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Von unaufgeregt bis unberechenbar: Die große Halbzeitbilanz der Kreisliga 2

Fußball

von Matthias Spanrad · 01.01.2026, 15:00 Uhr · 0 Leser
Nur schwer vom Kurs abzubringen: Die Allershausener Kicker um Domenik Baller (r.) sind als Tabellenzweite aktuell das beste Landkreis-Team der Liga – und haben damit alle Chancen auf die Meisterschaft und den Aufstieg in die Bezirksliga.
Nur schwer vom Kurs abzubringen: Die Allershausener Kicker um Domenik Baller (r.) sind als Tabellenzweite aktuell das beste Landkreis-Team der Liga – und haben damit alle Chancen auf die Meisterschaft und den Aufstieg in die Bezirksliga. – Foto: Michalek

Allershausen, Kranzberg und Unterbruck mischen kräftig vorne mit. Doch auch die Landkreis-Teams in der unteren Tabellenhälfte dürfen nicht nachlassen.

Landkreis – 13 Spieltage sind in der Kreisliga 2 absolviert – und so spannend war die Runde lange nicht mehr. Ein wirklicher Favorit ist an der Tabellenspitze kaum auszumachen, auch im Keller ist die Messe längst nicht gelesen. Dabei fehlt allen Landkreis-Teams in dieser Saison ein echter Goalgetter – zweistellig hat bisher nur Maximilian Bauer vom SC Moosen getroffen. Das FT schaut auf die sieben Freisinger Mannschaften und zieht ein erstes Fazit.

Die Defensivkünstler

Es war nur ein Satz, doch er sollte nachhallen. In der Sommerpause sprach Dennis Hammerl, Spielertrainer beim SV Kranzberg, von einer zähen Angelegenheit und davon, dass es eine schwierige Runde werden würde. Und dann? Holten die Ampertaler Sieg um Sieg und waren als Spitzenreiter keine Eintagsfliege, sondern standen etliche Wochen auf Rang eins. Erst Ende Oktober endete die niederlagenlose Serie, das 0:2 im Derby in Allershausen markierte einen kleinen Wendepunkt. Nach zuvor acht Siegen aus neun Spielen mussten die Blau-Weißen wenig später die Tabellenführung abgeben. Was der SVK heuer gut löst: Mit lediglich sechs Gegentoren hat die Hammerl-Elf die mit weitem Abstand beste Defensive. Als Dritter mischen die Kranzberger zudem weiterhin kräftig oben mit. Und: Landkreisintern ist der SVK mit 28 Gelben Karten, einer Roten und zwei Zeitstrafen das fairste Team.

Die Unaufgeregten

Dass nicht Kranzberg die aktuell beste Landkreis-Mannschaft ist, sondern der TSV Allershausen (Platz zwei), liegt auch da㈠ran, dass der Konkurrent aus dem Ampertal in dieser Saison einen recht unaufgeregten Fußball spielt. Zum einen ist die Truppe von TSV-Trainer Michael Stiller zusammengeblieben, und der Club hat klug auf dem Transfermarkt zugeschlagen. Zum anderen greifen am Amperknie die Rädchen harmonisch ineinander: Stiller hat es geschafft, seinen Mannen seine Idee von Fußball nahezubringen. Hinten steht Allershausen solide und hat mit 15 Gegentreffern (nur etwas mehr als ein Gegentor pro Partie) mit die beste Abwehr der Kreisliga 2. Zudem agiert der TSV in der Offensive variabel. Den zentralen Stürmer-Star sucht man vergebens. Dafür hat es der Club geschafft, die Last auf mehrere Schultern zu verteilen. So gehen zwölf der 28 Tore auf das Konto von Mittelfeldspielern. Prognose: Kickt der TSV so unaufgeregt weiter, könnte mindestens der Relegationsplatz drin sein.

Die Spätstarter

Der Abstieg aus der Bezirksliga war bitter für die Fußballer des BC Attaching um Trainer Stephan Fürst. Und zu Saisonbeginn stand zu befürchten, dass die Misere so weitergehen würde: In den ersten vier Spielen sahen die Rot-Weißen kein Land, erst mit den drei Siegen gegen Nandlstadt, Eitting und Kirchdorf gelang die Wende. Der Grund: Der BCA hatte lange Zeit gehörige Verletzungsprobleme. Erst als die Stammspieler zurückgekehrt waren, konsolidierte sich der Club punktemäßig. In den letzten fünf Partien des Jahres gab es nur noch eine Niederlage. Die Akklimatisierung schreitet voran, Attaching überwintert als Tabellenachter. Im Fairplay-Ranking rangieren die BCA-Kicker dagegen auf dem vorletzten Platz – mit insgesamt 42 Gelben Karten, einer Gelb-Roten und zwei Roten sowie drei Zeitstrafen. Abstiegskampf ist eben nichts für Schönspieler.

