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„War unnötig“: TSV Murnau erringt Heimsieg trotz schwacher Leistung

Endlich Winterpause

von Andreas Mayr · 01.12.2025, 10:06 Uhr · 0 Leser
Ein Ass auf Kunstrasen: Angreifer Murat Höbekkaya (r.) sticht als Joker und lässt sich von Michael Moser (l.) für den Treffer kurz vor dem Spielende feiern.
Ein Ass auf Kunstrasen: Angreifer Murat Höbekkaya (r.) sticht als Joker und lässt sich von Michael Moser (l.) für den Treffer kurz vor dem Spielende feiern. – Foto: Andreas Mayr

TSV Murnau triumphiert über Wacker München. Laut Trainer Wagner zeigte seine Elf dabei eine der schwächsten Saisonleistungen.

Murnau – Den allgemeinen Gefühlszustand wusste niemand besser auszudrücken als der Ober-Drache. Sobald Georg Kutter die letzten Meter des Fußballjahres 2025 zurückgelegt hatte und bei seinen Kollegen auf der Ersatzbank angekommen war, schnaufte er so tief durch, dass ihm der Dampf aus allen Löchern schoss. „G’schafft hamma’s“, hielt er fest und erntete die Zustimmung der Kameraden.

Die Murnauer Fußballer haben sich über die Ziellinie gequält. „Eine der schwächsten Leistungen haben wir uns fürs letzte Spiel aufgehoben“, sagte Trainer Martin Wagner, der genau wusste, wo man ihn in den nächsten Wochen eher antrifft als auf dem Fußballplatz: „Skifahren ist angesagt“, scherzte er. Nur weg vom Rasen und allem, was damit zu tun hat. Aber trotz der letzten Würgerei des Jahres gehen die Drachen mit einem fabelhaften Ergebnis in die Pause. Beim 3:1-Erfolg über Wacker München kamen drei weitere Zähler hinzu. Die 43 gesammelten Punkte nach 22 Partien in der Landesliga nennt der Coach „einen Irrsinn“.

TSV Murnau war nicht wiederzuerkennen – „Uns hat der Schwung gefehlt“

Vieles musste für Murnau – und noch mehr gegen den Gegner – laufen, bis dieser letzte Sieg gesichert war. Sowohl nach Chancen als auch nach Anlage ging diese Partie eigentlich an die Münchner. „Uns hat der Schwung gefehlt“, bemerkte der Coach. Seine Mannschaft kam mit Köpfen aufs Feld, die gedanklich schon im Urlaub steckten. Murnau war nicht wiederzuerkennen. „Erschreckend wenig gezeigt. Wir haben die einfachsten Bälle nicht angebracht“, klagte Wagner.

Nur gut, dass die Sicherheitsabteilung noch Überstunden ableistete. Philip Jarosch und Christoph Greinwald agierten annähernd fehlerfrei. Fabio Grund warf sich in jeden Schuss, einmal gar mit dem Kopf. Und Fabian Heiland empfahl sich vor der Abwehr für mehr Einsatzzeit im neuen Fußballjahr. „Vieles weggelöscht und im Keim erstickt“, lobt sein Coach.

Tore fielen zum perfekten Zeitpunkt – Flaute im Sturm ist beigelegt

Das Dusel hatten sie sich gewiss in anderen Partien erarbeitet. Diesmal lösten sie’s ein – und das war bitter nötig. Die Treffer zum 1:0 und 2:0 fielen zu perfekten Zeitpunkten. Kutter wuchtete gleich zu Beginn eine scharfe Flanke von Samuel Spieß ins Tor. Fabian Erhard schloss einen Angriff direkt vor der Halbzeit ab. Da war sie endlich, die oft eingeforderte Geradlinigkeit der Offensivleute. „Genau das ist uns abgegangen“, weiß Wagner.

Auch das letzte Tor von Murat Höbekkaya am Ende zum 3:1 ließ sich der Kategorie Stürmertor zuschreiben. Der Joker köpfte eine Hereingabe von Kutter akrobatisch ins Netz. Tore wie diese häuften sich in letzter Zeit und sind ein deutliches Zeichen, dass die Flaute im Sturm endgültig beigelegt ist.

Murnau tut sich auf dem Kunstrasen schwer – nur Höbekkaya „beherrscht das Spiel“

Den Rest der Partie hüllt man lieber in den Mantel des Vergessens. Kurios: Der TSV trainiert seit sechs Wochen auf Kunstrasen. Viel sehen konnte man davon nicht. Tatsächlich verformte der Untergrund das Duell, fügte ihm den Faktor Zufall hinzu. Etwa zu sehen bei Wackers größter Chance in Hälfte eins, als ein flach getretener Freistoß dermaßen vom Feld beschleunigt wurde, dass er am Pfosten landete. „War unnötig“, sagt Wagner zum unkontrollierten Auftritt seiner Mannen. Gut, mit zunehmender Spielzeit bekamen sie die Partie in den Griff, was auch an der Einwechslung von Höbekkaya lag. „Der beherrscht das Spiel auf dem Kunstrasen“, lobt sein Trainer.

Der Anschluss von Armando Tischer fiel ebenfalls unvorhersehbar, brachte für einen Moment die Spannung zurück. Am Ende hatte der Schiedsrichter Mitleid mit den geschundenen Fußballkörpern und verzichtete auf viel Nachspielzeit. Coach Wagner machte sich nach dem Abpfiff schnurstracks auf den Weg ins Warme und hielt fest, dass er nun erst einmal Abstand gewinnen müsse. „Das ist bitter nötig.“