
Starke zweite Halbzeit des TSV mit vier Toren im Bayernliga-Hit - Trainer Chris Rechs Joker treffen. Bleibt Nico Held (26) nach seinem Rückzug als Finanz-Vorstand des Gesamtvereins Fußball-Abteilungsleiter?
Landsberg – Die schwache Vorbereitung (nur ein Sieg in sechs Spielen) ist vergessen, nach ein starken Punktspiel-Auftakt ist am Lech (zumin-dest sportlich) wieder alles im Lot. Der TSV Landsberg gewann zum 2026er-Start das Spitzenspiel gegen den FC Deisenhofen mit 4:2, bleibt punktgleich mit 1860 München II (3:0 gegen Schwaig) Tabellenzweiter und baute den Vorsprung auf die Verfolger Kirchanschöring (2:0 gegen Türkspor Augsburg) und Deisenhofen auf sechs, bzw. acht Punkte aus. Die Regionalliga-Ambitionen bleiben damit gewahrt. Auch wenn im Verein aktuell schon wieder Verunsicherung herrscht, da Abteilungslei-ter Nico Held (26) Mitte der Woche mit sofortiger Wirkung seinen Rücktritt als Finanz-Vorstand des Gesamt-Vereins erklärte.
Am Samstag zeigte die Truppe von Chefcoach Chris Rech (32) und seinem neuen Co-Trainer, dem ehemaligen Deisenhofen-Coach Peter Schmidt (43), zwei Gesichter. „So unansehnlich für die Zuschauer die erste Halbzeit war, so stark war die zweite Spielhälfte. Das war sehr sehrt gut, wir sind alle happy“, freute Rech, der in dieser Partie sehr, sehr viel richtig gemacht hatte. Seine Mannschaft, die erstmals ohne Verteidiger Benny Auburger (Faserriss am Oberschenkel), aber mit Türkgücü-Neuzugang Ünal Tosun (zusammen mit Lukas Bettrich ein geniales Tandem im defensiven Mittelfeld) und Kapitän Maxi Holden-rieder nach auskurierter Verletzung auflief, kam aber schwer in die Gänge, hatte zunächst trotz der emsigen "Arbeitsbiene" Jeton Abazi im Sturm keine echte Torchance und geriet durch Jan Krettek (41.) sogar 0:1 in Rückstand. Ein völlig anderes Spiel nach der Pause – jetzt dominierten die Hausherren, überzeugten mit einer spielerisch wie kämpferisch starken Leistung.
Die wurde belohnt: Tino Reich glich nach Vorarbeit von Maxi Berwein (schon die neunte Saisonvorlage) in der 57. Minute aus. Und dann bewies Rech ein überaus glückliches Händchen bei seinen Einwechslungen. Daniele Sgodzaj, gerade 13 Minuten auf dem Feld, machte in der 77. Minute nach Assist von Kilian Pittrich (vier Minuten auf dem Platz) das 2:1 und nach dem Ausgleich durch Florian Weber (85.) zündete der TSV den Schluss-Turbo. 89. Minute, wieder eine Kombination von zwei Einwechselspie-lern. Tolle Vorarbeit von Fares Ibrahim und Youngster Luca Dollinger erzielt das vielumjubelte 3:2. Eine vergebene Freistoß-Ausgleichschance noch für Yasin Yilmaz in der sechsten Minute der Nachspielzeit, dann setzt Berwein mit seinem zehnten Saisontor aus spitzem Winkel den Schlusspunkt (90.+7). Elfter Saisonsieg eingefahren, der erste für Tosun und (den neuen) Schmidt - „jetzt spricht keiner mehr über eine schlechte Vorbereitung“, so Auburger nach der Partie. Die Mannschaft hatte das von Rech nach den Testspielen mehrfach geforderte „andere Gesicht“ in der zweiten Spielhälfte eindrucksvoll gezeigt.
Gut, dass sich die Landsberger nicht von der Unruhe beeinflussen hatten lassen, die der Mann verursacht hatte, der eigentlich angetreten war, um für Ruhe und Stabilität, auch in finanzieller Hinsicht, zu sorgen. Das hatte Nico Held (bei Türkgücü München mit seinen Präsidenten-Ambitionen gescheitert und als Hauptsponsor bei Viktoria Berlin nach kurzer Zeit ausgestiegen) zumindest im Sommer 2024 versprochen. Da war er praktisch aus dem Nichts in Landsberg aufgetaucht und im Juli als Nachfolger des zurückgetretenen Basti Gilg zum Fußball-Abteilungsleiter gewählt worden. Er wollte Strukturen schaffen und stieg in Windeseile zum Finanzvorstand des Gesamtvereins auf (Wiederwahl erst im Dezember 2024). Diesen Posten räumte er jetzt Anfang der Woche, begründete diesen „Schritt aus dem Nichts“, der die Spieler überraschte, gegenüber dem Landsberger Tagblatt mit der „immer größer werdenden zeitlichen Belastung“, da seine Firma (auf die Akquise von Fördermitteln spezialisiert) „so viele Neukunden“ habe. Ob Held, im Verein ohnehin nicht unumstritten, Abteilungsleiter bleibt (oder bleiben darf), steht aktuell in den Sternen. Er selbst lasse „das offen“, wie er sagte. Im Lauf der Woche sollen Gespräche mit dem Vorstands-Vorsitzenden Hans Haedenkamp, für den der Rücktritt „nicht ganz überraschend“ kam, Klarheit bringen. Held fehlte im übrigen beim Spielgegen Deisenhofen – aus privaten Gründen. Es bleibt spannend am Lech...