
Der TSV Murnau siegt 2:0 gegen Garmisch-Partenkirchen. Bastian Adelwart verwandelt nach mehreren Fehlschüssen endlich wieder einen Elfmeter.
Der Siegtreffer passte zum Spiel. Die 1100 Zuschauer am Mittwochabend an der Poschinger Allee bekamen kein Spektakel kredenzt. Da war es nur folgerichtig, dass das 1:0 durch einen schnöden Elfmeter fiel. Doch der Schuss ins Glück war für Bastian Adelwart und seine Murnauer alles andere als selbstverständlich. Das Tor zum 2:0-Sieg über den Lokalrivalen 1. FC Garmisch-Partenkirchen markierte das Ende einer Elfmeter-Phobie.
Alles begann Anfang Februar. Damals gegen Aubing scheiterten die ersten beiden Schützen und der TSV im Totopokal. Sah der Landesligist noch entspannt, hatte er doch in Georg Kutter für den Ligabetrieb einen Vollstrecker vom Punkt. Dann nahm das Unheil seinen Lauf: Der Uffinger verletzte sich, und seinen Mitspielern versagten die Nerven. Jannis Braun, Maximilian Nebl, Fabian Erhard und Adelwart versuchten sich. Drei der fünf Schüsse verfehlten ihr Ziel. Tiefpunkt war Adelwarts Fehlschuss im Panenka-Stil, der Martin Wagner auf die Palme brachte. Dennoch stellte sich der Coach nun vor den 22-Jährigen und ernannte ihn erneut zum ersten Schützen. „Ich weiß, dass er ein sehr Guter ist und auch das Vertrauen von mir braucht.“
Das zahlte sein Mittelfeldspieler zurück. Am Mittwoch machte er bewusst früher Feierabend, um sich auf das Derby zu konzentrieren. „Das Spiel ist mir die ganze Zeit durch den Kopf gegangen“, erzählt Adelwart. „Ich habe mir gedacht: Was ist, wenn es einen Elfer gibt?“ Er war vorbereitet. Im Training am Montag hatte er sich noch Ersatztorhüter Benedikt Wallrapp geschnappt, die Drucksituation geübt. Als es darauf ankam, behielt er die Nerven. Sein Trainer lobt: „Mich freut es einfach, dass er sich belohnt hat, denn er macht es seit Wochen hervorragend.“
Lange war er das Sorgenkind der Murnauer. In der Hinrunde setzten ihn Rücken- und Hüftbeugerprobleme mehrmals außer Gefecht, fünf Monate musste Adelwart seine Fußballschuhe liegen lassen. Jetzt ist er zurück – und wie: Acht Scorerpunkte gelangen ihm in acht Partien. „Ich bin stolz auf mich, ich hatte keine leichte Zeit“, betont Adelwart. „Aber ich habe mich immer wieder zurückgekämpft.“ Und wurde zum Hauptcharakter des Derbys. Mal wieder. Bereits im vergangenen Jahr hatte der 22-Jährige mit einem Kunstschuss für den Heimsieg gesorgt. Jetzt wiederholte sich die Geschichte. „Daheim liegen mir die Garmischer. Es ist einfach geil, dieses Spiel zu gewinnen.“
Entsprechend ausgelassen stimmten die Fußballer in der Kabine ihre Murnauer Version von „Freed from Desire“ an, richteten dann allerdings auch schnell wieder die Blicke aufs Wochenende. Der Rückstand auf den Aufstiegsrelegationsplatz beträgt kurz vor dem Saisonfinale nur noch vier Punkte. Der Derbyheld sagt: „Wir müssen noch einmal alles raushauen in den restlichen Partien. Wir sind eine geile Truppe, haben einen guten Lauf. Wir haben noch eine kleine Chance auf die ersten Plätze.“ Gefeiert werden kann danach schließlich noch genug.