2026-05-15T09:36:57.455Z

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„Völlig unerwartet" – Wastl und Ring müssen in Dornach gehen

Trainerwechsel vor Relegation

von Guido Verstegen · Heute, 15:00 Uhr · 0 Leser
Vormittags noch beim Training, nachmittags per Anruf entlassen: Das Dornacher Trainerduo Sebastian Wastl (l.) und Manuel Ring.
Vormittags noch beim Training, nachmittags per Anruf entlassen: Das Dornacher Trainerduo Sebastian Wastl (l.) und Manuel Ring. – Foto: Dieter Michalek

Robert Rakaric übernimmt beim SV Dornach nur Tage vor dem Relegationsauftakt. Die Art der Entlassung sorgt für Unmut und Rücktritte.

Nur zwei Tage vor dem sportlich bedeutungslosen letzten Heimspiel der Saison gegen den SVN München (Samstag, 14 Uhr) und sechs Tage vor dem Auftakt in der Abstiegsrelegation haben die Verantwortlichen des Fußball-Landesligisten SV Dornach die beiden Trainer Sebastian Wastl und Manuel Ring überraschend entlassen. Mit Robert Rakaric übernimmt ab sofort ein alter Bekannter das Ruder.

Am Donnerstagvormittag trainierten die Spieler noch mit jenem Duo, das die Mannschaft in der vergangenen Saison zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte in die Landesliga geführt hatte, am Nachmittag wurden Wastl und Ring telefonisch vom neuen 2. Vorsitzenden Patrick Frisch respektive vom Vorsitzenden Peter Aicher über die Entscheidung informiert.

„Das hat mich völlig unerwartet getroffen“, erwischte Sebastian Wastl – er war 2024 vom TSV Trudering gekommen – die Nachricht komplett auf dem falschen Fuß. Zumal er die Gründe für die Entlassung so nicht nachvollziehen konnte. „Warum der Verein so entschieden hat, bleibt mir ein Rätsel – Patrick Frisch hat lediglich ‚situative Gründe‘ genannt“, sagte der 38-Jährige, den auch die Art und Weise des Vorgangs irritierte: „Ich bin enttäuscht, dass man, zumal am Feiertag, nicht gleich morgens das persönliche Gespräch mit uns gesucht hat und so obendrein die Chance verpasste, auch die Spieler mitzunehmen.“

Man stehe zu der Entscheidung, erklärte Frisch, der bei der jüngsten Jahreshauptversammlung zum 2. Vorsitzenden gewählt worden war und somit Florian Ofenstein ablöste, der sich nicht erneut hatte aufstellen lassen: „Wir sind den beiden Trainern dankbar für alles, was sie für den Verein getan haben, das steht über allem. Aber das war jetzt die letzte Ausfahrt, wir haben auf die situative Entwicklung reagiert.“

Die sieht so aus, dass der Aufsteiger als aktueller Tabellen-15. in der Rückrunde bis dato nur zwölf Punkte auf die 20 Zähler der Hinserie folgen ließ und seit Ende der Winterpause erst dreimal gewonnen hat. „Das 0:2 beim FC Wacker München Mitte April war der Knackpunkt“, hatte Wastl zuletzt festgestellt. Und: „Die Leistung hat oft gepasst, aber mit unserer ‚Nicht-Torgefahr‘ haben wir’s dann vermasselt.“

Man habe einfach handeln müssen, argumentierte der Vorsitzende Peter Aicher: „Es gab Unruhe in der Mannschaft, die Kommunikation war schlecht. Da stehen die Trainer in der Verantwortung.“ Manuel Ring – er war seit 2019 beim SV Dornach – hielt sich nach Aichers Anruf bedeckt. „Ich bin sprachlos und möchte mich nicht weiter dazu äußern“, sagte der 35-Jährige. Die dem Team nahestehenden Jakob Krütten – der bisherige Sportliche Leiter konzentriert sich seit der Jahreshauptversammlung auf sein Amt als Vorstand Finanzen – und Verteidiger René Reiter waren nach eigenen Angaben nicht in die Entscheidung eingebunden und wurden kurzfristig informiert. „Wir tragen das so auch nicht mit“, sagte der ehemalige Sport-Vorstand Reiter, der bei der Hauptversammlung zum neuen Sportlichen Leiter gekürt worden war und am Donnerstag von seinem Amt zurücktrat. Celine Gücker ist jetzt als Vorstand Verwaltung neu in der Führungsspitze vertreten.

Auf Robert Rakaric wartet jetzt eine große Herausforderung, aber immerhin ist er im Klub kein Unbekannter. Zwischen 2019 und 2023 lief der ehemalige Angreifer für die Dornen auf, traf im September vergangenen Jahres als Coach der SpVgg Unterhaching II auf den SV Dornach (4:1) und war in Unterhaching zuletzt Co-Trainer der U17 in der DFB-Nachwuchsliga. Es habe vor einigen Wochen einen losen Austausch mit den Dornachern gegeben, sagte der 40-Jährige, konkret sei das Ganze dann am Mittwoch geworden: „Ich habe noch eine Nacht darüber geschlafen und dann zugesagt.“

Es gehe jetzt darum, viele Gespräche zu führen, und es sei dabei sicher von Vorteil, dass er einige Spieler kenne: „Der Fokus gilt natürlich der Relegation, und da warten angesichts des Drucks und der vielen Zuschauer gerade auch psychologische Themen. Aber wir schaffen das!“

Wie es nach der Relegation für ihn weitergeht, ist offenbar unklar. Während Peter Aicher erklärte, dass der neue Coach „kein Feuerwehrmann“ sei und auch in der nächsten Saison Liga-unabhängig an der Seitenlinie stehen werde, sagte Robert Rakaric: „Wir gehen jetzt erst einmal in die Relegation, dann sehen wir weiter.“ (guv)