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Transfers

Von Transfers, Talenten und Trennungen 

Regionaler Fußball: Rheinlandligist holt Flügelflitzer von Eintracht Trier – Herber Rückschlag für A-Liga-Spitzenreiter – Eifeler Funktionär tritt zurück.

von Andreas Arens / Lutz Schinköth · 12.01.2026, 19:41 Uhr · 0 Leser
– Foto: André Nückel

Dieses Talent soll bei der FV Hunsrückhöhe Morbach frischen Wind auf der Außenbahn entfachen: Bastian Süß kommt von der A-Jugend des SV Eintracht Trier 05 und ist nach Angaben von Marcel Lorenz, dem sportlichen Leiter, fest für den Rheinlandliga-Kader eingeplant. Der heute 18-Jährige wechselte 2021 von Morbach zur JFV Rhein-Hunsrück in die C-Junioren-Regionalliga Südwest. Zwei Spielzeiten später ging es für den aus Kinheim an der Mosel stammenden Mittelfeldspieler nach Trier. Bei der Eintracht war er zunächst in der B-Jugend sowie bis zum Herbst in der A-Jugend aktiv. „Eigentlich war der Transfer erst für den Sommer geplant. Dann kam der Spieler aber noch einmal auf uns zu und wollte bereits jetzt zu uns“, berichtet Lorenz.

Einen weiteren Akteur mit Eintracht-Vergangenheit haben die Vereinigten aus Morbach und Monzelfeld mit Tafe Berisha von Rot-Weiss Wittlich in den Hunsrück gelotst. Lorenz kennt den Abwehrspieler noch aus seiner Zeit als Koordinator und Trainer in der Nachwuchsabteilung der Blau-Schwarz-Weißen: „Tafe kommt aus einer längeren Verletzung. Wir wollen ihn behutsam über unsere zweite Mannschaft (Kreisliga A 9, d. Red.) aufbauen. Dort soll er im ersten Schritt Spielpraxis sammeln, um dann perspektivisch den Sprung in unsere Erste zu schaffen.“

Verlassen hat die Hunsrücker hingegen Verteidiger René Amtmann. Den 25-jährigen Österreicher zieht es zum Saar-Landesligisten SG Oberkirchen/Grügelborn. „Er spielt künftig in der Nähe seines Wohnsitzes und seiner Arbeitsstelle. Da René zudem ein duales Studium absolviert, hätte er es zeitlich nicht mehr geschafft, regelmäßig nach Morbach zu fahren“, sagt Lorenz, der „René gerne zumindest für die zweite Mannschaft behalten hätte“.

Was sich in Mehring geändert hat: In der klassentieferen Bezirksliga blickt der SV Mehring bislang auf eine Runde mit einigen Aufs und Abs zurück. Das Team von Spielertrainer Simon Monzel und Assistent Manuel Hubo überwintert mit 15 Punkten aus 16 Partien auf dem elften Tabellenplatz. Nach dem 3:1-Erfolg gegen die SG Zewen am letzten Spieltag vor der Winterpause rückten die Moselaner nach einem völlig verkorksten Saisonstart mit sieben Niederlagen in Folge erstmals in dieser Spielzeit auf einen Nichtabstiegsplatz vor. „Nach zwei Aufstiegen in Folge hat unser Spielstil mit dem offensiv ausgerichteten Po­werfußball nicht mehr funktioniert. Wir haben dann tiefer gestanden und sind über gezielte Umschaltbewegungen zuletzt mehr und mehr zum Erfolg gekommen. Viele Spieler mussten sich erst an die Bezirksliga gewöhnen. In den letzten Wochen vor der Winterpause hatten wir eine zunehmend bessere Trainingsqualität – und unser Matchplan ging meist voll auf“, skizziert Monzel den Aufwärtstrend.