Die Unberechenbaren

Es ist genau ein Jahr her, da lehrten die Unterbrucker Fußballer der Kreisliga 2 das Fürchten. Der furiose FCA gewann Spiel um Spiel und stand über den Winter an der Spitze. Würden sie das durchziehen, fragten sich viele der (selbsternannten) Favoriten? Sie schafften es nicht – und auch in dieser Saison ist der FCA unberechenbar: Bockstarken Partien folgten schwächere Auftritte wie zum Jahresabschluss mit dem 1:2 in Nandlstadt. Weil die Elf in der Summe aber klasse Einzelspieler mit Bezirksliga-Format in ihren Reihen hat und Trainerurgestein Sepp Summerer viele Kniffe des Amateurfußballs kennt, steht zurecht Platz vier zu Buche. Zittern muss die Liga heuer zwar nicht vor den Unterbruckern, doch kehren die verletzten Spieler zurück, dürfte mit dem FCA in der Rückrunde zu rechnen sein. Die Summerer-Elf könnte bei der Aufstiegsfrage ebenfalls noch ein Wörtchen mitreden. Auch, weil die Brucker mit Matthis Hayer einen der besten Landkreis-Stürmer haben: Der 24-Jährige steht bei elf Scorerpunkten (sechs Tore und fünf Assists).

Die Soliden

Im Juni musste der TSV Nandlstadt in die Abstiegsrelegation – und das soll heuer nicht mehr passieren. Aktuell sind die Hallertauer auf dem besten Weg dorthin. Glanz und Gloria fehlt in Nandlstadt zwar, dafür aber spielen die Buchberger-Mannen einen soliden Fußball. Einzig am letzten Spieltag vor der Winterpause leistete sich der TSV, unter anderem mit der Roten Karte für Spielertrainer Andreas Buchberger, einen eher unschönen Auftritt. Ansonsten war bislang sowohl Licht als auch Schatten dabei: Gegen Tabellenführer Finsing gab es ein deutliches 3:0, dafür mussten die Nandlstädter ausgerechnet im Derby beim FC Moosburg (0:1) Federn lassen.

Die Formsucher

Es ist der klassische Fall: ein Aufsteiger, der eine Liga höher noch nach seiner Form sucht. Schlecht spielen die Fußballer des FC Moosburg keineswegs und feierten etwa einen 3:0-Pflichtsieg gegen Schlusslicht Eitting. Eine Woche später ließ sich die Elf von Spielertrainer Florian Bittner aber sechs Tore von Tabellennachbar Kirchdorf einschenken. Insgesamt fehlte den Dreirosenstädtern die Konstanz, vor allem in der Defensive. 28 Gegentreffer – der drittschlechteste Wert der Liga – sind zu viel für eine sorgenfreie Runde. Dafür sind der Bittner-Truppe bereits 23 eigene Tore gelungen. Da können die hinteren Teams nicht mithalten.

Die Sorgenkinder

Gibt es Sorgenkinder aus Landkreis-Sicht, dann sind es heuer die Kirchdorfer Fußballer. Legte das Team in der Vorsaison noch eine bockstarke Frühjahrsrunde hin und wurde von manchem hoch gehandelt, so ist in dieser Runde der Wurm drin. Aktuell stehen die Ampertaler auf einem Abstiegsrelegationsplatz. Auch hier mangelt es an Konstanz. Erst ab Ende September stabilisierte sich der SCK nach einem schlechten Start etwas und holte vier Siege aus sieben Spielen. Davor war eher Tristesse angesagt: Kirchdorf konnte nicht den Schwung aus der vergangenen Saison mitnehmen. Darüber hinaus monierte Trainer Andreas Apold mehrmals, dass seine Mannschaft den Ernst der Lage noch nicht erkannt hatte. Spannend wird sein, wie der SCK 2026 aus den Startlöchern kommt: Ab Mitte März stehen gleich drei Partien gegen Teams aus der oberen Tabellenhälfte an.