Es kann losgehen: Mannschaft und Funktionsteam des SV Alemannia Waldalgesheim freuen sich auf die neue Saison.
Es kann losgehen: Mannschaft und Funktionsteam des SV Alemannia Waldalgesheim freuen sich auf die neue Saison. – Foto: Oliver Zimmermann

Waldalgesheim: Keine optimale Ausgangslage

Zu kurze Sommerpause, viele Ausfälle – Alemannia Waldalgesheim startet in die Saison der Oberliga

Waldalgesheim. Es war wohl die kürzeste Sommerpause aller Zeiten für Oberligist SV Alemannia Waldalgesheim. Das letzte Pflichtspiel ging am 4. Juni über die Bühne. Vorbereitungsbeginn war aufgrund des frühen Saisonstarts an diesem Wochenende schon am 22. Juni. Das sind keine drei Wochen. Eine richtige Regeneration nicht möglich. Für Alemannia-Chefcoach Marcel Fennel ein Unding: „Wir befinden uns dieses Jahr in einer Staffel mit elf Mannschaften, somit haben wir zwei Spiele weniger als letztes Jahr in der Hauptrunde. Trotzdem beginnt die Runde zwei Wochen früher. Das kapier’ ich einfach nicht.“ Statt mit einem erholten und gut gefüllten Kader musste der neue Trainer mit einer kleinen Gruppe beginnen. „Das sind die Altlasten aus der vergangenen Saison“, sagte der 37-Jährige beim Trainingsauftakt. Nun sind fünf Wochen vergangen. Die Vorbereitung endet am Samstag (15.30 Uhr) mit dem Punktspiel in der Nordstaffel bei der SG Mülheim-Kärlich in Kaltenengers. Wie sind die Alemannen gerüstet? Ein Überblick.

Vorbereitung: Das hatte sich der Coach sicher anders vorgestellt. Statt mit voller Kapelle zu üben, konnte er verletzungsbedingt meistens nur 13, 14 Spieler in den Trainingseinheiten begrüßen. Bei einem 23-Mann-Kader ist das dünn. „Natürlich nicht optimal“, sagt Fennel, der sich allerdings mit den Leistungen der anwesenden Kicker zufrieden zeigt: „Was wir machen wollten, haben wir gemacht.“ Ob eine Vorbereitung gut oder schlecht gewesen sei, entscheide ohnehin das erste Punktspiel.

SG Mülheim-K
2:0
SV Alemannia Waldalgesheim

Testspiele: Die Partien gegen unterklassige Gegner wurden allesamt gewonnen. Zudem erreichte das Team beim eigenen Rhein-Nahe-Liga-Turnier erstmals seit Jahren wieder das Finale. Das ging dann allerdings gegen Ligakonkurrent und Regionalliga-Absteiger TSV Schott Mainz 0:4 verloren. Die Generalprobe gegen Bezirksligist SG Viertäler/Oberwesel (2:1) war mit neun einsatzfähigen Feldspielern ein Muster ohne Wert. „Die Testspiele sind dazu da, sich einzuspielen und Selbstvertrauen zu tanken. Das ist uns gelungen“, bilanziert Fennel: „Mit den gezeigten Leistungen bin ich weitestgehend zufrieden.“

Taktik: „Wir wollen schwerer ausrechenbar sein“, erklärt der Chefcoach. Er kann Systeme wechseln, um breiter aufgestellt und flexibler zu sein. Letztlich wird das Spielsystem allerdings davon abhängen, was der zur Verfügung stehende Kader her gibt.

Personal: Die Situation war seit Beginn der Vorbereitung bescheiden und sie bleibt es auch am ersten Spieltag. Gleich acht Mann fallen gegen Mülheim-Kärlich aus. Sebastian Platten hat Rückenprobleme, Wann der Neuzugang von Hassia Bingen zurückkommt, ist offen. Rückkehrer Paul Schmidt wird nach seinem Schienbeinbruch noch sechs Wochen fehlen. Paul Kirdorf steht nach seinem Wadenbeinbruch zwar im Aufbautraining, doch ihm droht eine erneute OP. Felix Pauer wird nach seinem Kreuzbandriss frühestens im November zurückerwartet. Nik Rosenbaum wurde zwar an der Leiste operiert, doch nun machen dem Mittelfeldspieler Knieprobleme zu schaffen – Rückkehr offen. Oliver Schmitt hat sich in einem Spiel der zweiten Mannschaft eine Bänderverletzung zugezogen. Vielleicht geht für ihn im späten August noch was. Philipp Gänz schlägt sich mit einem Anriss eines Syndesmosebandes herum. Innenverteidiger Serdal Günes fehlt am Samstag aus privaten Gründen.

Saisonziel: „Wir wollen frühzeitig nichts mehr mit dem Abstieg zu tun haben“, sagt der Chefcoach. Und frühzeitig heißt für ihn das Erreichen der Meisterrunde. Für Marcel Fennel ist die Nordstaffel allerdings ausgeglichener besetzt als in der Vorsaison: „Alle wollen unter die ersten Fünf und haben sich entsprechend verstärkt.“

Der erste Gegner: Da hält sich der Alemannia-Trainer eher bedeckt. „Wir sind natürlich nicht untätig gewesen und haben uns mit Informationen über die SG Mülheim-Kärlich versorgt“, schildert der 37-Jährige: „Ich will aber nicht zu viel verraten.“ Man wisse um die Stärken des Gegners, wichtiger ist für Fennel allerdings, „was wir auf den Platz bekommen“. Ein erfolgreicher Start sei natürlich wünschenswert, um nicht gleich der Musik hinterherzulaufen.

Tor: Pasquale Patria, Pascal Reichert, Frank Reichert-

Abwehr: Niklas Brach, Daniel Braun, Philipp Gänz, Serdal Günes, Fabrizio Haas, Paul Kirdorf, Ryutaro Kishi, Felix Pauer, Sebastian Platten.

Mittelfeld: Yudai Baba, Vincenzo Bilotta, Konstantin Ludwig, Lukas Manneck, Niko Neal, Nik Rosenbaum, Paul Schmidt, Oliver Schmitt, Baris Yakut.

Angriff: Nils Gräff, Can Özer, Elias Pfenning, Shane Wheeler.

Trainer: Chefcoach Marcel Fennel, Co-Trainer Sascha Kraft und Can Özer sowie Torwarttrainer Frank Reichert.

Der Kader

Aufrufe: 030.7.2022, 06:00 Uhr
Volker BuchAutor