
Bevor es in den Hinrunden-Endspurt geht, gönnt sich die Landesliga Mittelrhein Staffel eins eine kurze Verschnaufpause. FuPa nutzt die spielfreie Woche für einen kleinen Lagebericht. Wie sieht es bei den 16 Mannschaften der Liga derzeit aus? Wer befindet sich auf einem Formhoch und wer hat mit einer Krise zu kämpfen? Welche Teams überraschten bislang? Und wie sieht das Restprogramm bis zur Winterpause aus? Teil zwei des Checks: die Plätze fünf bis acht der Tabelle.
Den Klassenerhalt hatte der FV Wiehl 2000 im Sommer als Saisonziel ausgegeben. Aktuell sieht es eher so aus als würde die Mannschaft von Trainer Sascha Mühlmann um einen Platz im oberen Tabellenmittelfeld spielen. Gerade in den Duellen gegen die vermeintlichen Konkurrenten im Abstiegskampf zeigte sich Wiehl stark. Doch der größte Coup bislang gelang gegen den Spitzenreiter. Auswärts beim SSV Homburg-Nümbrecht entführte der FV dank zweier Elfmeter von Jan Peters alle drei Punkte - und das obwohl das Team lange Zeit in Unterzahl spielen musste. Das Landesliga-Urgestein schickt sich an auch in der elften Saison hintereinander die Klasse zu halten.
Das Restprogramm der Wiehler ist zumindest auf dem Papier lösbar. Besonders im Heimspiel gegen Spich sollten zusätzliche Punkte für den Klassenerhalt drin sein. Im Duell mit Neunkirchen-Seelscheid gab es im Vorjahr unter anderem ein verrücktes 5:5-Unentschieden.
So effizient wie der SC Fortuna Bonn ist kein Team der Liga. Mit gerade einmal 14 selbst erzielten Treffern stehen Trainer Idris Dogan und seine Mannschaft auf Platz sechs. Damit haben die Bonner zwar die zweitschlechteste Offensive der Staffel, diese trifft aber scheinbar (fast) immer im richtigen Moment. Da ist es kaum verwunderlich, dass Verteidiger Adrian Engels (vier Tore, zwei Vorlagen) der beste Scorer des Teams ist. Bei der Fortuna gibt es nur im Prinzip nur zwei denkbare Resultate: Entweder sie entscheidet ein knappes Spiel für sich oder sie wird abgeschossen. Die derzeitige Platzierung kommt nach dem knapp errungenen Klassenerhalt in der Vorsaison schon etwas überraschend, ist allerdings das folgerichtige Ergebnis einer gelungenen Weiterentwicklung. Im zweiten Jahr nach dem Aufstieg peilt Bonn einen Mittelfeldplatz an. Trotz des kleinen Durchhängers zuletzt scheint nicht viel dagegen zu sprechen.
Aufgrund eines Spielausfalls in der vergangenen Woche muss die Fortuna vor der Winterpause noch ein Spiel mehr absolvieren. Zwei Mal darf sie allerdings zuhause ran. Die Gegner sind allesamt Tabellennachbarn.
Mit Giancarlo Lorè (elf Tore) und Boris Kivoma (sechs Tore) kann die SV Deutz 05 auf ein enorm torgefährliches Sturmduo bauen. Dumm nur, dass beide schon einmal gesperrt fehlten. Lorè handelte sich im Stadtduell mit Lindenthal eine gelb-rote Karte ein, Kivoma sah glatt rot. Dennoch darf Trainer Serkan Dalman bislang zufrieden sein. Nach einem etwas holprigen Start sind die 05er zum Ende der Hinrunde voll im Soll. Der gewünschte Mittelfeldplatz ist absolut im Bereich des Möglichen. Bei einem Sieg im Nachholspiel gegen Fortuna Bonn winkt sogar der Sprung auf Rang fünf. Eine Diskrepanz in den Ergebnissen findet sich in der Heim- bzw. Auswärtstabelle. Während Deutz zuhause extrem unangenehm zu bespielen ist und nur von den Topteams aus Bornheim und Rheinbach besiegt werden konnte, läuft es in der Ferne noch nicht so wie geplant.
Bei dieser Statistik ist das Restprogramm, mit zwei Auswärtsspielen und dem Heimkracher gegen Tabellenführer Nümbrecht, wenig verlockend. Erwischt die Deutzer Offensive jedoch einen guten Lauf, ist ihr sicherlich aber auch eine gute Punkteausbeute zuzutrauen.
Der 1. FC Spich, der wie der SC Fortuna Bonn in der Vorsaison nur knapp dem Abstieg entkam, ist in dieser Spielzeit für die ein oder andere Überraschung gut. In Rheinbach feierte die Mannschaft um Trainer Michael Theuer einen späten Auswärtssieg, den ungeschlagenen SSV Bornheim brachte Spich in der Vorwoche an den Rand einer Niederlage. Obwohl der Kampf um den Klassenerhalt in dieser Saison voraussichtlich lange Zeit eng und spannend bleiben wird, können die Spicher Verantwortlichen zu diesem Zeitpunkt einigermaßen zufrieden sein. Entscheidend wird eine gute Bilanz gegen die Konkurrenz aus dem Tabellenkeller. Der Topscorer der Mannschaft ist momentan Lukas Püttmann (sechs Tore, drei Vorlagen).
Bei zwei Partien gegen Mittelfeldteams der Liga bekommt Spich vor der Winterpause nochmal die Gelegenheit sich ein kleines Polster zur Abstiegszone zu verschaffen. Der 4:1-Sieg im letzten Duell mit Wiehl war mitentscheidend für den Klassenerhalt und weckt damit gute Erinnerungen.