2026-06-17T14:51:57.883Z

Allgemeines

Warum der Main-Taunus-Kreis den Amateurfußball der Region dominiert

In der Saison 2026/27 kommen ein Hessenligist, vier Verbandsligisten und sechs Gruppenligisten aus dem Main-Taunus-Kreis +++ Die Gründe, warum der MTK von allen vier Kreisen die meisten Teams im überregionalen Fußball in der Region Wiesbaden stellt

von Johanna Rath · Heute, 06:00 Uhr · 0 Leser
Sowohl TuRa Niederhöchstadt als auch der VfB Unterliederbach gehörten in der Saison 2025/26 zu den Gruppenligisten aus dem Main-Taunus-Kreis.
Sowohl TuRa Niederhöchstadt als auch der VfB Unterliederbach gehörten in der Saison 2025/26 zu den Gruppenligisten aus dem Main-Taunus-Kreis. – Foto: Marcel Lorenz (Archiv)

Mit FC Eddersheim (1. und 2. Mannschaft), TuS Hornau, SV Zeilsheim, VfB Unterliederbach, TuRa Niederhöchstadt, Germania Weilbach, Alemannia Nied, Türk Kelsterbach, SG Nassau Diedenbergen, Germania Okriftel sind insgesamt elf Mannschaften und zehn Vereine aus dem Main-Taunus-Kreis in überregionalen Ligen vertreten. Damit ist der MTK, gemessen an anderen Kreisen, dort überproportional gut vertreten. Hessenligist Eddersheim stand in der letzten Saison außerdem vor dem Tor zur Regionalliga und der TuS Hornau verpasste knapp den Einzug in die Hessenliga. Zudem gab es in der Gruppenliga keinen Absteiger aus dem MTK. Somit sind Vereine aus diesem Kreis in den höheren Ligen nicht nur gut vertreten, sondern auch sehr erfolgreich. Das wirft die Frage danach auf, was Mannschaften aus diesem Gebiet so dominant macht. Drei Experten geben ihre Einschätzung.

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Gute Jugendarbeit und finanzielle Anreize

Daniel Dillitz, hat bereits einige Trainerstationen in unterschiedlichen Kreisen hinter sich und kennt sich daher gut in der Region aus. "Es macht tatsächlich den Anschein, dass der Main-Taunus-Kreis im überregionalen Fußball sehr gut vertreten ist", sagt er und führt dafür gleich mehrere Gründe an. Zunächst sei der Main-Taunus-Kreis ein relativ großes Einzugsgebiet, dort seien also per se schon mal einige Mannschaften beheimatet.

"Es gibt auch Vereine, die sehr gute Jugendarbeit leisten, da würde ich insbesondere Hornau und Eddersheim nennen", erklärt Dillitz. Diese Vereine würden Spieler sehr gut fördern und im Verein halten. Außerdem gebe es einige Vereine im MTK, die finanziell sehr gut aufgestellt seien. Die Bezahlung würde für die Spieler einen nicht zu unterschätzenden Anreiz bieten. "Vor allem, wenn der Wohnort der Spieler genauso weit weg ist wie zu anderen Vereinen, dann entscheidet man sich eher für den Verein, bei dem es mehr Kohle gibt", sagt Daniel Dillitz.

MTK ist ein großes Einzugsgebiet

Tobias Merz, sportlicher Leiter der SG Oberliederbach, ist bereits seit Jahrzehnten im Amateurfußball aktiv. Seit 15 Jahren ist er zudem sportlicher Leiter der SG Oberliederbach, die ebenfalls zeitweise in überregionalen Ligen vertreten war (zuletzt in der Gruppenliga Wiesbaden 2022/23). Merz hält die Tatsache, dass so viele Vereine überregional vertreten sind, nicht für einen Zufall.
Auch er gibt zu bedenken, dass es sich um ein großes Einzugsgebiet handelt, wodurch grundsätzlich ein großes Spielerrepertoire zur Verfügung stehe. "Wir befinden uns auch noch ein bisschen im Dunstkreis von Frankfurt und der Taunus selbst ist kein armes Gebiet", erklärt er. Daher gebe es viele Personen, die sich in den Vereinen finanziell oder mit Manpower engagieren. "Ich kann mir auch vorstellen, dass es dort für die Spieler dann auch finanzielle Anreize gibt", sagt Merz.

Der Speckgürtel von Frankfurt und Wiesbaden

Hicham El Mrhanni, der aktuell Trainer beim FC Türk Kelsterbach ist, sieht vor allem die beiden umliegenden Ballungsgebiete Frankfurt und Wiesbaden als ausschlaggebend für den Erfolg im Amateurfußball. "Ich sehe das als Trainer selbst, hier in den Vereinen spielen viele die aus der Umgebung von Wiesbaden oder Frankfurt kommen", sagt er.
Im Main-Taunus-Kreis steht den Vereinen also grundsätzlich eine große Anzahl an potenziellen Spielern zur Verfügung. "Auch wenn ich mir den SV Zeilsheim zum Beispiel angucke, der liegt direkt an Frankfurt und auch Darmstadt ist nicht weit weg", erklärt El Mrhanni. Die finanziellen Anreize der Vereine sieht er jedoch nicht als ausschlaggebend. "Ich denke vor allem im anliegenden Hochtaunus-Kreis oder Wiesbaden sind einige Vereine, die gut bezahlen können", sagt er.

So sind die Kreise im überregionalen Fußball vertreten:


- 11x Main-Taunus: 1x Hessenliga (Eddersheim), 4x Verbandsliga (Hornau, Zeilsheim, Unterliederbach, Niederhöchstadt), 6x Gruppenliga (Weilbach, Nied, Türk Kelsterbach, Diedenbergen, Eddersheim II, Okriftel)
- 9x Wiesbaden: 0x Hessenliga, 2x Verbandsliga (Biebrich, Türkischer SV), 7x Gruppenliga (SG Germania, Freie Turner, Biebrich U23, SV Wiesbaden, SKG 23, FC Bierstadt, SV Erbenheim)
- 6x Limburg-Weilburg: 1x Hessenliga (Hadamar), 2x Verbandsliga (Dietkirchen, Waldbrunn), 3x Gruppenliga (Oberlahn, Limburg, Offheim)
- 3x Rheingau-Taunus: 0x Hessenliga, 1x Verbandsliga (Walluf), 2x Gruppenliga (Bleidenstadt, Orlen)