2026-03-13T07:45:35.464Z

Spielvorbericht

»Volle Attacke« im Mainzer Verbandsliga-Derby

Im Kampf gegen den Abstieg aus der Verbandsliga Südwest benötigen die TSG Bretzenheim und der VfB Bodenheim dringend Punkte +++ Die AZ überträgt das direkte Duell live!

von Torben Schröder · Heute, 08:00 Uhr · 0 Leser
Im Hinrundenspiel wird der Bodenheimer Khaled Abou Daya (weißes Trikot) umzingelt von den Bretzenheimern (von links) Mark Zeller und Paul Jung. Die Partie endete 2:2. 	Archivfoto: Kristina Schäfer
Im Hinrundenspiel wird der Bodenheimer Khaled Abou Daya (weißes Trikot) umzingelt von den Bretzenheimern (von links) Mark Zeller und Paul Jung. Die Partie endete 2:2. Archivfoto: Kristina Schäfer

Mainz/Bodenheim. Mittwochabend, Flutlichtderby, Klassenkampf – wenn um 19.30 Uhr die TSG Bretzenheim den VfB Bodenheim empfängt (live im AZ-Livestream), geht es um mehr als nur drei Punkte. Viertletzter gegen Letzter lauten die Vorzeichen.

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Die TSG hat alle vier Spiele dieses Jahr verloren, darunter daheim gegen die anderen Kellerkinder Steinbach und Morlautern (beide 1:2). „Wir haben uns leider in eine sehr schlechte Situation gebracht“, sagt Trainer Timo Schmidt, „statt uns von den drei Letzten abzusetzen, haben wir sie rangeholt.“ Zu viele leichte Fehler hinten, zu wenig Torgefahr vorne, kaum Lautstärke auf dem Feld – so taumelt ein Team, dem die Unterschiedsspieler fehlen, dem Abstieg entgegen.

Nur der fünftletzte Platz rettet sicher

Maximal vier Absteiger gibt es laut Verbandsstatuten. Einer ist das Minimum, wenn es neben dem Meister auch der Tabellenzweite über die Aufstiegsspiele in die Oberliga schafft. Mit jedem Absteiger aus ebendieser Oberliga, wo zwölf Mannschaften mehr oder weniger akut gefährdet sind, in die Verbandsliga Südwest muss auch dort ein Team mehr runter. Heißt: Um jeden Tabellenplatz lohnt es sich zu kämpfen.

Auf den fünftletzten, definitiv sicheren Platz schielt VfB-Trainer Marco Streker schon gar nicht mehr. Und auch die Bretzenheimer drohen ihn aus den Augen zu verlieren. Zumal nach der Oster-Pause vier Spiele am Stück gegen Top-Sechs-Teams anstehen. Streker wiederum stellt klar: „Wenn wir am Mittwoch verlieren, ist die Chance, Viertletzter zu werden, wohl rum.“

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Für die Bodenheimer beginnt eine Serie mit acht Spielen gegen Teams aus Mittelfeld und Abstiegskampf, in denen sich Streker samt und sonders etwas ausrechnet. Trotz rot leuchtender Laterne haben sie beim VfB das Gefühl, noch vieles in der eigenen Hand zu haben. Mit dem 3:2 in Kandel hat der VfB dieses Jahr zumindest drei Punkte auf die TSG aufgeholt – und Stürmer Khaled Abou Daya (drei Spiele Sperre) verloren. Beim zweiten spielenden Co-Trainer Damir Bektasevic droht wegen Schambeinproblemen sogar das Saison-Aus.

VfB-Trainer Marco Streker kündigt „volles Risiko“ an

„Wir werden volles Risiko und auf Attacke gehen“, verspricht Streker vor dem „Sechs-Punkte-Spiel für beide Mannschaften“: „Wenn wir bis auf drei Punkte an einen möglichen Nichtabstiegsplatz heranrücken, ist die Ausgangsposition so gut wie seit Monaten nicht mehr.“ Bei der Rechnung ist einiges an demonstrativer Zuversicht dabei. „Der Kader gibt es her, und wir haben in der Vorbereitung und auch in Pflichtspielen nachgewiesen, dass wir es können“, betont Streker.

Ob Valentin van der Velden gegen seine Ex-Kollegen im Tor steht, entscheidet Streker kurzfristig. Kein Wiedersehen wird es mit dem ehemaligen TSG-Stürmer Rakeem Bott geben, der sich derzeit auf sein Ausbildungsende konzentriert. Die TSG fiebert dem Comeback von Kapitän Luca Scherer (Fingerbruch) entgegen. Lennart Leismann ist im Urlaub, Florian Maaß muss arbeiten.

„Wir müssen eine gewisse Lockerheit wieder finden, ohne es auf die leichte Schulter zu nehmen“, sagt Schmidt, „grundsätzlich kann man der Mannschaft das Bemühen nicht absprechen.“ Es reicht also einfach nicht? Die Hinrunde sprach mit Platz neun eine andere Sprache. „Wir haben grundsätzlich die Qualität im Kader, solche Spiele zu ziehen, und können als Einheit auftreten“, betont das TSG-Urgestein. „Jetzt wird auch dem Letzten bewusst, um was es geht. Und ein Flutlichtderby muss Motivation genug sein.“