
Nach dem 0:2 gegen die U21 des SC Paderborn, dem sechsten Spiel in Folge ohne Sieg, hätte es wahrscheinlich nur wenige Tatsachen gegeben, die der Niederlage für Fortuna Düsseldorfs Regionalliga-Fußballern einen noch bittereren Nachgeschmack verpasst hätten. Aber genau diesen letzten Nadelstich setzte Paderborn-Trainer Thomas Bertels während der Pressekonferenz nach der Partie. „Wir sind überglücklich, dass wir endlich wieder ein Auswärtsspiel gewinnen konnten. Zuletzt haben wir das vor knapp einem Jahr in Bocholt geschafft“, sagte Bertels.
Wenn es nicht läuft, dann läuft es nicht – viel deutlicher hätte diese Phrase nicht unterstrichen werden können. „Danke, dass du es noch einmal erwähnt hast – das nehmen wir dann auch noch mit“, antwortete „Zwote“-Trainer Jens Langeneke. „Die sportliche Analyse kann ich recht kurzfassen: Insgesamt war es eine verdiente Niederlage, weil wir, bis auf den Kopfballaufsetzer in der Schlussphase von Si-woo Yang, gar keine Torchancen hatten. Ansonsten haben wir beim ersten Gegentreffer die gesamte Breite im Kettenverhalten wieder schlecht verteidigt.“
Ein Muster, das sich bereits durch die vorangegangenen Partien gezogen hatte und für eine ziemlich ernüchternde Bilanz nach den jüngsten sechs Spielen sorgte: Nur gegen die U21 des 1. FC Köln (3:3) holten die Flingerner einen Punkt, und auch das Torverhältnis von 6:18 spricht Bände. Zwar spielten die Düsseldorfer gegen Köln eine gute erste Hälfte, hatten gegen die U23 von Borussia Dortmund (0:2) einfach nicht das nötige Torglück und mussten in Wiedenbrück (2:5) mit einer umstrittenen Schiedsrichterentscheidung leben. Doch unterm Strich jagen sie sowohl defensiv als auch offensiv den eigenen Ansprüchen hinterher.
Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die U23 personell seit Wochen immens angeschlagen ist. Gegen Paderborn trat sie mit einem 17-Mann-Kader inklusive zweier Spieler aus der U19 an, und das nicht zum ersten Mal in dieser Saison. Unter der Woche hatten zudem fünf „Zwote“-Akteure bei den Profis trainiert, sodass der eigene Kreis an Spielern noch einmal schrumpfte – wie wirkungsvoll Inhalte in dieser Konstellation übermittelt und geübt werden können, ist durchaus fraglich und erschwert die Ausgangslage für das Team um einiges.
„Die Situation ist insgesamt natürlich anspruchsvoll. Wir tun uns auf dem Platz schwer, aber die Begleitumstände personeller Art sind auch nicht ganz von der Hand zu weisen“, resümierte Langeneke. „Die Situation ist aber so, wie sie ist. Wir werden weiter daran arbeiten, wir stellen uns dem Ganzen und schauen, dass wir dann am nächsten Sonntag in Siegen vielleicht etwas zählbares mitnehmen.“ Zuletzt gastierte die „Zwote“ im April vor acht Jahren im Leimbachstadion – der 3:0-Sieg bescherte ihr damals die Wende, die sie vor dem Abstieg bewahrte.
Auch wenn es so früh in der Saison vorrangig noch nicht um den Klassenerhalt geht, ein erneutes Erfolgserlebnis gegen die Sportfreunde würde dem gesamten Team extrem guttun.