Der 34-Jährige setzt im Frühjahr auch auf die Rückkehr der im Herbst verletzten Akteure. Er selbst, der mit einer Augenentzündung die letzten Partien vor der Winterpause verpasste, will ebenso wieder zu 100 Prozent einsatzbereit sein wie Felix Hübner, Carsten Cordier, René Linster und Jan Niedenführ. Fraglich bleibt die baldige Rückkehr von Dennis Linster, der weiterhin Probleme am Oberschenkel und Sprunggelenk hat. Nach auskurierter Schambeinverletzung stößt Torwart Noah Ludwig wieder zum Kader. Abwehrroutinier Nico Scholtes bleibt bis zum Sommer definitiv an Bord, auch die oberligaerfahrenen Johannes Diederich und Nico Stadfeld sind Optionen, sofern sie es beruflich einrichten können. Nach einer Zerrung am Oberschenkel möchte Angreifer Matija Jankulica seine Fitness wieder so aufbauen, dass er in jedem Spiel ein Faktor sein kann. Die A-Jugendspieler Alex Marxen und Simon Schneider sollen laut Monzel behutsam integriert werden. Während Alexander Krieger den Verein in Richtung seines Heimatklubs FSG Ehrang/Pfalzel verlassen hat (TV berichtete), fallen Alexander Dietz (Kreuzbandoperation), Jonas Klein (Sprunggelenksverletzung), Leandro Angelico (hinteres Kreuzband gerissen) und Rolland Weiszenbacher (anstehende Meniskusoperation) weiter aus. Berufsbedingt muss Andy Strauch häufiger passen.

Über seine Zukunft als Trainer und die von „Co“ Hubo sagt Monzel: „Die Gespräche werden wir im Verlauf der Wintervorbereitung führen. ‚Manu‘ und ich möchten gerne das Kapitel SV Mehring weiterschreiben. Ich sehe keine Gründe, nach der Saison getrennte Wege zu gehen.“ Nach einer Operation am Kopf, die eine monatelange Zwangspause nach sich gezogen hatte, stößt Jürgen Spieles in seiner Funktion als weiterer Co-Trainer wieder zum Team.

Spielertrainer des SV Irsch verletzt – kommt jetzt Ersatz? In der Kreisliga A7 überwintert der SV Trier-Irsch an der Tabellenspitze. Für den weiteren Verlauf der Rückrunde müssen die Blau-Weißen jedoch einen schweren Rückschlag verkraften: Spielertrainer Sebastian Szimayer (neun Treffer in zehn Einsätzen) wurde nach einer Verletzung, die er sich Anfang November beim 2:2 im Spitzenspiel beim aktuellen Zweiten DJK St. Matthias zugezogen hatte, kurz darauf im Trierer Mutterhaus an den Gelenkbändern operiert. Dabei wurden mehrere Fußwurzelbrüche behoben. „Es war eine komplexe Verletzung mit Mittelfuß-, Zehenbruch und Außenbandriss. Nachdem ich wieder halbwegs laufen kann, steht nun am Mittwoch eine zweite Operation an. Dabei werden die Gelenke überprüft, die Drähte im Fuß entfernt und der Schiefstand nochmals korrigiert“, berichtet der frühere Drittligaprofi von Rot-Weiß Erfurt und einstige Regionalligaspieler von Eintracht Trier. Szimayers Zweifel an einer Rückkehr auf das bisherige Leistungsniveau sind größer geworden: „Ich denke, dass es wohl nicht mehr reichen wird, um auf dem Niveau wie bisher zu spielen. Wenn mein Fuß beschwerdefrei ist, könnte ich frühestens im Mai oder Juni wieder leichtes Lauftraining absolvieren.“

Ansonsten will sich der beruflich als Gaststättenbetreiber in der Trierer Innenstadt und Social-Media-Manager tätige Szimayer auf seine Traineraufgaben in Irsch konzentrieren. Seine Mannschaft verspüre keinen Druck, unbedingt aufsteigen zu müssen: „Wir haben dennoch den Ehrgeiz, ganz oben zu bleiben. Aber wir wissen um die Schwierigkeit, den ersten Platz zu verteidigen. Wir sind konstanter geworden und haben uns taktisch weiterentwickelt.“

Neuzugänge im Winter sind trotz des Ausfalls von Szimayer nicht geplant. Im Sommer sollen fünf bis sechs Jugendspieler aufrücken. „Unsere A-Jugend spielt in der Rheinlandliga eine starke Saison und liegt auf Platz sieben. Von daher setzen wir auf unseren eigenen Nachwuchs“, erklärt Szimayer. Nach und nach sollen Leon und Luca Klupsch, Florian Lentes, Neo Ensch, Louis Meyer und David Goldbeck eingebaut werden. „Priorität hat aber zunächst noch die A-Jugend, die Mario Klupsch mit großem Erfolg trainiert“, betont er.

