits, Reportagen, Livesstreams, Interviews und Analysen zu deinen Lieblingsteams in der Region findest du auf http://www.aachener-zeitung.de