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„Vorbildfunktion nicht gerecht geworden“: TSV 1860 II sieht gegen Heimstetten dreimal Rot

Drei Blaue sehen Rot

von Robert M. Frank · 29.07.2024, 08:48 Uhr · 0 Leser
Zweites Spiel, zweiter Treffer: Rechtsaußen Cristian Leone (19), der bereits mit den Profis im Trainingslager war.
Zweites Spiel, zweiter Treffer: Rechtsaußen Cristian Leone (19), der bereits mit den Profis im Trainingslager war. – Foto: sampics

Die Zweite des TSV 1860 München und der SV Heimstetten liefern sich ein hitziges Duell. Der FC Deisenhofen kassiert eine überraschende Heimpleite.

München – Am zweiten Spieltag der Bayernliga kam es zu einem Skandalspiel. Die Partie des TSV 1860 II gegen den SV Heimstetten, die in Gilching ausgetragen wurde, ging unter außergewöhnlichen Voraussetzungen nach 100 Minuten zu Ende. Die beiden Teams trennten sich mit 2:2, aber vier Rote Karten und eine Rudelbildung in der langen Nachspielzeit erhitzten die Gemüter.

Nicht nur verbal standen sich beide Teams feindlich gegenüber. Die Schuldzuweisungen gingen quer durch beide Reihen, für Schiedsrichter Sebastian Stadlmayr gab es viel Arbeit, um noch Schlimmeres zu verhindern. Die Gastgeber fühlten sich provoziert, doch Trainer Felix Hirschnagl will mit seinen aufgebrachten Schützlingen ein ernstes Wort sprechen: „Leider muss ich festhalten, dass viele Protagonisten heute ihrer Vorbildfunktion nicht gerecht wurden. So kann man sich nicht verhalten und das betrifft beide Lager, Emotionen hin oder her.“

Auch Heimstettens Trainer Roman Langer störte sich an den vielen „Nebengeräuschen“, sprach von einem gerechten Unentschieden: „Mit unserer Leistung war ich nicht ganz zufrieden.“ In diesem verbissenen „Kampf der Disziplinlosen“ sahen die drei Junglöwen Daniel Winkler (68.), Teo Marosevic (88.) und Cristian Leone (90+7) die Rote Karte, bei Heimstetten erwischte es Sakhi Zada (88.). Die beiden Teams zeigten aber auch streckenweise ordentlichen Fußball: Jordi Woudstra (26.) brachte Heimstetten in Führung, die Junglöwen Anian Brönauer (36.) und Cristian Leone (84.) drehten den Spieß um, in der langen Nachspielzeit rettete Kubilya Celik noch einen Punkt für den Ex-Regionalligisten.

TSV Grünwald verspielt erneut eine Führung

Trainer Rainer Elfinger hatte sein Team umsonst gewarnt, aber der TSV Grünwald muss als Neuling erst einmal Lehrgeld bezahlen: Zum Auftakt verspielte der Aufsteiger eine klare 2:0-Führung gegen den TSV 1860 II und verlor mit 2:4. Jetzt sollte sich diese Dramaturgie wiederholen: Beim amtierenden Meister SV Erlbach, der zuletzt auf den Sprung in die Regionalliga verzichtete, lagen die Grünwalder nach einer Viertelstunde mit 1:0 in Führung durch den Treffer von Marco Bornhauser.

Aber den prominent aufgestellten Grünwaldern ging wie schon bei der Niederlage gegen die Löwen in der Schlussphase die Luft aus. Der Titelverteidiger drehte mit den Treffern von Leonhard Thiel (80.), Florian Wiedl (90.+1) und Simon Hefter (90.+4) die Partie und bei Grünwald machte sich nach dem Fehlstart Ratlosigkeit breit.

TSV Landsberg kassiert zweite Niederlage

In der zurückliegenden Saison sorgte der TSV Landsberg dank des prominenten Kaders, für viele Schlagzeilen, sprach aber vorzeitig von einem Aufstiegsverzicht. Sascha Mölders und viele seiner Kollegen wanderten ab und von Meisterschaft spricht niemand mehr in Landsberg, vielmehr geht es wohl um den Klassenerhalt.

Der dürfte schwer werden und beim 0:1 beim FC Ismaning setzte es die zweite Niederlage. Die Gastgeber zeigten sich gut erholt von der 0:4-Auftaktschlappe in Heimstetten. Den Treffer für die Ismaninger erzielte Neuzugang Meriton Vrenezi (79.), dessen Bruder Albion letzte Saison noch für das Profiteam von 1860 gespielt hatte.

Überraschende Heimpleite für FC Deisenhofen

Der FC Deisenhofen, wieder einmal personell verjüngt, fühlte sich am Samstagnachmittag förmlich überrumpelt, denn mit einer 0:3-Heimpleite gegen Türkspor Augsburg hatten nicht einmal die Pessimisten gerechnet.

Nach acht Minuten gingen die Gäste aus Schwaben durch Mehmet Ali Fidan in Führung, die Schützlinge von Trainer Andy Pummer zeigten sich geschockt, stürmten vehement, um den Ausgleich zu erzielen, mussten sich aber auskontern lassen. Noah Kusterer (25.) und Enes Bozkurt (85.) entführten bei der Hitzeschlacht die Punkte und für Deisenhofen blieb die bittere Erkenntnis: Viel Arbeit, aber kein Ertrag.