Der TSV Rain (rote Trikots) konnte die Partie gegen die Nürnberger U23 binnen der letzten zehn Minuten noch drehen. Endstand: 2:1 für die Elf von Martin Weng.
Der TSV Rain (rote Trikots) konnte die Partie gegen die Nürnberger U23 binnen der letzten zehn Minuten noch drehen. Endstand: 2:1 für die Elf von Martin Weng. – Foto: Gerd Jung

Wahnsinns-Kick in Würzburg - Rain bezwingt Nürnberg - Schnüdel-Pleite

23. Spieltag in der Regionalliga Bayern: Wacker holt Last-Minute-Punkt +++ Türkgücü mit Dreier +++ Aubstadts Last-Minute-Remis +++ Nullnummer in Illertissen +++ Hankofen remisiert

26 Tore in acht Partien - das kann sich durchaus sehen lassen! Die "Champions-League der Amateure" machte am 23. Spieltag ihrem Namen wieder einmal alle Ehre.

Die wohl spannendste Partie -zumindest was die Schlussminuten angeht - hat sich sich am Würzburger Dallenberg abgespielt: Dort besiegten die favorisierten Kickers in einem wahren Schluss-Tor-Krimi den VfB Eichstätt.

Nicht weniger knackig verlief die Partie zwischen Aubstadt und Ansbach, in der die Westmittelfranken die Partie kurz vor Abpfiff drehten, die Hausherren aber in der Nachspielzeit noch zum Punktgewinn einnetzten. Auch Rain am Lech drehte das Match gegen die favorisierte Nürnberger U23 am Ende noch zum 2:1-Heimerfolg. Die Augsburger Reserve trumpfte gegen den 1.FC Schweinfurt mit 4:2 auf.

Des Weiteren holte Wacker Burghausen nach fünf Spielen ohne Sieg wieder mal einen Punkt - in buchstäblich allerletzter Minute: Gegen Aschaffenburg erreichte die Elf von Hannes Sigurdsson ein Lucky-Punch-1:1. Die Kleinen Kleeblätter mussten sich Türkgücü München erwartungsgemäß geschlagen geben (1:2). Ein Unentschieden gab es am Ende in Hankofen und Illertissen.

Mit fünf Niederlagen im Nacken musste die Werkself gegen die von vielen Beobachtern als "Mannschaft der Stunde" bezeichnete Aschaffenburger antreten. Der Druck auf Oberbayern war demnach immens, die Aussichten auf Erfolg nicht gerade rosig. Und da überraschte es wenig, dass Benjamin Baier die Gäste aus Unterfranken bereits nach einer Viertelstunde Spielzeit (per Strafstoß) in Führung schoss. Die Hausherren steckten jedoch keinesfalls auf und hielten binnen der ersten 45 Minuten gut mit bzw. dagegen. Einzig der Ausgleichstreffer fehlte. Nach dem Seitenwechsel gab es bis auf eine Großchance von Aschaffenburgs Laverty nur wenig zu berichten. In der Schlussphase erhöhte Wacker dann noch einmal den Druck - mit Erfolg, denn: In Minute 96 schafften die Burghausener noch den Lucky-Punch durch Thomas Winklbauer, der ebenfalls per Foulelfmeter einnetzte.

Die Ausgangslage vor Anpfiff gestaltete sich für die Münchener besser als für die Mittelfranken. Während Fürth mit einer 1:3-Niederlage die Truppe von Alper Kayabunar empfing, reiste diese mit einem 2:0-Sieg ins Fränkische. Maxi Berwein knallte das Leder nach acht gespielten Minuten ins Netz der Fürther U23. Bis zur Pause dominierte Türkgücü die Partie klar und erarbeitete sich einige gute Chancen, um weiter zu erhöhen. So wie die erste Hälfte endete, begann auch die zweite. In Minute 67 war somit folgerichtig Albano Gashi nach Mustervorlage von Berwein mit dem 2:0 zur Stelle. Und als sich die Gäste bereits im Kopfe über den Dreier freuten, ließen diese den Anschlusstreffer von Lucien Littbarski, dem Sohn des großen Pierre Littbarski, zu. Doch auch wenn es in der Schlussphase noch einmal etwas hektischer zuging: Türkgücü trabte am Ende als verdienter Sieger vom Platz.

Ein Pingpong-Spiel, was die Tore betrifft, in dem in Hälfte eins der TSV Aubstadt den Ton angab, nach dem Seitenwechsel sich die Partie jedoch zunehmend zugunsten der Gäste gestaltete. Marco Nickel brachte die Hausherren nach 25 Minuten per Kopfballtreffer in Führung. Bis zur Pause blieb es beim 1:0 für die Kleinhenz-Elf gegen bis dato relativ unauffällige, jedoch kämpferisch agile Ansbacher. Doch die kamen überaus motiviert aus den Kabinen, was in der 54. Minute im Ausgleich von Lukas Schmidt resultierte. Die Freude darüber währte aber nicht lange, denn Joshua Endres stellte mit einem sehenswerten Treffer kurz darauf den bisherigen Abstand wieder her. Lukas Schmidt sorgte erneut für den Ausgleich in der 64 - per traumhaften Direkt-Freistoß. Sein Teamkollege Tobias Dietrich schoss die Ansbacher wenige Minuten vor dem offiziellen Ende dann sogar noch in Führung - und einige Westmittelfranken rieben sich bereits siegesgewiss die Hände - wenn da nicht Freistoß-Experte Joshua Endres noch etwas dagegen gehabt hätte: In der Nachspielzeit machte er für seine Elf noch den verdienten Punktgewinn klar.

