Einsatz fraglich: Waldalgesheims Baris Yakut (rechts) musste gegen Eisbachtal grippebedingt passen. Ob es für Kirchberg reicht, ist ungewiss.
Einsatz fraglich: Waldalgesheims Baris Yakut (rechts) musste gegen Eisbachtal grippebedingt passen. Ob es für Kirchberg reicht, ist ungewiss. – Foto: Edgar Daudistel (Archiv)

Waldalgesheim: Fürchterliche Viertelstunde

Alemannia verliert bei den Eisbachtalern 2:4 +++ 0:3 nach 15 Minuten

Nentershausen/Waldalgesheim. Die Trendwende ist im Westerwald ausgeblieben. Oberligist SV Alemannia Waldalgesheim musste sich im Nachholspiel bei den Sportfreunden Eisbachtal 2:4 (1:3) geschlagen geben. Dabei standen die Gäste eine Viertelstunde völlig neben sich – 0:3 nach aus Waldalgesheimer Sicht fürchterlichen 15 Minuten. Beim ersten Tor wurde Eisbachtals Lukas Reitz nicht angegriffen und durfte aus 16 Metern in den Winkel treffen (6.). Beim zweiten durch Jonah Arnolds gab es ein Missverständnis in der Abwehr (11.). Und beim dritten wurde der Flankenball von Tim Weimer nicht verhindert, der an Freund und Feind vorbei ins lange Eck segelt (15.).

Völlig verpatzter Start

„Ich kann mir das nicht erklären“, sagte Alemannia-Cheftrainer Marcel Fennel über die Aussetzer gegen das bisherige Schlusslicht: „Das ist keine Sache der Taktik, sondern eine der Einstellung und des Charakters.“ Nach einer Umstellung lief es für die Gäste allerdings besser. „Da haben wir Moral gezeigt, um wieder ranzukommen“, schildert der 37-Jährige. Und Treffer waren durchaus möglich, doch wurden die falschen Entscheidungen getroffen: „Da wird dann der besser postierte Mann einfach übersehen“, ärgert sich Marcel Fennel und stellt in dem Zusammenhang die Qualitätsfrage.

Immerhin kamen die Waldalgesheimer vor der Pause noch auf 1:3 ran. Ein Freistoß aus dem Halbfeld versenkte Ryutaro Kishi per Kopf (40.). Die Gäste blieben auch nach der Pause im Spiel, hatten ihre beste Phase und kamen zum Anschlusstreffer. Nach einer Ecke faustete Eisbachtals Keeper seinen eigenen Mann an. Von Niklas Kremer plumpste der Ball ins Tor (61.). In der Folgezeit vergaben die Gäste die beiden Chancen auf den Ausgleich. Und besiegelten mit einem haarsträubende Fehlpass im Mittelfeld die dritte Niederlage in Folge. Schnelles Umschaltspiel über links, Pass in die Mitte – 4:2 durch Jonah Arnolds. Erfreulich für die Waldalgesheim war aber, dass Rückkehrer Paul Schmidt vier Monate nach seinem Schienbeinbruch die ersten Einsatzminuten in dieser Saison bekam.

Viel Zeit, sich mit der Niederlage zu beschäftigen, bleibt den Alemannen nicht. Am Sonntag (15.30 Uhr) geht es zum Aufsteiger TuS Kirchberg. Von der Tabellenkonstellation sind die Voraussetzungen ähnlich. Die Mannschaft des früheren Waldalgesheimer Trainers Patrick Jörg ist mit elf Punkten Vorletzter. „Wir müssen die Jungs in die Pflicht nehmen“, sagt Marcel Fennel: „Das wird kein Selbstläufer. Wir müssen bereit sein, mehr zu investieren“, fordert der Coach: „Mit nur 70, 80 Prozent erreicht man in der Oberliga nichts.“ Immerhin kehrt Innenverteidiger Daniel Braun in den Kader zurück. Fragezeichen stehen hinter den Einsätzen der erkrankten Baris Yakut, Shane Wheeler und Niklas Brach.

SV Alemannia Waldalgesheim: Patria – Manneck, Haas, Platten, Kishi (88. Schmidt) – Schmitt (74. Pfenning) – Neal, Ludwig (59. Baba), Bilotta, Gräff – Özer.



Aufrufe: 024.11.2022, 19:30 Uhr
Volker BuchAutor