
Idstein. Der SV Walsdorf spielt eine überragende Kreisoberliga-Saison und steht momentan in der Tabelle auf Platz eins. Beim genaueren Blick auf die Tabelle fällt dabei vor allem ein Wert auf: Denn der SVW kassiert extrem wenig Gegentore. Zwölf Gegentore sind es bislang in 22 Spielen, im Schnitt also nur ein Gegentor in knapp zwei Spielen. In allen hessischen Kreisoberligen gibt es derzeit mit Viktoria Nidda (KOL Büdingen) nur ein Team, das noch weniger Gegentreffer, nämlich elf, kassiert hat. Auch in den höheren Klassen bis zur Hessenliga gibt es kein Team, das weniger Treffer kassiert hat außer Nidda und Walsdorf.
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Entweder null oder ein Gegentor: So liefen bislang 21 von 22 Saisonspiele der Blau-Weißen. In der Liga gelang es bislang nur der SG Laufenselden, mehr als einen Treffer gegen Walsdorf zu erzielen - und zwar beim 2:1-Erfolg Mitte Oktober. Der SG-Trainer Stefan Kopf erinnert sich an das Spiel, bei dem der pfeilschnelle Kai Rehbein mit zwei Treffern (einem davon in der Nachspielzeit) zum Matchwinner wurde: „Wir haben defensiv sehr kompakt gestanden und haben versucht, über das Zentrum schnell in die Tiefe zu spielen. Ein Remis wäre damals eigentlich das gerechtere Ergebnis gewesen. Es war Matchglück, dass wir durch die letzte Aktion das Spiel für uns entscheiden konnten“, erklärt der Trainer von Laufenselden.
Sven Ott, Spielertrainer und Innenverteidiger beim SVW, verrät das Erfolgsgeheimnis der Walsdorfer Defensive, die am vergangenen Wochenende beim 3:0-Heimsieg gegen Beuerbach bereits zum zehnten Mal ohne Gegentor blieb (zwei Spiele gewann der SVW bislang kampflos 3:0): „Das sind alles gute Jungs, sie haben verstanden, gut zu verteidigen. Wir spielen geduldig und setzen den Gegner unter Druck, ziehen das Spiel so oft auf unsere Seite“, sagt der Trainer Sven Ott zur Defensiv-Taktik seiner Mannschaft. Bei der auch die vorne postierten Spieler eine wichtige Rolle einnehmen. "Dadurch, dass sie den Gegner schon früh im Spielaufbau stören, wird der Ball oft unkontrollierter nach vorne gespielt. Das macht es uns in der Abwehr leichter, die Angriffe zu verteidigen."
Mit dieser Strategie will der SVW um seine Defensiv-Dauerbrenner Philipp Engering, Lukas Ernst oder Torhüter Leon Bauer auch am kommenden Wochenende beim Auswärtsspiel bei der SG Bad Schwalbach/Langenseifen zum Erfolg kommen. 25 Auswärtspunkte hat der SVW bereits gesammelt, ist derzeit das beste Auswärtsteam der Liga. Ott streicht heraus, in der Wahrnehmung gehe es ihm manchmal zu sehr unter, dass der SVW nicht nur auf die Heimstärke auf dem eigenen Rasen baue könne, sondern eben auch in der Fremde zuverlässig punkte.
Showdown gegen Orlen am 17. Mai
Geht die Form beim SVW und seinem Hauptkonkurrenten SG Orlen so weiter, dürfte es am 17. Mai zum Showdown im direkten Duell kommen. "Bis dahin wollen wir unsere Ausgangssituation so halten. Theoretisch dürften wir sogar zwei Spiele verlieren, damit Idstein von hinten nicht an uns herankommt", sagt Sven Ott - der die SGO in der offensiven Spielanlage "etwas weiter" sieht. Und ergänzt: „Wir arbeiten daran, auch noch mehr Tore zu schießen."
Maarten Bell erster Neuzugang
Unabhängig davon, ob es für den Aufstieg reicht, ist Walsdorf für die nächste Saison gut aufgestellt, da neben dem Trainerteam auch alle Spieler für die kommende Runde zugesagt haben. Mit Maarten Bell (TV Idstein), dessen Bruder Tjark bereits beim SVW spielt, steht bereits ein externer Neuzugang fest. "Wenn noch Spieler kommen, dann wirklich welche, die uns in der Spitze weiterbringen", skizziert Ott die weiteren Personalplanungen.