Vollblutkicker Bodo Schustok: Nach Schicksalsschlag reifte eine Idee
Der Tausendsassa bietet Torwarttraining für den guten Zweck an und wird die Einnahmen zu 100 Prozent an das Kinderhospiz "Haus Anna" in Eichendorf spenden
von Mathias Willmerdinger · 23.12.2025, 16:30 Uhr · 0 Leser
Selbst mit 53 Jahren stand Bodo Schustok (Mitte) noch regelmäßig in der Kreisklasse zwischen den Pfosten. – Foto: Johanna Blaschke Er ist ein Tausendsassa und eine Marke im niederbayerischen Amateurfußball: Bodo Schustok. Es dürfte nicht viele zwischen Passau und Landshut geben, die mehr Fußballplätze gesehen haben wie der 55-jährige gebürtige Aiterhofener (Lkr. Straubing-Bogen). Ob als Torwart, Torwart-Trainer oder auch Trainer der Frauen- und Mädchenmannschaft des FSV VfB Straubing - ohne das runde Leder geht`s einfach nicht. Zuletzt musste der positiv Fußballbekloppte einige harte Schicksalsschläge verkraften. Und genau das hat ihn nun auf eine Idee gebracht...
VfB Straubing, SV Neukirchen-Steinburg, TSV Stallwang, SV Motzing, SpVgg Plattling, SV Niederpöring-Tabertshausen, RSV Ittling, nur um einige seiner Stationen zu nennen - Schustok ist gut rumgekommen in seiner Laufbahn. In der Saison 2023/24 stand er sogar im Alter von 53 Jahren noch regelmäßig für die SG Otzing-Niederpöring/Tabertshausen in der Kreisklasse zwischen den Pfosten. Wo Not am Mann war, Bodo Schustok war zur Stelle! Im Frühjahr 2024 half er beim SV Konzell aus. Warum tut man sich das mit über 50 an? "Ja mei, mir macht das halt Spaß", meint er lapidar.
Die Liebe zum Fußball in die Wiege gelegt bekommen: Clara Schustok ist bei den Frauen des FSV VfB Straubing aktiv. – Foto: Thomas Hopf
Er ist aber nicht nur gefühlt sein ganz Leben selbst aktiv gewesen, sondern bringt sich auch als Torwarttrainer ein.
"Derzeit coache ich die Keeper von Türk Gücü Straubing. Auch die Frauen- und Mädchenmannschaft des VfB Straubing habe ich schon trainiert." Seine Liebe zum Fußball hat der zweifache Familienvater, der beruflich bei den Stadtwerken Straubing tätig ist, weitergegeben. Seine Tochter
Carla Schustok (22) ist in der Frauenmannschaft des FSV VfB Straubing aktiv. Apropos Nachwuchs, da hat Bodo Schustok noch eine Anekdote aus dem Nähkästchen parat:
"Wir haben damals sogar die Taufe verschieben müssen, weil ein Spiel anstand", lacht er herzhaft.
Der Flyer & Infos zum Straubinger Torwart-Trainingstag. – Foto: Privat
Im vergangenen Jahr musste Bodo Schustok allerdings einen harten Schicksalsschlag verkraften, als er die Diagnose Krebs erhielt.
"Das war eine sehr schwere Zeit. Ich war acht Monate krank. Zum Glück ging alles gut aus", wird er nachdenklich, wenn er daran zurückdenkt. Weil er mit der schweren Krankheit zu kämpfen hatte, ist in ihm eine Idee gereift: Er will Kindern helfen, die das gleiche Schicksal teilen - und ihnen Hoffnung geben. Dazu hat er sich was einfallen lassen. Am Faschingsdienstag, den 17. Februar 2026 will er einen "Straubinger Torwart-Trainingstag" auf dem nagelneuen Kunstrasenplatz am Peterswöhrd anbieten. Jungs, Mädels, motivierte Keeper - willkommen sind alle, die Lust auf intensives Training haben. Der Unkostenbeitrag pro Person liegt bei 40 Euro - die wiederum für den guten Zweck verwendet werden.
"Die Einnahmen kommen in vollem Umfang dem Haus Anna in Eichendorf zugute", betont Schustok.
Seine aktive Karriere wird indes nach Jahrzehnten keine Fortsetzung mehr finden. Mit 55 ist endgültig Schluss - aus einem einfachen wie guten Grund: "Ich hatte mir auf meiner letzten Station beim SV Konzell eine Knieverletzung zugezogen und musste operiert werden. Irgendwann reicht`s dann auch." Dass man Bodo Schustok, der sich zudem leidenschaftlich gerne aufs Rennrad schwingt, allerdings nicht mehr auf den Fußballplätzen der Region sehen wird, darüber muss man sich eher weniger Sorgen machen. Ganz ohne Ball geht`s halt nicht...