
Für die Hausherren aus Ohrdruf ist es das Spiel des Jahres, für den Regionalligisten aus der Landeshauptstadt Pflicht mit Stolpergefahr. Doch für einen wird die Partie zu einer ganz persönlichen Angelegenheit: Tom Hausdörfer.
Der 25-Jährige, inzwischen feste Stütze beim FSV 06 Ohratal, blickt auf eine lange Vergangenheit bei den Blumenstädtern zurück. „Natürlich ist das immer ein besonderes Duell für mich. Ich habe von den Bambini bis zur U19 für diesen Verein gespielt und noch Verbindungen zum Klub. Wenn es passt, gehe ich ins Stadion und bin noch sehr gut mit dem Kapitän Schwarzi (Anm. d. Red. Til-Linus Schwarz) befreundet. Ich freue mich besonders auf das Duell mit ihm. Ansonsten ist es das erste Mal, dass ich gegen Rot-Weiß spiele, seit ich dort nicht mehr aktiv bin“, erzählt Hausdörfer. Nicht nur für ihn, auch für das Trainerteam um Philipp Kiebert und Jan Hausner, die beide ebenfalls Stationen bei RWE hatten, wird das Aufeinandertreffen ein Wiedersehen mit der eigenen Fußballvergangenheit. Emotionaler Zündstoff ist also garantiert.
Nach seiner Zeit bei Rot-Weiß verschlug es Hausdörfer für einige Jahre in die USA – eine Erfahrung, die ihn nachhaltig geprägt hat: „Meine Zeit in den USA war sehr, sehr cool. Ich habe tolle Erfahrungen machen dürfen – sowohl fußballerisch als auch menschlich. Auch die Kultur und das Leben dort kennenzulernen, war etwas ganz Besonderes. Ich würde es jedem empfehlen, der die Möglichkeit hat. Es war eine wirklich schöne Zeit.“ Seit Kurzem ist der Offensivmann wieder dauerhaft in Deutschland – aus einem sehr erfreulichen Grund: „Ich bin letzten Monat Vater geworden, und die Wege haben mich zurück zur Familie geführt“, berichtet er mit einem Lächeln.

Sportlich ist die Rollenverteilung klar – doch im Pokal gelten bekanntlich eigene Gesetze. „Natürlich wartet ein sehr schweres Spiel auf uns. Wir brauchen nicht darüber reden, dass Rot-Weiß der klare Favorit ist. Für uns heißt es: lange die Null halten und auf einen Lucky Punch hoffen. Wir wissen um die Qualität und den Klassenunterschied, wollen aber kämpferisch und mit unseren fußballerischen Mitteln dagegenhalten. Wir sind aktuell als Mannschaft ganz gut drauf und wollen das auch gegen einen Regionalligisten auf den Platz bringen“, blickt Hausdörfer voraus.
Ob der große Favorit aus Erfurt seiner Rolle gerecht wird oder Ohratal tatsächlich für eine Überraschung sorgen kann, entscheidet sich am Samstag auf dem Rasen (LIVE im FuPa-Ticker oder beim Thüringer Fußball-Verband als Stream für einmalig 4 Euro) in einem Pokalduell, das für viele Beteiligte mehr bedeutet als nur ein Achtelfinale.