
Walking Football (Gehfußball) gewinnt zunehmend an Beliebtheit. Jean Künzel vom TuS Fleestedt ist ein begeisterter Verfechter dieser Fußballvariante. Über den HSV fand er seinen Weg zum TuS, wo er die Walking-Football-Gruppe leitet und sich aktiv für die Bekanntheit dieses Sports in der Region einsetzt. In unserer Rubrik „Drei Fragen an…“ spricht Künzel über seine Begeisterung für Walking Football und teilt seine Einschätzung zur zukünftigen Entwicklung im Kreis Harburg.
Wie bist Du zum Walking Football gekommen?
Eigentlich hatte ich meine Fußballschuhe nach einigen Knieverletzungen schon an den sprichwörtlichen Nagel gehangen. Meine Frau stieß dann 2021 zufällig auf einen Artikel über Walking Football. Nach großer anfänglicher Skepsis fand ich glücklicherweise meinen ersten Verein: der heutige FC Jesteburg-Bendestorf. Wer Walking Football einmal ausprobiert hat, bleibt auch dabei. Es macht unglaublich viel Spaß.
Zu dem Zeitpunkt gab es erst fünf Vereine in und um Hamburg. Über den HSV ging es dann zum TuS Fleestedt.
Was fasziniert Dich so an dieser Variante des Fußballs?
Anfangs ging es für mich nur darum, endlich wieder Fußball spielen zu können und mich mit Ball zu bewegen. Und das funktioniert wunderbar! Man bewegt sich wieder aktiv, auch beim Gehfußball kann man schwitzen und abnehmen. Fußballerisch sind Stellungs- und Passspiel essenziell.
Mittlerweile gibt es aber noch andere Dinge, die mindestens genauso wichtig sind: Die Menschen und die dritte Halbzeit. Unser Team aus über 40 Aktiven trifft sich nicht nur zum Kicken, wir fahren auf Turniere, wir grillen zusammen… Walking Football ist eben mehr als nur der Sport. Dabei spielt es keine Rolle, ob man jung, alt, behindert, verletzt, Frau, Mann oder sonst was ist – wir kicken komplett gemischt.
Neben dem sozialen und dem gesundheitlichen Aspekt gibt es aber auch das Sportliche: Wir veranstalten drei bis vier Turniere im Jahr und fahren selbst auch auswärts auf Turniere, auf freiwilliger Basis. Highlights in diesem Jahr waren das Turnier in der Volkswagenarena beim VFL Wolfsburg und unser eigenes, internationales Turnier mit Teams wie KAS Eupen aus Belgien und Eintracht Frankfurt.
Deine Einschätzung, wie wird sich Walking Football im Kreis Harburg in den kommenden drei Jahren entwickeln?
Im Kreis sind wir schon gut aufgestellt, was die Anzahl an Vereinen angeht. Aber auch hier ist sicher noch Luft nach oben, Zweistellig ist drin. Wichtig wäre es, Walking Football als festen Bestandteil der Fußballwelt nachhaltig zu etablieren. Aber da mache ich mir keine Sorgen.