
Der erste vollständige Spieltag der Kreisoberliga Rheingau-Taunus im Jahr 2026 wartet gleich mit einem Kracher auf: Denn mit dem Duell zwischen dem TV Idstein und dem SV Walsdorf stehen sich am Sonntag (15 Uhr, Livestream beim Wiesbadener Kurier) gleich zwei der drei Top-Teams gegenüber, die vermutlich gemeinsam mit der SG Orlen die Meisterschaft unter sich ausmachen werden. Dazu ist es der direkte Vergleich um die Vorherrschaft in der Hexenturmstadt. Das Hinspiel ging mit 2:1 knapp an den SV Walsdorf und markiert bis dato die einzige Niederlage, die der TVI in dieser Kreisoberliga-Saison hinnehmen musste.
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Und dennoch sagt Walsdorfs Spielertrainer Sven Ott vor dem Auswärtsspiel beim punktgleichen Rivalen: „Idstein ist auf jeden Fall Favorit. Sie haben das Momentum auf ihrer Seite.“ Zu schwer wiegt beim SVW-Coach, der gemeinsam mit seinen Trainerkollegen Lukas Ernst und Sven Scheerer für die kommende Spielzeit zugesagt hat, noch der Eindruck aus dem jüngsten Testspiel beim SC Offheim, wo es eine 1:6-Klatsche setzte.
„Wir müssen jetzt schauen, dass wir wieder defensiv stabil stehen, Erwachsenenfußball spielen und den Idsteinern den Spaß am Spiel nehmen“, blickt Ott auf die Aufgabe am kommenden Sonntag voraus. Generell verläuft die Wintervorbereitung beim SVW nicht optimal, da der vereinseigene Rasen in den Wintermonaten kaum nutzbar ist. Beim SVW zeigt man sich daher dankbar, dass man für Trainingseinheiten auf die umliegenden Plätze in Heftrich und Niederseelbach ausweichen durfte. Hoffnung für einen Top-Start in die Restrunde macht die Abwehr. Denn die Defensive ist bei den Walsdorfern bislang das Prunkstück. Das untermauern beeindruckende Statistiken: In acht der 15 ausgetragenen Kreisoberliga-Partien behielt SVW-Torhüter Leon Bauer die weiße Weste. Nur bei der 1:2-Niederlage in Laufenselden fing sich das SVW-Bollwerk mehr als einen Gegentreffer, steht insgesamt bei gerade einmal neun Gegentoren. „Das ist eine Verbundleistung, das Verteidigen geht bei uns schon in vorderster Front los“, umreißt Ott die Defensivstärke seines Teams.
Die Walsdorfer Defensive aufzumeißeln dürfte die nächste Reifeprüfung für die Idsteiner Mannschaft werden. Das junge Team von Christian Freyer hat sich nach dem Aufstieg erstaunlich schnell in der Kreisoberliga etabliert und sich nach der starken Vorrunde das Ziel gesetzt, in die Gruppenliga durchzumarschieren. „Der Kader hätte Bock auf Gruppenliga. Rundherum hat der Verein aber noch kein Gruppenliga-Niveau“, sagt Freyer mit Blick auf die fehlende Manpower. Freyer selbst ist in Personalunion A-Jugend- und Aktivencoach. Zweimal in der Woche trainiert die U19 gemeinsam mit den Herren, so soll ein optimaler Übergang gewährleistet sein. „Ich hole am liebsten 17-jährige Talente und forme aus ihnen in ein paar Jahren gestandene Kreisoberligaspieler“, umschreibt Freyer sein Modell, wie er Idstein in den vergangenen Jahren zu alter Größe geformt hat.
Die Generalprobe gewann der TVI locker, setzte sich im Kreispokal-Viertelfinale beim Ligakonkurrenten FSV Oberwalluf mit 5:0 durch. Und das, obwohl momentan einige Spieler ausfallen: Tilmann Menzel, Manuel Maxeiner, Chris Deitz, Till Guckes (alle auf Auslandsreise) sowie Niklas Heere (Fußverletzung) stehen seit Wochen nicht zur Verfügung. Doch der Kader scheint breit genug, um solche Ausfälle aufzufangen. Zumal der TVI um Top-Stürmer Luis Cortijo-Lange (23 Saisontreffer) stets für ein Tor gut ist.