
Trainer Grüll muss beim TSV Wartenberg gehen. Der Nachfolger steht mit Ex-Profi Kutschera bereits fest.
Kreisligist TSV Wartenberg hat sich von seinem Aufstiegstrainer Christian Grüll getrennt. „Einvernehmlich“, wie der Club dies am Ostermontag, zwei Tage nach der 0:5-Klatsche gegen Kranzberg, gemeldet hat. Einen Nachfolger gibt es schon, „aber vorerst nur bis zum Saisonende“, berichtet Noch-Abteilungsleiter Ernst Halir.
Der „Neue“ ist mit Alexander Kutschera ein alter Bekannter. Von 2011 bis 2017 war der 57-jährige Freisinger bereits als Trainer in Wartenberg. Nach seiner Profikarriere, unter anderem mit den Münchner Löwen und Frankfurt als Bundesligaspieler, war er Trainer beim Landesligisten Landshut sowie bei den Bezirksligisten Freising und Ergolding. „Der Kutsche ist mir in dieser schwierigen Lage eingefallen, und nach etwas Bedenkzeit hat er zugesagt“, erzählt TSV-Fußballchef Halir.
Mitte März hat Grüll beim üblichen Infogespräch zum kommenden Spiel schon mal durchklingen lassen, dass er womöglich bald nicht mehr Trainer sei. Und wenn jetzt der Verein die Reißleine zieht, heißt das dann unterm Strich „einvernehmlich“? Grüll verneint das, „denn damals war ich vor allem mit Trainingsbeteiligung und noch ein paar Sachen nicht einverstanden“, erinnert er, „aber das haben wir besprochen und ausgeräumt“. Er gibt zu, dass er jetzt von sich aus „nicht aufgehört hätte, aber von Vereinsseite glaubte man wohl, handeln zu müssen“.
So könne er es schon auch nachvollziehen, „und wenn der Verein die Bezeichnung einvernehmlich vorzieht, stimme ich dem auch zu“. Auf eines legt der 56-jährige einstige Ismaninger und Echinger Landesliga-Torhüter Wert: „Es gibt von mir keine negative Kritik gegenüber Mannschaft und Verein, es kam halt zuletzt viel Negatives zusammen, wie etwa die Ausfälle vor dem letzten Spiel“.
Das 0:5 gegen Kranzberg war die fünfte Niederlage bei nur einem Sieg in der Frühjahrsrunde. Grüll: „Vielleicht haben wir alle nach der souveränen Aufstiegssaison und der starken Runde bis zur Winterpause die Erwartungen zu sehr hochgeschraubt“.
Seinen Humor hat er nicht verloren: „Mit Attaching und Taufkirchen in die Bezirksliga sowie mit Wartenberg in die Kreisliga bin ich dreimal aufgestiegen und jedes Mal in der folgenden Saison entlassen worden. Das mit dem Aufsteigen lasse ich besser und spiele jetzt mehr Golf zusammen mit meiner Frau.“ Eines gefiel Grüll nicht: „Mir wurde zugetragen, dass mein Nachfolger bereits feststand, als mit mir Schluss gemacht wurde.“
Darauf angesprochen, verneinte das Halir vehement, „denn das stimmt nicht“. Der Fußball-Abteilungsleiter dazu: „Mir ist es alles andere als leicht gefallen, habe mich am Samstag nach dem Spiel noch lange mit den beiden Co-Trainern beraten, aber ich wollte nicht wieder zu lange zusehen wie in der letzten Abstiegssaison. Da hat mir der damalige Trainer Adnan Sarajlic vor der Winterpause seinen Rücktritt angeboten, und ich habe abgewiegelt, bis es dann zu spät war. Sonntag habe ich Christian die Entscheidung mitgeteilt, und dann ging es um den Nachfolger.“