Die Würzburger Kickers, seit sechs Spielen ohne Niederlage, nahmen gegen den VfB Eichstätt, der seine jüngste Partie mit 1:3 verlor, ihre Favoritenrolle von Anfang an wahr. Doch die Gäste boten über die gesamten 90 Minuten betrachtet dem Tabellenzweiten stets Paroli. Dardan Karimani brachte seine Elf nach einer Viertelstunde in Führung. Die Mattes-Elf steckte in der Folge nicht auf, im Gegenteil: Sie erarbeitete sich gute Möglichkeiten. Hälfte zwei war überaus intensiv, beide Mannschaften schenkten sich nichts und drängten auf den Ausgleich bzw. den Führungsausbau. Die vogelwilde Schlussphase hatte es dann in sich: Nachdem Marius Wegmann in der 86. das 2:0 für die Kickers erzielte, glückte Julian Kügel in der 89. der Anschlusstreffer - und eine Minute später dem eingewechselten Tim Littman der entscheidende Schlag zum 3:1. Drei Tore binnen fünf Minuten - und wenn der Schiri nicht abgepfiffen hätte, wär's wohl Schlag auf Schlag so weitergegangen. Am Ende ein verdienter Dreier für die Wildersinn-Mannen.

Nach einer torlosen ersten Hälfte markierte Leonardo Vonic erst eine Viertelstunde vor Schluss den Führungstreffer für die Nürnberger U23, die aufgrund von zuletzt fünf Spielen ohne Niederlage mit ordentlich Selbstvertrauen im Gepäck nach Rain am Lech reiste. Dem Gastgeber wiederum steckte noch der 2:3-Misserfolg gegen Buchbach in den Gliedern. Doch das hinderte die Weng-Elf nicht daran, in gewohnt starker Underdog-Manier gegen favorisierte Cluberer aufzuspielen. In Minute 80 nutzte Angelo Mayer einen Pfosten-Abpraller zum Ausgleich. Teamkollege Arif Ekin verwandelte kurz darauf per Foul-Elfmeter zur Rainer Führung - und zum letztlichen 2:1-Endstand. Die Schwaben wurden ihrem Ruf als niemals zu unterschätzende Mannschaft einmal mehr gerecht. Nürnberg II lässt Federn auf die Würzburger Kickers.

Keine Tore fielen in der Partie zwischen Kellerkind FV Illertissen, das seine beiden jüngsten Spiele verloren hatte und seit drei Begegnungen auf einen Sieg wartete, und dem TSV Buchbach, der zuletzt gegen Rain einen wichtigen Dreier einfahren konnte. Die erste Halbzeit fiel dabei sehr "highlightlos" aus. Beide Teams plänkelten viel im Mittelfeld und strahlten wenig Gefahr aus. Die Gastgeber hatten zwar mehr Ball Besitz, konnten jedoch nichts Zählbares daraus machen. In Hälfte zwei agierte der FVI besser als in der ersten, doch auch hier wollte die Kugel nicht ins Netz. Am Ende ein typisches 0:0: Wenig Chancen, viel Spielanteile im Mittelfeld - und keine Tore. Die Bachthaler-Elf hatte mehr vom Spiel, doch war nicht schlagkräftig genug nach vorne.

Die (neben Aubstadt-Ansbach) torreichste Partie fand an diesem Spieltag in Augsburg statt, wo die heimische U23 den 1. FC Schweinfurt (seit vier Partien ohne Sieg) zu Gast hatte. Jordi Wegmann schoss die Hausherren nach gut 15 Minuten in Führung, die Schweinfurts Tormaschine Adam Jabiri kurz darauf egalisierte. Zu Beginn der Partie spielten beide Teams mit offenem Visier - mit etlichen Torannäherungen hüben wie drüben. Doch dann flachte die Begegnung etwas ab. Pausenstand: 1:1. Anders das Bild in Hälfte zwei: Unmittelbar nach dem Seitenwechsel war Hendrik Hofgärnter für die Elf von Tobi Strobl zur Stelle. Erneut Wegmann erhöhte in der 55. gar auf 3:1. Der neuerliche Anschlusstreffer gelang Pascal Moll in der 74. Doch Fabian Wessig machte mit seinem Treffer in der 82. schließlich den Deckel zum völlig verdienten Augsburger Heimdreier drauf.

Aufrufe: 026.11.2022, 18:05 Uhr
Stephan HörhammerAutor