
Auch nach elf Spieltagen hat sich die Spreu vom Weizen in Gruppe eins der Bezirksliga noch nicht wirklich getrennt. Das Feld liegt dicht beieinander, was unter anderem die SG Unterrath bestätigen wird. Die Elf von Deniz Aktag lauert auf Rang sechs nur drei Zähler hinter dem Tabellenzweiten DV Solingen. Auf der anderen Seite ist aber auch Abstiegsrang 15 nur vier Zähler entfernt.
Vor dem Heimspiel gegen den Tabellennachbarn SC Kapellen hat Unterraths Trainer den Blick eher in den Rückspiegel gerichtet. „Natürlich würden wir nun auf Platz eins stehen, wenn wir unsere Chancen gegen den 1.FC Wülfrath genutzt und die 3:1-Führung gegen Gnadental über die Zeit gebracht hätten. Aber Fakt ist nun einmal, dass wir noch nicht in der Lage sind, um auch mal drei Spiele am Stück zu gewinnen. Wir wollen daher weiter so viele Punkte wie möglich sammeln, um uns frühzeitig von unten abzusetzen“, sagt Deniz Aktag.
Ein Blick auf das Torverhältnis verrät, was der SGU aktuell fehlt, um höhere Ansprüche anzumelden. Während der Angriff mit 30 geschossenen Treffern Ligaspitze darstellt, sind 23 Gegentore eher der Wert eines Abstiegskandidaten. „Die Breite, die wir in der Offensive haben, fehlt uns leider in der Defensive“, sagt der Coach.
Dabei kann Aktag auch im Sturm gar nicht aus dem Vollen schöpfen. Mit Shunya Hashimoto (für acht Spiele gesperrt), Max Kohmann (krank) und Mohamed Fatni (verletzt) fallen drei fest eingeplante Optionen für den vorderen Bereich seit geraumer Zeit aus. Kohmann und Fatni kamen im Prinzip noch gar nicht richtig am Franz-Rennefeld-Weg an. Während ihr Fehlen kompensiert werden konnte, steht und fällt hinten fast alles mit der Anwesenheit von Michael Blum. In den beiden Partien, in denen der ehemalige Profi fehlte, kassierte die SGU alleine neun Tore.
Das sind keine guten Aussichten mit Blick auf Sonntag. Denn auch die Partie gegen Kapellen wird der 36-jährige verpassen, weil er parallel an einem Lehrgang zur Trainer-B-Lizenz teilnimmt. In Abwesenheit von Blum liegen die Hoffnungen der Verantwortlichen auch auf den Schultern von Oluremi Williams. Der US-Amerikaner konnte nach seiner Rückkehr bislang noch nicht an die guten Leistungen aus der Vorsaison anknüpfen.
Auch deshalb hält Aktag vorsichtig nach Verstärkungen für die Rückrunde Ausschau. Platz in der Kabine wäre nach der Aussortierung von Ayyoub Ichoutene, Ayoub Ben Haddaj und Pascal Tonou in jedem Fall vorhanden. „Bei ihnen hat das Preis-Leistungs-Verhältnis für die Landesliga nicht gepasst“, sagt Aktag und führt neben sportlichen auch atmosphärische Gründe auf. „Wir haben auf jeden Fall wieder mehr Ruhe im Team.“
