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Von Nümbrecht bis Südwest: Einsame Spitze und ein furioser Aufsteiger

Formcheck, Restprogramm und Besonderheiten: Wie steht es kurz vor der Winterpause um die Landesliga-Teams?

von red / KM · 20.11.2024, 08:00 Uhr · 0 Leser
Die aktuelle Top vier der Landesliga Mittelrhein Staffel eins im Check.
Die aktuelle Top vier der Landesliga Mittelrhein Staffel eins im Check. – Foto: Ina Allkämper

Bevor es in den Hinrunden-Endspurt geht, gönnt sich die Landesliga Mittelrhein Staffel eins eine kurze Verschnaufpause. FuPa nutzt die spielfreie Woche für einen kleinen Lagebericht. Wie sieht es bei den 16 Mannschaften der Liga derzeit aus? Wer befindet sich auf einem Formhoch und wer hat mit einer Krise zu kämpfen? Welche Teams überraschten bislang? Und wie sieht das Restprogramm bis zur Winterpause aus? Teil eins des Checks: die Plätze eins bis vier der Tabelle.

SSV Homburg-Nümbrecht

Platz eins, 31 Punkte, 40:21 Tore

In der Vorwoche übernahm die Mannschaft von Trainer Torsten Reisewitz erstmals in dieser Spielzeit die Tabellenführung. Kein Wunder, bei der Form, in der sich Nümbrecht seit einiger Zeit befindet. Sieben Siege reihte der Aufstiegsaspirant zuletzt aneinander. Das Prunkstück des SSV ist eindeutig der Angriff. Mit 40 Treffern bislang ist der Spitzenreiter die torgefährlichste Mannschaft der Liga. Robin Brummenbaum (12 Tore) und Dean-Robin Paes (acht Tore) stechen nochmal heraus, aber auch aus dem Mittelfeld wird durch Kilian Seinsche (vier Tore, vier Vorlagen), Julian Opitz (drei Tore, zwei Vorlagen) oder Felix Klein (drei Tore, sechs Vorlage) ordentlich Torgefahr erzeugt. Nümbrecht steht für Offensivpower und Unterhaltung: Das Topspiel gegen Bornheim endete 3:3, der 8:5-Erfolg über Marialinden war ebenfalls denkwürdig.

Restprogramm: SV Deutz 05 (A), SV Grün-Weiss Brauweiler 1961 (H)

Zum Abschluss der Hinrunde geht es noch nach Deutz und gegen Aufsteiger Brauweiler - ein lösbares Programm. Gut möglich, dass der SSV sich zum Herbstmeister krönt und mit breiter Brust ins neue Jahr startet.

SSV Bornheim

Platz zwei, 30 Punkte, 33:14 Tore

Der SSV Bornheim und Trainer Patrick Schmitz haben eine beachtliche Entwicklung hinter sich, mit offenem Limit und Ende wohlgemerkt. Vor der Saison galt die Truppe im zweiten Jahr nach dem Aufstieg aus der Bezirksliga eher als Geheimfavorit auf den Titel, jetzt ist sie ein Topkandidat. Nach fast der Hälfte aller Spiele ist Bornheim immer noch ungeschlagen. Dass der SSV die Spitzenposition abgeben musste, ist nur dem starken Nümbrechter Lauf und einer Spielabsage zuzuschreiben. Entsprechend würde ein Sieg im Nachholspiel gegen Südwest gleichbedeutend mit der Rückeroberung von Platz eins sein. Die Bornheimer stellen die stabilste Defensive der Liga und können sich vorne auf ihr Dreigestirn (Romello Ahr, Mohamed Zaim und Nick Mwaura Hirschfeld) verlassen. Auch Youngster Meik Tschaikowski kam zuletzt richtig in Fahrt.

Restprogramm: SC Borussia Lindenthal-Hohenlind (A), DJK Südwest Köln (H), FV Bad Honnef (H)

Bornheim muss aufgrund des Nachholspiels noch eine Partie mehr absolvieren als die Konkurrenz. Dadurch wartet zum Ende der Hinrunde eine englische Woche auf die Schmitz-Elf. Zuletzt zeigte sich, dass das durchaus Potenzial für einen Stolperer birgt.

SC Rheinbach

Platz drei, 22 Punkte, 32:19 Tore

Für den SC Rheinbach auf Rang drei wird es schon zum Ende der Hinrunde schwierig, noch einmal ins Aufstiegsrennen eingreifen zu können. Nach einem Start nach Maß und der etwas überraschenden Trennung von Trainer Andreas Dick gelang es noch nicht die letzte Konstanz in die Ergebnisse zu bringen. Mit Ulas Önal, der nun als Trainer agiert, fehlt ein elementarer Bestandteil der Offensive auf dem Platz. Die Mannschaft wirkt teilweise nicht ganz gefestigt und musste gegen Spich, Marialinden und Schlebusch bittere, späte Niederlagen hinnehmen. Die Winterpause wird Önal und seinem Team mit Sicherheit gut tun, um Automatismen weiter zu verinnerlichen und in der Rückrunde neu anzugreifen. Aufgrund der schwierigen Phase zwischendurch ist Rang drei durchaus als Achtungserfolg zu werten. Das ursprüngliche Aufstiegsvorhaben muss bei neun Punkten Rückstand auf die Spitze aber womöglich um ein Jahr verschoben werden.

Restprogramm: TuS 05 Oberpleis (A), Spielvereinigung 1920 Köln-Flittard (H)

Nach der Pause ist Rheinbach zu Gast beim kriselnden TuS 05 Oberpleis, der trotz deutlich höherer Ambitionen momentan Schlusslicht der Landesliga ist. Mit einem Heimspiel gegen Flittard schließen Önal und Co. das Fußballjahr 2024 dann ab.

DJK Südwest Köln

Platz vier, 20 Punkte, 33:22 Tore

Der Aufsteiger hat wohl die beiden Spieler im Kader, die ligaweit am häufigsten Schlagzeilen machen. Nachdem sie ihrem Heimatverein, dem DJK Südwest Köln, zum Aufstieg aus der Kreisliga B in die Landesliga verholfen haben, machen die beiden Zwillinge Hendrik und Philipp Graf in dieser Spielzeit genauso weiter. Aktuell kommen die beiden 25-Jährigen gemeinsam auf 33 Scorerpunkte nach 12 Spielen. Obwohl die Brüder dem Fußballmagazin 11Freunde erzählten, dass sie quasi der gleiche Spielertyp seien, ist Hendrik bislang eher der Vollstrecker (12 Tore, fünf Vorlagen) und Philipp der Vorbereiter (vier Tore, 12 Vorlagen). Doch der Erfolg des DJK ist natürlich keine "Two-Man-Show". Südwest geht die Herausforderung Landesliga mutig und spielfreudig an, landete auch schon den ein oder anderen Kantersieg. Zwei Gründe warum es (noch) nicht für mehr reicht: die schwache Auswärtsbilanz und die direkten Duelle mit den Topteams der Liga. Aber irgendwo muss ein Aufsteiger ja auch Luft nach oben haben.

Restprogramm: Spielvereinigung 1920 Köln-Flittard (A), SSV Bornheim (A), SV Deutz 05 (H)

Neben dem schwierigen Nachholspiel in Bornheim muss der DJK gegen Flittard und Deutz ran. Im Optimalfall winkt zur Winterpause Platz drei, ein leichtes tabellarisches Abrutschen wäre allerdings ebenfalls denkbar und sicherlich zu verkraften.