2026-01-14T07:55:46.445Z

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Max Wuschek (li.) wird sich im Sommer nach dann sieben Jahren vom TSV Schwaben Augsburg verabschieden.
Max Wuschek (li.) wird sich im Sommer nach dann sieben Jahren vom TSV Schwaben Augsburg verabschieden. – Foto: Karin Tautz

»Wahnsinnig kraft- & zeitraubend«: Wuschek erklärt seinen Rückzug

Der Sportdirektor des TSV Schwaben Augsburg legt am Saisonende sein Amt nieder

Beim Regionalligisten TSV Schwaben Augsburg geht am Saisonende eine Ära zu Ende. Nach sieben Jahren wird Sportdirektor Max Wuschek seinen Posten zur Verfügung stellen. Das gaben der 33-Jährige und der Verein rund um Weihnachten bekannt. Wir haben mit ihm über die Gründe seines Rückzugs gesprochen.

FuPa: Max, du wirst dich im Sommer von den "Schwabenrittern" verabschieden. Wieso?
Max Wuschek (33): Den einen Grund, der den Ausschlag gegeben hat, den gibt es nicht. Es ist eher die Summe an Argumenten, die mich zu diesem Schritt bewogen haben. In letzter Zeit war es schon sehr, sehr kräftezehrend. Das ging an die Substanz.

Du sprichst es an: Der TSV Schwaben Augsburg hat immer wieder mit Nebenkriegsschauplätzen abseits des Rasens zu kämpfen. Erst die schier ewig lange Hängepartie Regionalliga, ja oder nein. Dann in der vergangenen Saison war es die Causa "Verstoß gegen die U23-Regelung des BFV", die euch über ein halbes Jahr lang in Atem hielt. In dieser Saison habt ihr wieder Ärger mit dem Verband. Es geht um das Flutlicht im Rosenaustadion, das nicht den Vorstellungen des BFV entspricht. 30.000 Euro Strafe und ein Punktabzug stehen im Raum.
Richtig. Es war und ist turbulent. Aber es geht nicht nur um den Ärger mit dem Verband. Jetzt beispielsweise im Winter müssen wir wieder schauen, wo wir überhaupt trainieren können. Da sind immer wieder langatmige Gespräche mit der Stadt notwendig. Die Rahmenbedingungen für Regionalliga-Fußball sind schwierig bei uns, so ehrlich muss man sein. Das alles ist einfach wahnsinnig kraft- und zeitraubend.

Und noch dazu betreibst du das Ganze ehrenamtlich neben deinem Vollzeitjob...
Genau. Ich bin beruflich im Vertriebsaußendienst tätig. Mit Beruf und Sportdirektor-Amt in der Regionalliga, da stößt man an seine Grenzen. Für mich war es nach sieben Jahren beim TSV Schwaben Augsburg jetzt einfach an der Zeit, einen Schlussstrich zu ziehen. Ich bin mir sicher, auch dem Verein tut es gut, wenn mal wieder frischer Wind reinkommt.

Wann hast du Verein und Mannschaft über deine Pläne informiert?
Vereinsintern haben wir schon vor längerer Zeit dieses Szenario besprochen. Die Vereinsspitze hat nun bis zum Saisonende ausreichend Zeit, eine Nachfolgerregelung zu finden. Mit persönlich war das auch ein Anliegen, dass frühzeitig Klarheit herrscht. Der Mannschaft und dem Trainerteam habe ich es unmittelbar nach dem letzten Spiel vor der Winterpause gegen den FC Bayern II gesagt.

Max Wuschek hat in seiner Zeit bei den "Schwabenrittern" so einiges erlebt.
Max Wuschek hat in seiner Zeit bei den "Schwabenrittern" so einiges erlebt. – Foto: Imago Images

Mit Benedikt Schmoll verlässt auch ein weiterer Sportlicher Leiter den Verein. Heißt: Der TSV wird sich auf der Kommandobrücke neu aufstellen müssen und hat betont, bereits an einer Lösung zu arbeiten. Gibt`s schon etwas Neues zu verkünden?
Ja, durchaus. Die Aufgaben werden intern auf mehrere Schultern verteilt. Die Personen, die Verantwortung übernehmen werden, stehen soweit fest. Allerdings werden wir die Namen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht publik machen, denn wir möchten erst noch konkret abstecken, wer welche Aufgabenbereiche übernimmt. Es wird auch eine meiner Hauptaufgaben in den kommenden Wochen und Monaten sein, diese Leute einzuarbeiten.

Was nimmst du aus deiner Zeit bei den "Schwabenrittern" mit?
Viele positive Dinge. Ich persönlich konnte mich enorm weiterentwickeln und total viel lernen, seit ich 2019 vom damaligen Kreisklassisten SSV Margersthausen zu Schwaben Augsburg gekommen bin. Ich denke, wir haben den Verein in den vergangenen Jahren zu einem Aushängeschild in der Region geformt. Das macht mich schon auch ein wenig stolz. Ich durfte mir von Profis wie Halil Altintop, Janos Radoki oder Matthias Ostrzolek eine Menge abschauen. Ein besondere Geschichte ist freilich auch die von Julian Kania. Wir haben den Jungen damals aus der Kreisliga zu uns geholt, und dann macht er im vergangenen Sommer in DFB-Pokalfinale vor 75.000 Zuschauern ein Tor. Das war schon ein besonderer Moment.

Wie geht`s mit dir persönlich weiter? Hast du schon ein neues Engagement im Auge oder ist ab Sommer erst einmal Pause angesagt?
Ich weiß es ehrlich gesagt noch nicht. Das lasse ich auf mich zukommen. Ich kann aber sagen, dass mir die Arbeit als Sportdirektor viel Spaß bereitet. Ich konnte mir in den vergangenen Jahren auch ein gutes Netzwerk aufbauen.

Noch aber bist du im Amt bei den "Schwabenrittern". Und damit wollen wir zum Abschluss den Blick aufs Sportliche werfen. Die Vorbereitung steht vor der Tür. Als Tabellenletzter habt ihr eine denkbar ungünstige Ausgangslage für die Frühjahrsrunde im Kampf um den Klassenerhalt. Habt ihr euch in der Winterpause für den sportlichen Überlebenskampf verstärken können?
Nein - und das ist eine ganz bewusste Entscheidung. Komplett ausschließen sollte man einen Transfer zwar nie, denn manchmal ergibt sich unverhofft eine tolle Option. Aber das müsste schon zu 1000 Prozent passen. Denn zusammen mit dem Trainerteam sind wir der Meinung, dass wir auch in der Breite gut aufgestellt sind. Schlüsselspieler wie Kapitän Marco Greisel und Jonas Greppmeir kehren nach ihren langwierigen Verletzungen zurück. Sie sind fast wie Neuzugänge für uns. Unglaublich wertvoll für die Psyche war in diesem Zusammenhang auch der abschließende Sieg vor der Winterpause gegen die Bayern-Amateure. Der Glaube an uns selbst ist da. Ich bin deshalb vom Klassenerhalt überzeugt - was für mich ein krönender Abschluss und das i-Tüpfelchen auf meine Zeit beim TSV Schwaben Augsburg wäre.

Das Interview führte Mathias Willmerdinger.

Aufrufe: 09.1.2026, 06:00 Uhr
Mathias WillmerdingerAutor