2026-05-15T09:36:57.455Z

Vom Spielfeldrand

Wahnsinn in Messingen

Relegationsticket mit der letzten Aktion

von Kabine & Kultur · Heute, 08:30 Uhr · 0 Leser
– Foto: SV Adler Messingen

Der SV Adler Messingen hat sich den zweiten Tabellenplatz in der Kreisliga Süd-Mitte gesichert, aber bitte nicht auf langweilige Art. Gegen den SV Varenrode wurde aus einem normalen Punktspiel ein kleiner Dorfplatz-Thriller mit drei Toren ab der 88. Minute, Latte in der Nachspielzeit und einem Finale, das selbst Michael Wolbers im FuPa-Liveticker vermutlich nur mit Schnappatmung überstanden hat.

Ein Spiel wie ein offenes Scheunentor

Dabei fing alles schon nach 120 Sekunden an. Maximilian Krieger vergab zunächst freistehend für Varenrode, im direkten Gegenzug köpfte Johannes Schröer den Ball irgendwie Richtung Tor und der trudelte tatsächlich zum 1:0 ins Netz. So ein Treffer, bei dem selbst der Wind kurz mitjubelt.

Doch Varenrode blieb dran. Christopher Börger hatte gleich mehrfach den Ausgleich auf dem Fuß, scheiterte aber zunächst am Keeper oder an einem Messinger Bein auf der Linie. Kurz vor der Pause war es dann doch soweit: Flanke Lögers, Kopfball Börger, Innenpfosten, Tor. Hochverdient, wie der Liveticker nüchtern festhielt.

Hackentor, Herzschlag und völliger Wahnsinn

Nach der Pause wurde das Spiel endgültig zum Kreisliga-Fiebertraum. Jakob Holle traf nach einem Konter zum 2:1, Nico Jansen erhöhte später sogar artistisch per Hacke auf 3:1. Messingen schien durch zu sein. Schien.

Denn dann kam Maximilian Krieger. Erst drückte er nach einer Ecke den Ball zum Anschluss über die Linie, dann köpfte er in der Nachspielzeit tatsächlich auch noch das 3:3. Varenrode war plötzlich nur Sekunden vom Partycrasher entfernt.

Aber eben nur Sekunden.

Denn direkt nach dem Wiederanstoß lief Nico Jansen frei aufs Tor zu, tunnelte den Keeper und schob Messingen mit dem 4:3 endgültig auf den Relegationsplatz. Während Varenrode in Minute 96 noch die Latte traf, dürfte in Messingen längst niemand mehr normal Puls gehabt haben.

Liveticker-Mann Michael Wolbers brachte es am Ende vermutlich am treffendsten auf den Punkt: „Viel Kampf und Leidenschaft im Spiel, wäre auch eines Finales würdig gewesen.“

Und manchmal ist Kreisliga eben einfach besser als jedes Abendprogramm.