
Das Aufstiegsrennen in der Kreisliga B Moers spitzt sich zu und liefert am Sonntag um 15 Uhr den nächsten Höhepunkt: Der Tabellenzweite TuS Borth empfängt den frisch gebackenen Aufsteiger und Spitzenreiter MSV Moers zum Topspiel. Die Vorfreude auf das Duell ist schon jetzt enorm groß. Wie ist die Ausgangslage, was sagen Trainer und Spieler – und wie sieht es bei den anderen Teams mit Aufstiegschancen aus?
Der TuS Borth ist zuhause noch ohne Punktverlust, stellt mit 129 Toren die beste Offensive der Liga und geht als Tabellenzweiter mit ordentlich Selbstvertrauen in die Crunchtime. Denn es warten noch viele direkte Duelle gegen die Konkurrenz im Aufstiegskampf. Alle zehn Rückrundenspiele wurden nach einer inkonstanten Hinrunde gewonnen. Beim jüngsten 8:2-Auswärtssieg beim SV Haesen-Hochheide schaute sogar MSV-Trainer Dietmar Hirsch seinem Schwiegersohn Martin Hirsch Weiser zu.
„Wir sind gut drauf und jetzt die Gejagten. Eine Serie wird reißen. Es bleibt so oder so spannend. Für uns ist das eher Zubrot – es rechnet keiner mit uns“, sagt Borths Trainer Stefan Kuban vor dem Spiel gegen den noch ungeschlagenen Spitzenreiter MSV Moers, der mit 76 Zählern einsam seine Kreise zieht. Das Erfolgsrezept liegt für den Trainer auf der Hand: Er kann personell aus dem Vollen schöpfen und auf eine hohe Fitness setzen. Die A-Jugendlichen entwickelten sich auf Anhieb zu Leistungsträgern. Für die Partie am Wochenende wurde sogar ein Schiedsrichtergespann angefragt.
Der Gegner aus Moers feierte die Rückkehr in die Kreisliga A noch gebührend bis in die frühen Morgenstunden. Oguzhan Alemdar, Mittelfeldmann und erster Vorsitzender in Personalunion, verfolgt mit seinem Team noch ein Ziel: die Meisterschaft. Die Saison der Meerbecker ist bislang beeindruckend: keine Niederlage, kein einziger Platzverweis – ein Ausdruck von Qualität und Disziplin. Um mittelfristig noch höher hinauszukommen, schärft der MSV Moers derzeit sämtliche Strukturen. Die mündliche Zusage eines weiteren „sehr guten Spielers“ liegt bereits vor. „Andere müssen wir aufgrund von Gehaltsvorstellungen leider ablehnen, da wir uns als Sozialprojekt verstehen“, sagt Routinier Alemdar.
Mitten im Aufstiegsrennen mischt auch der Tabellenvierte SV Budberg III weiter kräftig mit – und das als eigentlicher Außenseiter. „Uns hatte keiner auf der Rechnung, wir selbst auch nicht. Wir würden natürlich hochgehen, irgendwann auf jeden Fall, aber es ist noch kein Muss“, sagt Coach Thorsten Feß. Der 40-Jährige schnürte bis Sommer selbst noch seine Fußballschuhe und bildet gemeinsam mit Helge Coerdt und Spielertrainer Tim Pacynski ein gleichberechtigtes Trainertrio.
Der Druck liege entsprechend bei den vielen ersten Mannschaften in der Liga. „Umso besonderer ist es, dass wir da oben stehen“, so Feß. Mit dem zweiten Team (Kreisliga A) und der ersten Mannschaft (Landesliga) darf der SV Budberg im Endspurt sogar vom Dreifach-Aufstieg träumen. Der 40-jährige Erkan Ayna ist mit 27 Treffern der beste Torschütze des Teams.
Die Entwicklung der „Dritten“ ist durchaus bemerkenswert: 2012 als „Allstar-Team“ gegründet, hat sich die Truppe kontinuierlich gesteigert und professionalisiert. Immer mehr ambitionierte Jugendliche sind in den vergangenen Spielzeiten dazugestoßen, ebenso wie erfahrene regelmäßige Verstärkungen von oben. „Wir profitieren von der gesamten Entwicklung im Verein, spielen strukturierten Fußball und haben einfach Spaß“, sagt Feß.
Der Viertplatzierte hat noch ein Spiel weniger bestritten und ebenfalls noch einige Spitzenspiele vor der Brust. Der Auftakt in diese heiße Phase beginnt am Sonntag um 13 Uhr mit dem Heimspiel gegen den OSC Rheinhausen. Neben Borth, Budberg III und dem TV Asberg II (55 Punkte) sind auch der 1. FC Lintfort II und der FC Rumeln-Kaldenhausen (beide 53 Punkte) noch voll im Rennen.
Eines ist sicher: Das Aufstiegsrennen in der Kreisliga B Moers ist längst zu einem echten Krimi geworden und noch lange nicht entschieden.