Aus Verletzungen kehren Florian Grundmann, Kader Touré, Till Koal und Florian Meo zurück. Wohl erst zur neuen Saison stehen dann auch Dustin Knürr und Luca Gretschel nach auskurierten Kreuzbandrissen wieder zur Verfügung. Die Zukunft des Trainers über den Sommer hinaus ist noch offen, gleichwohl gilt ein Verbleib als gut möglich: „Ich fühle mich extrem wohl in Irsch. Es ist nichts anderes geplant. Der Trainerjob macht mir sehr viel Spaß.“

„Whistleblower“ sorgt für Unruhe in der Südeifel: Aufstieg mit der neu gebildeten Spielgemeinschaft in der vorvergangenen Saison, Klassenverbleib und Platz sechs in der 2024/25er Runde sowie zur Winterpause Rang vier in der Eifeler Kreisliga A8: Die Bilanz von Martin Wagener als Trainer der SG Dist/Röhl-Gilzem-Idesheim kann sich wahrlich sehen lassen. Dennoch haben sich die Verantwortlichen dazu entschieden, sich im Sommer vom früheren Bezirksligacoach des SV Speicher zu trennen. Per Zufall habe er kurz vor Weihnachten von dieser Entscheidung erfahren, sagt Wagener im Gespräch mit dem TV. „Drei der vier Vereinsvorstände aus der SG haben offenbar gegen mich gestimmt. Die Gründe wurden mir nicht genannt. Anscheinend bin ich einigen zu professionell und unbequem.“ In einem Gespräch versuchte Udo Schilz, Vorsitzender der DJK Eintracht Dist, dann, die Wogen zu glätten. Anschließend sprach er gegenüber dem TV von einer „einvernehmlichen Trennung, die wir nach der Saison vollziehen“, und betonte, man wolle „keine schmutzige Wäsche waschen“.

Interne Abstimmungsprobleme und ein „Whistleblower“, der die Information zu früh an Wagener weitergetragen habe, hätten die Emotionen hochkochen lassen. Dessen großer Ehrgeiz sei mitunter zu viel gewesen für „eine bodenständige Spielgemeinschaft wie wir es sind“, so Schilz. So habe der Noch-Coach ohne Wissen der Verantwortlichen Gespräche mit potenziellen Neuzugängen geführt – während Wagener betont, stets alles mit dem jeweiligen sportlichen Leiter abgestimmt zu haben. Mit seiner hohen Motivation und den daraus resultierenden Ansprüchen müsse Wagener „eine bis zwei Klassen höher trainieren – in Vereinen, die über eine entsprechende Infrastruktur verfügen“, meint Schilz. Die Suche nach einem neuen Trainer laufe: „Es gibt schon erste Kandidaten.“

Ein Funktionär räumt seinen Posten: Über die Position des Kreisjugendleiters, die er insgesamt fast fünf Jahre innehatte, arbeitete sich Sven Edinger im vergangenen Jahr an die Spitze des Verbandsjugendausschusses und von dort in den 14-köpfigen DFB-Jugendausschuss vor. Nun hat sich der Dauner von seinem Amt im Fußballkreis Eifel verabschiedet. Sein Nachfolger Michael Hecker aus Dockweiler bringt aus seiner Tätigkeit als Schiedsrichter und Mitglied des Kreisjugendausschusses umfangreiche Erfahrung mit. Der Rücktritt sei von langer Hand geplant gewesen, lässt Edinger im Gespräch mit dem TV durchblicken: „Wir hatten uns schon nach meiner Wahl zum Verbandsjugendleiter Mitte des Jahres darauf verständigt, dass diese Position neu besetzt werden muss. Das wäre mir auf Dauer sonst zu viel geworden.“ Offiziell trat Edinger nach der Einarbeitung Heckers kurz vor Weihnachten zurück. Bei der Präsidiumssitzung des Fußballverbandes Rheinland wurde Hecker ins Amt berufen, will dieses jedoch aus persönlichen Gründen nur bis zur nächsten Wahl in rund drei Jahren ausüben.

In seiner Funktion auf DFB-Ebene wartet auf Edinger nach seiner Premiere Mitte November bei einem Turnier in Wales Ende März der nächste internationale Einsatz. Dann führt er die deutsche U19-Auswahl als Delegationsleiter bei einer EM-Qualifikationsrunde im Raum Frankfurt an.